OB Peter Feldmann (Mitte) freut sich über seine lebenslange Mitgliedschaft bei der Eintracht. Rechts von ihm der frühere Frankfurter Bürgermeister Achim Vandreike, zu seiner Linken die Eintracht-Funktionäre Wolfgang Steubing und Axel Hellmann.
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OB Peter Feldmann (Mitte) freut sich über seine lebenslange Mitgliedschaft bei der Eintracht. Rechts von ihm der frühere Frankfurter Bürgermeister Achim Vandreike, zu seiner Linken die Eintracht-Funktionäre Wolfgang Steubing und Axel Hellmann.

Peter Feldmann wird Mitglied auf Lebenszeit

OB jetzt für immer Eintrachtler

  • vonEnrico Sauda
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Sie sind tausendfach zu hören. Die Steine, die den Eintracht-Fans an diesem Samstagabend nach dem knappen 1:0-Sieg gegen Hannover 96 von den Herzen fallen.

Sie sind tausendfach zu hören. Die Steine, die den Eintracht-Fans an diesem Samstagabend nach dem knappen 1:0-Sieg gegen Hannover 96 von den Herzen fallen. Zwar ist die Situation nicht wirklich besser, denn die Adlerträger stehen auf einem Abstiegsplatz. Aber die gewonnen drei Punkte geben Hoffnung auf mehr. Glück gebracht hat den Adlerträgern wohl auch der Besuch des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann . Der sorgte für mächtig Wirbel in der Vorstandsloge des Vereins. Denn Feldmann kam nicht nur, um der Eintracht die Daumen zu drücken, sondern auch, weil er die lebenslange Mitgliedschaft erhielt. Die überreichte ihm in der Halbzeitpause das geschäftsführende Präsidiumsmitglied Dieter Burkert stellvertretend für Präsident Peter Fischer . Der war nicht im Stadion, sondern im Urlaub, wollte im Ausland „in Würde altern“. Schließlich feierte er vor genau einer Woche seinen 60. Geburtstag. Ebenfalls nicht da und ebenfalls ein Geburtstagskind: Bernd Hölzenbein . Der Weltmeister von 1974 wurde vergangene Woche 70. Doch zurück zu Feldmann und seiner lebenslangen Mitgliedschaft. „Da haben Sie jetzt einen Bund fürs Leben geschlossen“, scherzte Axel Hellmann , Finanzchef der Eintracht. „Für mich ist das eine Riesenehre, weil ich schon seit Teenie-Zeiten Eintracht-Frankfurt-Fan bin“, sagt der Oberbürgermeister. „Die Spiele habe ich früher allerdings von dort verfolgt“, sagt Feldmann und zeigt auf die Fankurve. „Als ich diese Woche davon erfuhr, dass ich diese Mitgliedschaft bekomme, war ich begeistert und überrascht zugleich.“ Dann wird Feldmann sachlich: „Das ist auch eine Verpflichtung“, findet Feldmann, der von einer Sache überzeugt ist: „Selbstverständlich bleiben wir in der Ersten Bundesliga.“ So wie er denken etliche andere auch. Vor allem nach dem Sieg. Aber auch schon vor Anpfiff sagte Hellmann: „Wir bleiben erstklassig. Denn, wenn’s um die Wurst geht, sind wir alle da.“ Etwas differenzierter sieht Wolfgang Steubing , Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eintracht Frankfurt Fußball AG, die Angelegenheit vor dem Match: „Wenn wir heut nicht gewinnen, wird’s schwer.“ Nun ist es nicht einfacher geworden. Jedoch gibt es wenigstens eine „Perspektive“. Gut gelaunt ist Dragoslav Stepanovic , der Kult-Trainer der Adlerträger. „Hoch die Hände, Wochenende“, frohlockt er und gibt sich optimistisch: „Wissen Sie, jede Serie geht mal zu Ende, auch die schlechten.“ Auf ein gutes Ende hofft auch der Profi-Radfahrer John Degenkolb , der vor kurzem schwer stürzte und sich am Finger verletzte. „Ich hoffe, dass wir den Kampf gegen den Abstieg gewinnen und bin hergekommen, um die Mannschaft zu unterstützen“, so der 27-Jährige, der sich vom neuen Trainer Niko Kovac überzeugt zeigt: „Er ist frisch und bringt neuen Wind ins Team“, so der Sportler, der hofft, „in diesem Jahr noch auf mein altes Niveau zu kommen“. Im Stadion trifft Degenkolb auf den „Chef“ aller Radfahrer in Deutschland: Rudolf Scharping . Er ist Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer und geriet vor einigen Wochen in die Schlagzeilen, weil er sich nach 13 Jahren von seiner Frau Kristina Gräfin Pilati von Thassulzu Daxberg trennte. Doch an diesem Nachmittag spielt das keine Rolle, wichtig ist, was auf dem Rasen passiert. Auch Scharping denkt, dass die Eintracht die Klasse hält, „weil sie Erfahrung im Abstiegskampf hat und hier alle die Nerven behalten“. Erfahrung im Abstiegskampf hat auch der neue Intendant des Hessischen Rundfunks (hr) Manfred Krupp . „Ich war damals bei dem Spiel gegen Kaiserslautern dabei und habe das Jan Åge Fjørtoft-Tor miterlebt – und seitdem gebe ich die Hoffnung auf den Klassenerhalt niemals auf.“ Krupp war nicht allein in die Loge der Stadt gekommen, sondern mit Tochter Nora Schmidbaur. „Ich gehe seit zehn Jahren mit ihm ins Stadion. Das ist so unser Vater-Tochter-Ding.“

(es)

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