Stimmgewaltiges Quartett: "Of Cabbages And Kings" sind am Sonntag im Mousonturm zu hören. FOTOs: veranstalter
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Stimmgewaltiges Quartett: "Of Cabbages And Kings" sind am Sonntag im Mousonturm zu hören.

Frankfurter Musikleben

Jazzfestival setzt diesmal auf Gesang

  • VonDetlef Kinsler
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Acht Konzerte in vier Tagen - Auch im Mousonturm wird gespielt

Auf ihr geliebtes Festival mussten die Jazzfans in Frankfurt auch im ersten Corona-Herbst im vergangenen Jahr nicht verzichten. Allerdings konnte der Hessische Rundfunk als Veranstalter pandemiebedingt nur eine sehr abgespeckte Version des "51. Deutschen Jazzfestivals" anbieten. Neben einem Abend mit der hr-Bigband in der Alten Oper gab es ein Triple-Konzert aus dem Hörfunkstudio II, dem allerdings nur als Livestream im Internet beigewohnt werden konnte.

Umso glücklicher ist Olaf Stötzler, einer der Programmverantwortlichen des Festivals und Manager der hr-Bigband, von Donnerstag bis Sonntag, 18. bis 31. Oktober, in diesem Jahr wie üblich mit einem vollen Programm aufwarten zu können. "Acht Konzerte an vier Tagen, in unterschiedlichen Locations, darunter der Mousonturm im Ostend und unser Sendesaal, werden dafür sorgen, dass wieder typische Festivalstimmung aufkommt", ist Stötzler sicher.

Rückkehr vor Publikum

An drei Abenden wird der hr-Sendesaal bespielt, zwei weitere Auftritte finden außerhalb des Funkhauses statt. "Den Mousonturm erneut an Bord zu haben, bedeutet, das Jazzfestival fast wie gewohnt präsentieren zu können", betont Stötzler. "Für uns ist es ein ganz wichtiges Signal, nach der reduzierten Online-Ausgabe 2020 jetzt wieder in den Sälen vor Publikum zu spielen."

Einen Wermutstropfen gibt es bei aller Freude. Das ursprünglich für Mittwoch, 27. Oktober, angekündigte Eröffnungskonzert mit der US-amerikanischen Sängerin Jazzmeia Horn musste gestrichen werden. "An der schmerzlichen Absage ihrer gesamten Europatournee kann man sehen, wie fragil Konzertplanungen aktuell noch immer sind", verweist Stötzler darauf, dass die Krise von allen sehr viel Flexibilität abverlange. "Es ist dabei schön zu sehen, dass alle bereit sind, an einem Strang zu ziehen, um Veranstaltungen dennoch zu ermöglichen. Trotz aller Widrigkeiten sind wir wirklich glücklich mit dem diesjährigen Programm."

Ständig neue Wege

Tatsächlich konnte das Planungsteam auf einige Acts zurückgreifen, die schon vor zwölf Monaten an den Main kommen sollten. Die Idee, einen Fokus auf Vokalisten und Vokalistinnen zu lenken, war bereits für 2020 geplant. "Eines unserer Ziele beim Jazzfestival ist es, ständig neue Wege zu beschreiten - und in der Tat hatten wir bis dato nie einen richtigen Gesangsschwerpunkt", kommentiert Stötzler das spezielle Angebot.

Dem Schweizer Stimmzauberer und Vokalartisten Andreas Schaerer bleibt es nun vorbehalten, den Reigen am Donnerstag, 28. Oktober, zu eröffnen. Sein Motto "A Novel Of Anomaly" erlaubt dem Sänger nicht zuletzt die Freiheiten, sich jodelnd und als Beatboxer zu zeigen.

Zwei Stimmen aus der Schweiz

Auch Lucia Cadotsch gelingt es, sich von den gängigen Mustern des Jazzgesangs zu lösen und im Zusammenspiel mit Saxofon und Kontrabass selbst Klassiker aus dem "Great American Songbook" erfrischend neu klingen zu lassen. Sie kommt wie Schaerer aus der Schweiz und ist am Sonntag, 31. Oktober, zu Gast am Dornbusch.

Gleich vier Stimmen erfüllen vorab am Sonntagnachmittag den Mousonturm, wenn Of Cabbages And Kings die vielfältigen Möglichkeiten ihres Gesangs, solo und im Satz, ergründen. Mit den Saxofonisten Maciej Obara und Fabian Dudek, Pianist Pablo Held, Kontrabassist Petter Eldh und Schlagzeuger Antonio Sanchez sind zudem Top-Instrumentalisten mit ihren Bandprojekten beim Festival am Start.

Alle Termine gibt es im Internet unter www.hr2.de . DETLEF KINSLER

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