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Für Grundschüler sieht es mit der Betreuung nach dem Unterricht nicht überall rosig aus. Am Frankfurter Berg fehlen Plätze.

Betreuungssituation am Frankfurter Bogen

Für jedes zweite Kind fehlt ein Hortplatz

Berufstätige Eltern sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder in der Grundschule oder in einem Hort am Nachmittag betreut werden. Am Frankfurter Bogen sind die Betreuungsplätze aber knapp. Ändert sich daran nichts, droht manchen Eltern sogar, dass sie den Job kündigen müssen.

Zum nächsten Schuljahr fehlen am Frankfurter Bogen Hortplätze. Auf dieses Problem machten Eltern des Gesamtelternbeirats der Kindertagesstätte Alkmenestraße bei der letzten Sitzung des Ortsbeirats 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) die Stadt aufmerksam.

Fast jedes zweite Kind, sagt Heike Garcia, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, das im kommenden Schuljahr in die Grundschule kommt, finde keinen Hortplatz. Sie hatte vor der Ortsbeiratssitzung vom Stadtschulamt versucht zu erfahren, wie viele Viertklässler den Hort verlassen und wie viele Vorschüler in die Grundschulen nachzögen und somit auf einen Platz angewiesen seien. Da sie die Zahlen nicht erhielt, stellte der Gesamtelternbeirat eine eigene Zählung an. Die Ergebnisse stellte sie auf der Ortsbeiratssitzung vor.

Laut ihrer Zählung kämen rund 100 Grundschüler in die erste Klasse der Liesel-Oesterreicher-Schule und der Theobald-Ziegler-Schule. Dem gegenüber werden wohl am Frankfurter Bogen nur 56 Hortplätze frei. „Für berufstätige Eltern ist das ein riesiges Problem“, sagt Garcia. Sie selbst ist auch davon betroffen. „Ich kann mein siebenjähriges Kind nicht den ganzen Nachmittag unbeaufsichtigt lassen“, sagt sie. „Wenn ich keinen Hortplatz finde, dann muss ich aufhören zu arbeiten.“

Die Theobald-Ziegler-Schule an der Theobald-Ziegler-Straße ist seit dem vergangenen Schuljahr Teil des „Pakts für den Nachmittag“. Dieser ermöglicht eine Betreuung für den Nachmittag bis 17 Uhr. Die Liesel-Oesterreicher-Schule an der Boskoopstraße ist jedoch nicht Teil des Pakts für den Nachmittag. An dieser Schule gibt es zwar Hortplätze und eine erweiterte schulische Betreuung. Diese werde aber erst für Kinder ab der dritten Klasse angeboten, sagt Garcia. Und das auch nur drei mal in der Woche und nur bis 14.30 Uhr. Da Garcia jedoch fünf Tage in der Woche arbeitet, bringe es ihr nichts, selbst wenn Kinder schon ab der ersten Klasse den Hort der Schule besuchen könnten.

Jasmin Misev, Referentin im Frankfurter Bildungsdezernat, will sich demnächst mit dem Gesamtelternbeirat treffen, um nach einer schnellen Lösung zu suchen. Auch mit dem Stadtschulamt stehe sie wegen des Problems im Kontakt. Denkbar sei, die bestehenden Hortgruppen aufzustocken oder gar einen neuen Hort zu eröffnen. „Letzteres lässt sich allerdings nicht so schnell umsetzen“, sagt sie. Sie sei jedoch optimistisch, dass für Preungesheim und speziell für den Frankfurter Bogen das Betreuungsproblem gelöst werden könne.

Durchschnittlich seien in Preungesheim 57 Prozent der Schüler mit einem Betreuungsplatz am Nachmittag versorgt, sagt Misev. Das liege leicht über dem stadtweiten Durchschnitt von 54 Prozent. Betroffene Eltern könnten als Alternative zu einem Hortplatz auf Tagespflegepersonen zurückgreifen. „Vielleicht lässt sich auch eine Fahrgemeinschaft mit anderen Eltern zu einer Betreuungseinrichtung bilden“, sagt sie.

Generell empfiehlt Jasmin Misev Eltern, die auf einen Hortplatz für ihre Kind angewiesen sind, sich an die Infobörse des Stadtschulamtes zu wenden.

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