"Boomwhackers", bunte Röhren aus Plastik, eignen sich ganz wunderbar als Rhythmusinstrumente. Und die muntere Percussion-Dozentin Anne Breick (re.) zeigt den Schülern der Fürstenbergerschule, wie viel Power diese Instrumente aus der Gruppe der Idiophone so haben: Tschaka-boom!
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»Boomwhackers«, bunte Röhren aus Plastik, eignen sich ganz wunderbar als Rhythmusinstrumente. Und die muntere Percussion-Dozentin Anne Breick (re.) zeigt den Schülern der Fürstenbergerschule, wie viel Power diese Instrumente aus der Gruppe der Idiophone so haben: Tschaka-boom!

Frankfurter Musiktage

Jetzt wird’s laut in den Klassen

Die Klasse 9b der Fürstenbergerschule im Westend läutet die Frankfurter Musiktage mit ordentlich Krach ein: Percussion-Dozentin Anne Breicks Workshop bringt die Kinder ihrem inneren „Groove“ näher. Wie Breick werden anlässlich der neunten Frankfurter Musiktage rund 400 Profi-Musiker und Musiklehrer in die Schulen geschickt, um das Eis zwischen Kindern und Musik zu brechen.

Von Wilke Bitter

„Sadaf, du bist dran, gib uns einen Rhythmus!“, ruft Anne Breick dem Mädchen aus der 9 b zu. Sadaf, die in ihrer Freizeit gerne singt, überlegt nicht lange und im nächsten Augenblick trommelt und klatscht die Realschülerin einen stampfenden Hip-Hop-Rhythmus auf ihren Beinen, ihrem Brustkorb und mit den Händen. Breick, Dozentin für Rhythmik und Percussion an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, nimmt den Rhythmus auf der Cajon, einer Trommelbox, auf. In Windeseile macht die ganze Klasse mit – der „Beat“ ist einfach ansteckend. „Das ist gar nicht so schwer, Menschen zum Rhythmus zu bringen“, sagt Breick später lachend, „man muss nur herauskitzeln, was drinsteckt.“

Auf Plastikröhren trommeln

Breick besucht nach der Fürstenbergerschule im Mai noch drei andere Schulen mit ihrem Percussions-Workshop. Sie ist Teilnehmerin der „9. Frankfurter Musiktage“ im „Musik Monat Mai“ der Sparkasse Frankfurt und der Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen in Kooperation mit 35 Musikinstitutionen. Dabei werden knapp 400 Hochschul-Musikdozenten und Musiker von Frankfurter Jazz-Combos bis hin zu Kammerensembles aus der Alten Oper rund 40 Frankfurter Schulen besuchen. Sie bieten Workshops, regen Kinder zum Musizieren an und zeigen, wie Profi-Musiker arbeiten.

Ohne Routine, aber mit erstaunlicher Leichtigkeit trommeln die Kinder der 9 b jetzt schon den nächsten Rhythmus unter Dirigentin Breick, diesmal auf den „Boomwhacker“-Plastikröhren. Die hat sie mitgebracht.

Um die Frage, welcher Musikdozent der Hochschule oder welches Instrumental-Ensemble an welche der 35 teilnehmenden Schulen geschickt werden soll, kümmerte sich Anselma Lanzendörfer, Projektleiterin an der Musik- und Kunsthochschule. Sie sagt: „So wie hier an der Fürstenbergerschule konnten wir uns bei der Zuteilung auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre stützen. Viele Schulen äußerten Wünsche und den Rest hatten wir auch schnell verhandelt.“

Tropfen auf heißen Stein

Hans Werner Jorda, Schulleiter der Fürstenbergerschule, und Musiklehrerin Marika Wagner-Neubert freuen sich, dass die Kooperation mit der Trommeldozentin Breick bereits zum neunten Mal glückte. „Das Tolle an der Percussionmusik ist ja, dass man kaum Hilfsmittel braucht und trotzdem in der Gruppe improvisieren kann, wenn man aufeinander achtet“, sagt Wagner-Neubert. Zwar steht im Musikraum der Schule ein Flügel und befinden sich ein Schlagzeug und diverse andere Instrumente im Lager. An anderen Schulen der Stadt finde man jedoch nicht einmal ein Klavier, kritisiert Musikhochschulpräsident Thomas Rietschel. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kann Rietschel da nur zustimmen – die Frankfurter Musiktage für Schulen seien in musikpädagogischer Hinsicht trotz aller Mühen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Obwohl es ganz unabhängig von der Schulform sehr entscheidend ist, dass man den Kindern Artikulationsmöglichkeiten vermittelt – ob das nun der Deutschaufsatz oder ein im Workshop ausgegrabenes Talent zur Bühnenperformance ist, ist ja erst mal zweitrangig“, sagte der OB.

Knapp 3000 Schüler erreicht

Den Initiatoren und 35 teilnehmenden Musikinstitutionen dankte Feldmann: Sie brächten knapp 3000 Schüler an 40 Schulen der Musik näher.

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