"Schwarz auf grün" heißt Caroline Bosbachs politisches Buch. Sie habe es bewusst ohne ihren Vater, den CDU-Haudegen Wolfgang Bosbach, geschrieben, sagt sie.
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"Schwarz auf grün" heißt Caroline Bosbachs politisches Buch. Sie habe es bewusst ohne ihren Vater, den CDU-Haudegen Wolfgang Bosbach, geschrieben, sagt sie.

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Jetzt schreibt sie auch noch: Caroline Bosbach macht in ihrem Buch die wirre Welt klar

  • VonEnrico Sauda
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Tochter des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach veröffentlicht ihr Erstlings-Werk "Schwarz auf grün"

Neun Monate hat's gedauert, dann war "Schwarz auf grün", das Buch, das Caroline Bosbach jüngst veröffentlicht hat, fertig. "Meine Motivation ist es gewesen, im Superwahljahr 2021 ein Buch zu schreiben, das jeder verstehen soll, auch diejenigen, die sich nicht so wahnsinnig viel mit Politik beschäftigen", sagt die Schriftstellerin, jüngste Tochter des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach . Geschrieben hat sie's übrigens bewusst nicht mit ihrem Vater, sondern mit Professor Torsten Weber , der sich an der CBS International Business School unter anderem mit nachhaltigem Konsumentenverhalten beschäftigt.

Um über ihr Erstlingswerk zu sprechen, hat sich die 31-Jährige ein Café in der Nähe des Musikantenwegs ausgesucht. Sie bestellt einen Cappuccino und eine Apfelschorle und redet über "Schwarz auf grün". Gewählt haben die beiden Autoren die Dialogform. Nicht zwischen sich, sondern es sind Gespräche mit Passanten. Das Buch ist verfasst wie ein Drehbuch, das Szenen und Begegnungen beschreibt. "Erzählt wird, wie eine junge Frau, Caroline Bosbach, die Ideen einer zukunftsfähigen Republik umsetzen will. Wir erleben, wie sie mit Wählerinnen und Wählern über deren Sorgen und Bedenken spricht, wie sie sich gegen Medien, gegen Politikfreunde und Politikfeinde, gegen Meinungen und Widerstände behaupten muss. Torsten Weber unterstütze sie dabei, indem er Meinungen sichte, Fakten einordne und den Blick auf die Zukunft richte, steht am Anfang zu lesen.

"Wir haben uns gefragt, was wir gerne selber lesen würden. So ist dann dieser Drehbuch-Stil entstanden. Und mit ihm die verschiedenen Szenen, die allerdings viel mehr Dokumentation als Fiktion sind", beschreibt Caroline Bosbach, warum sie sich für diese Form entschieden haben. "Die Form ist unterhaltsam und szenisch und wir hoffen, dass wir die zum Teil doch ziemlich komplexen Themen gut verständlich aufbereitet haben."

Was die Autoren sagen wollten, kann so auf den Punkt gebracht werden: "Es ist nicht alles Gold, was grün glänzen möchte." Ihr kam es auf den konsequenten Austausch zwischen Politik und Wissenschaft an. "Panikmache und Weltuntergangsstimmung helfen uns nicht weiter. Damit löst man keine Generationenaufgabe wie die Klimakrise", da ist sie sich sicher. "Mein Anspruch ist es nicht gewesen, diese Themen auf hohem Niveau zu diskutieren, sondern sie verständlich aufzubereiten. Weil Politik nur mit den Menschen zusammen gemacht werden kann. Dafür müssen sie diese allerdings verstehen können."

Und so streifen die Autoren ziemlich viele Themen: von Generationengerechtigkeit übers Klima bis hin zum Konsumverhalten. Viel Platz zur Vertiefung ist da nicht, eher kommt er wie ein Schnelldurchlauf daher, der Anspruch Bosbachs, die relevanten gesellschaftspolitischen Themen zu bündeln. Sie findet: "Genauso so ein Buch hat auf dem Markt gefehlt."

Das Schreiben, räumt sie ein, sei teilweise schon "ganz schön mühsam gewesen. Du musst dich ja abends nach der Arbeit dazu noch motivieren. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es nötig war", sagt sie. "Es ist alles hochkomplex. Die Informationsflut nimmt täglich zu, und wir haben eine hochgradig heterogene Gesellschaft. Auf der einen Seite die bürgerliche Mitte, der Nachhaltigkeit zwar wichtig ist, die aber auch finanzielle Sicherheit braucht und pragmatische Lösungen sucht. Und auf der anderen Seite die doch zum Teil sehr radikalisierten jungen Menschen, die Forderungen haben, die für die arbeitende Mittelschicht etwas weltfremd sind." Politikverdrossenheit, die sehe sie bei den meisten nämlich nicht. Gern würde sie "Schwarz auf grün" verfilmt sehen. "Du kannst Informationen noch besser verarbeiten, wenn du sie siehst. Und dieser Sommer bietet dazu viel Stoff - Stichwort: Wahlkampf", so Caroline Bosbach, die Wahlkampfleiterin für die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina Wissmann ist.

Ihr Buch, das sei noch erwähnt, kommt an. Bevor es überhaupt auf den Markt kam, musste bereits die zweite Auflage gedruckt werden.

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