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Tempo-30-Zone in Frankfurt-Bornheim.

Autoverkehr in Frankfurt

Jeder Sechste fährt zu schnell durch Bornheim und das Ostend - Ortsbeiräte  fordern mehr Kontrollen

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In der Stadt wird gerast. Immer wieder fordern die Ortsbeiräte mehr Geschwindigkeitskontrollen. Auch der Ortsbeirat 4. Vor allem die Tempo-30-Zonen soll die Verkehrspolizei überwachen. Das täte auch Not, wie die Auswertung der Kontrollen aus dem vergangenen Jahr zeigt.

Schon mehrmals hat der Ortsbeirat 4 (Bornheim/Ostend) auf das Problem aufmerksam gemacht: Nicht nur auf der Hanauer Landstraße und dem Alleenring wird gerast. Auch in Alt-Bornheim, der Bornheimer Landwehr, der Ringelstraße, der Rendeler Straße und der Rhönstraße – allesamt Tempo-30-Zonen – halten sich nur wenige an die Höchstgeschwindigkeit. Laut einem Bericht der Stadtverwaltung fährt dort jeder Sechste zu schnell.

In den Tempo-30-Bereichen des Ortsbezirks 4 wurden im Jahr 2018 bereits insgesamt 197 mobile Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Von insgesamt 84 299 erfassten Fahrzeugen überschritten 13 103 Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit im strafbaren Bereich – heißt, wenn sie mindestens 39 Kilometer pro Stunde fuhren. Allerdings, so schreibt der Magistrat: Eine Intensivierung der Überwachung könne nicht erfolgen, da dies zulasten der Überwachungsintensität anderer verkehrlicher Schwerpunkte ginge.

Mehr Verkehrspolizisten

Noch: Denn die Römerkoalition (CDU, SPD und Grüne) fordert etwa zehn zusätzliche Verkehrspolizisten, um wieder mehr Disziplin in den Straßenverkehr zu bekommen. Falsch geparkte Autos, Raserei und missachtete rote Ampeln sollen künftig der Vergangenheit angehören. Derzeit gibt es bei der Verkehrsüberwachung 108 Stellen.

Der Magistrat betont, dass der Überwachungsschwerpunkt der Städtischen Verkehrspolizei auf den Tempo-30-Bereichen liegt. Hierbei wird die Priorität auf die Überwachung von Schulwegen und besonders schützenswerten Bereichen wie Altenheimen oder Krankenhäusern gelegt.

Von den genannten Geschwindigkeitskontrollen entfielen zwei Kontrollen auf die Straße Bornheimer Landwehr. Von insgesamt 147 gemessenen Fahrzeugen fuhren fünf Fahrzeuge mehr als 39 km/h.

Auch in der Ringelstraße wurde eine Kontrolle durchgeführt. Von insgesamt 134 gemessenen Fahrzeugen überschritten neun Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit. In der Rendeler Straße wurden drei Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Von insgesamt 941 gemessenen Fahrzeugen fuhren 51 Fahrzeuge mehr als 39 Kilometer pro Stunde.

Neues Blitzgerät

In der Rhönstraße wurden bereits 16 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Von insgesamt 2460 gemessenen Fahrzeugen überschritten 348 Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit und fuhren mehr als 39 km/h. Dies entspricht einer Übertretungsquote im sanktionierbaren Bereich von 14,1 Prozent.

Ob die örtlichen Gegebenheiten in der Straße Alt-Bornheim Geschwindigkeitskontrollen zulassen, prüft die Stadtverwaltung nach,

Im Bereich des Ortsbezirks 4 hat die Städtische Verkehrspolizei auf der Hanauer Landstraße zwei Standorte für Geschwindigkeitskontrollen mittels des Enforcement-Trailers – zwischen der Schwedlerstraße und der Hugo-Stinnes-Straße und zwischen der Leibbrandstraße und der Schwedlerstraße. Seit der Anschaffung im Juli 2017 wurden bereits sechs Kontrollen in Fahrtrichtung Innenstadt durchgeführt. Der sogenannte Enforcement-Trailer ist mobil und kann laut Hersteller über eine Akkuversorgung mindestens fünf Tage autonom arbeiten. In Fahrtrichtung Ratswegkreisel waren aufgrund der dortigen Baustelle noch keine Kontrollen möglich.Ebenso ist auf der Friedberger Landstraße in Höhe der Friedberger Warte ein Standort für den Enforcement-Trailer. Dort wurden bereits zwei Kontrollen durchgeführt.

Kommentar:

Gut 84 000 Fahrzeuge hat die Verkehrspolizei bei den Kontrollen in Bornheim und im Nordend erfasst. Gut 13 000 Autofahrer waren zu schnell unterwegs. In die Auswertung fallen allerdings nur die, die mehr als 9 Kilometer pro Stunde zu schnell gefahren sind. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass mehr Kontrollen nötig sind. Nicht nur in Tempo-30-Straßen, sondern auch in denen, wo 50 km/h oder mehr gefahren werden darf. Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt. Es gefährdet Menschen, vor allem die ganz jungen und die älteren. Deshalb sind (noch deutlich) mehr Kontrollen nötig.

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