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Jetzt geht’s ins Football-Mutterland

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Von: Katja Sturm

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An uns kommst du nicht vorbei. Zwei Abwehrspieler (rechts) stellen sich dem Ballträger entgegen. Wollen sie ihn stoppen, müssen sie ihm das rote Bändchen (englisch Flag), das er an der Hüfte trägt, abreißen. Körperkontakt ist nicht erlaubt. Daher ist das Spiel schnell , aber nicht so hart wie das Original. FOTO: michael faust
An uns kommst du nicht vorbei. Zwei Abwehrspieler (rechts) stellen sich dem Ballträger entgegen. Wollen sie ihn stoppen, müssen sie ihm das rote Bändchen (englisch Flag), das er an der Hüfte trägt, abreißen. Körperkontakt ist nicht erlaubt. Daher ist das Spiel schnell , aber nicht so hart wie das Original. © Michael Faust

Team des Goethe-Gymnasiums gewinnt NFL-Bundesfinale und fliegt nach Las Vegas

Sie waren die Underdogs, hatten bis zu diesem Schuljahr noch nie Flag Football gespielt. Doch beim Bundesentscheid der NFL-Turnierserie in der körperkontaktlosen Variante des Ei-Sports setzte sich die Auswahl der 7d des Frankfurter Goethe-Gymnasiums Anfang November gegen die stärker eingeschätzte Konkurrenz aus Hamburg, Berlin, Düsseldorf und von Gastgeber München durch. Die sieben Jungen und drei Mädchen dürfen nun gemeinsam mit ihren Lehrern und Trainern Alexander Klooz und Andreas Schalomon zum Weltvergleich nach Las Vegas fliegen und dort im Februar auch den Pro Bowl, das Allstar-Game der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL, miterleben.

Klooz kommt die Erfolgsgeschite seiner Klasse noch immer unwirklich vor. Das erste Kapitel, das Messen mit acht anderen Frankfurter Mannschaften, darunter eine weitere aus der Goethe-Schule, waren die am Ende Siegreichen mit der Einstellung angegangen, einfach nur Spaß haben zu wollen. Doch mit Wille, Ehrgeiz und sehr gutem Zusammenhalt wurden die ersten Erfolge erzielt, und damit stieg auch das Selbstbewusstsein.

„In München haben sie mich gefragt, ob ich glaube, dass sie auch dort gewinnen könnten“, erzählt Klooz. Selbst die erste Niederlage gegen Hamburg habe für kein Tief gesorgt. Im Endspiel feuerten viele Außenstehende die Hessen an. „Die Düsseldorfer sind ein Team, das seit zwei Jahren zweimal in der Woche trainiert“, sagt Klooz. Als Außenseiter ernteten die Goethe-Schüler viele Sympathien und bedankten sich mit einem 21:6-Triumph.

Die Flag-Football-Offensive in deutschen Schulen ist Teil des erhöhten Engagements der NFL hierzulande. Am Sonntag wurde vor fast 70 000 Fans in München das erste Spiel der populären Football-Liga auf deutschem Boden ausgetragen, in den nächsten drei Jahren sind auch zwei Begegnungen in Frankfurt geplant. Flankiert werden die Auftritte der Stars von weiteren Maßnahmen, die die hiesige Begeisterung für die Sportart schüren sollen. Flag Football eignet sich als Einstieg für die jüngere Generation und für gemischte Gruppen, weil es körperlos zugeht.

Auf der Suche nach Neuem

Den Aufruf der Liga für den Schulwettbewerb hörte man am Goethe gerne. „Wir suchen immer nach neuen Projekten, die wir zusätzlich anbieten können“, erklärt Schulleiterin Ute Utech. Als beim Schulsportleiter Ralph Kübler vor den Sommerferien die erste Mail eintraf, kam Schalomon gerade an dessen offener Bürotür vorbei und erklärte sich sofort bereit, die von der NFL offerierte zweitägige Ausbildung zu absolvieren. Bei einem zweiten Anlauf war Klooz dabei.

Beide ersetzten anfangs nur das vom Lehrplan vorgegebene Volleyball durch Flag Football. Nach der Qualifikation für das Bundesfinale kamen zusätzliche Einheiten dazu. Die NFL stellte die gesamte Ausrüstung und entsandte Lorenz Regler, den Kapitän des vorjährigen Europaliga-Siegers Frankfurt Galaxy, und Torsten Grom von den Kelkheim Lizzards als regelmäßige Unterstützer. Klooz, der vorher Football nur aus dem Fernsehen kannte, und sein ebenfalls unerfahrener Kollege arbeiteten sich immer tiefer in die Materie hinein und wählten Spielzüge aus, die zu den Qualitäten der Jugendlichen passten. Der Leistungsgedanke sollte nicht die wichtigste Rolle spielen. Jeder und jede wurde ermuntert, die eigenen Stärken einzusetzen. Die Schüler bestimmten mit, wer zu den Turnieren fahren sollte.

Flag Football soll im Goethe-Gymnasium auch in Zukunft eine Rolle spielen. „Wir haben ja jetzt ein Schulteam“, erklärt Kübler. Dieses soll im Training mit weiteren Mitspielern verstärkt werden. Doch egal, wie gut diese auch sind: Die große Reise sollen diejenigen antreten, die sie sich verdient haben. Katja Sturm

Das Siegerteam

Das Flag-Football-Siegerteam des Goethe-Gymnasiums: Sean Agunos-Hennessy, Levi Salomon Arons, Henri Nicolas Bauer, Tom Botzum, Noah Dernbach, Leopold Graulich, Emilia Koftikian, Emma Kuhnen, Lilianna-Karina Palczewska, Leeam Pfeiffenberger.

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