Wassermotorräder sind in die Kritik geraten, weil es einige Fahrer übertreiben und kräftig Gas geben. Für andere Wassersportler stellt das aber eine Gefahr dar.
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Wassermotorräder sind in die Kritik geraten, weil es einige Fahrer übertreiben und kräftig Gas geben. Für andere Wassersportler stellt das aber eine Gefahr dar.

Innenstadt: Frankfurter Wasser-Rowdys

Jetskis auf dem Main stoppen

  • vonGernot Gottwals
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Wasserschutzpolizei soll Fahrer strenger kontrollieren und Verstöße ahnden

Für Manuel Denkwitz sind Wassermotorräder die Poser auf dem Main: "Vor allem im Sommer geben Jet-Skifahrer mit ihren Manövern an und gefährden mit ihrem Wellenschlag ruhigere Wassersportler", sagt der Ruderer, der Mitglied ist in der Grünen-Stadtteilgruppe des Ortsbezirks 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt). Beschwerden gingen auch bei Grünen-Sprecher Alexander Mitsch und seiner Kollegin Anna Warnke ein. In der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirates 1 wurde nun ein Grünen-Antrag mit dem Ziel verabschiedet, Missachtungen und Verbote bei dieser Wassersportart durch die Wasserschutzpolizei strenger kontrollieren und ahnden zu lassen.

Widerstände gab es von FDP und BFF. Wobei FDP-Sprecher Stephan Korte, selbst Jet-Skifahrer, darauf hinwies, dass die Reglementierungen und Verbote längst nicht so streng seien , wie in dem Antrag formuliert. Die Grünen jedoch legen ihrem Antrag ein grundsätzliches Verbot für das Fahren von Jetskis auf Binnenschifffahrtsstraßen und somit auch zwischen den Staustufen Griesheim und Offenbach zugrunde, wo es demnach keine Fahrstrecke für Jet-Skis gebe.

Der Magistrat soll die Wasserschutzpolizei auffordern, das Verbot von Wassermotorrädern auf dem Main konsequenter durchzusetzen, vor allem an den Wochenenden. Zudem soll geprüft werden, ob weitere städtische und hessische Ordnungskräfte bei der Überwachung der Verbote einbezogen werden können.

"Denn durch wildes und lautes Umherfahren mit Wellenschlag belästigen Wassermotorradfahrer nicht nur die Spaziergänger an den Ufern, sondern gefährden auch andere Wassersportler wie Standup-Paddler", betont Mitsch. "Die Grünen wollen immer alles verbieten, was Spaß macht. Der Main sollte aber für alle da sein, hier sollte das Motto Leben und Leben lassen gelten", hält Korte dagegen. Das Problem mit rücksichtslosen Jetski-Fahrern sei wesentlicher kleiner und die wirklichen Belästigungen oder gar Gefährdungen von Spaziergängern und anderen Wassersportlern durch Jet-Skifahrer kämen an den Anlegestellen im Alltag weitaus seltener vor als dargestellt. "Mir sind in den vergangenen Jahren, seit ich als Sportbootfahrer auf dem Main unterwegs bin, vielleicht zwei mal Wassermotorradfahrer begegnet", sagt Korte.

Auf Wasserstraßen sollte wie im Straßenverkehr die gegenseitige Rücksichtnahme gelten. "Denn anders als von den Grünen dargestellt, erlaubt das Binnenschifffahrtsrecht das Fahren von Wassermotorrädern auch außerhalb besonderer Wasserflächen geradeaus auf Touren oder um geeignete Wassersportflächen zu erreichen", betont Korte.

Das bestätigt Andreas Rieger, Pressesprecher der Wasserschutzpolizei: "Ein generelles Fahrverbot gibt es nicht. Fahrten zu ausgewiesenen Wassermotorradstrecken oder Wanderfahrten mit erkennbarem Geradeauskurs sind erlaubt." Nur punktuelles Umherfahren in Form von Pirouetten und Springen ist auf Wasserstraßen verboten und nur auf Wassermotorradstrecken gestattet.

Allerdings kam es 2020 vermehrt zu Hinweisen an die Wasserschutzpolizei auf wild umherfahrende Wassermotorräder. Verstöße gab es bei Schwerpunktkontrollen meist außerhalb des Stadtgebiets. "Es werden dann Belehrungen und mündliche Verwarnungen ausgesprochen, Bußgelder können sich auf bis zu 200 Euro belaufen", sagt Rieger. Im übrigen sei der Main eine Bundeswasserstraße, die Zuständigkeit für Sicherheit und Umsetzung von Verkehrsregeln liege beim Bund, vertreten durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Main in Aschaffenburg.

Denkwitz findet die Diskussion um erlaubte Ziel- und Wanderfahrten absurd. "Hier handelt es sich um wenige Sonderfälle von langsamen Fahrten etwa zur Anlegestelle. Mit Jet-Ski als Wassersport mit Sprüngen, Pirouetten und sonstigen für Ruderer und Paddler gefährlichen Manövern hat das nichts zu tun." Ausnahmen für solche Fahrten seien derart begrenzt, dass man sehr wohl von einem generellen Verbot sprechen könne. Gernot Gottwals

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