Wieder ein Einsatz geschafft! Die Jugendlichen freuen sich nach dem ?Scheunenbrand? auf eine kurze Pause zum Durchschnaufen.
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Wieder ein Einsatz geschafft! Die Jugendlichen freuen sich nach dem ?Scheunenbrand? auf eine kurze Pause zum Durchschnaufen.

Nachwuchs für die Seckbacher Feuerwehr

Jugend schiebt 24-Stunden-Dienst

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Menschen retten, Feuer löschen und Keller auspumpen – das sind für Feuerwehrleute Alltagssituationen. Die Freiwillige Feuerwehr Seckbach will auch ihren Nachwuchs früh an diese Aufgaben gewöhnen und bat zur 24-Stunden-Schicht.

„So ein Tag in Feuerwehrschuhen kann ganz schön anstrengend sein.“ Das ist das Fazit von acht Jugendlichen, die dieses Wochenende auf der Wache der Freiwilligen Feuerwehr Seckbach verbracht haben, um einmal nachzufühlen, was es bedeutet, eine Wochenendschicht bei der Berufsfeuerwehr zu übernehmen. Die Feuerwehrleute kommen dann ebenfalls 24 Stunden lang kaum aus ihren Schuhen heraus, denn Arbeit gibt es für sie genug.

Den Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren war das spätestens klar, als nach „Dienstbeginn“ am Samstagmorgen die Funktionen und Einheiten eingeteilt wurden. Pro Fahrzeug wurde ein sechsköpfiges Team zusammengestellt, das ausrücken sollte, wenn die Einsatzleiter zu einem neuen Notfall riefen. Zu vier Nachwuchs-Wehrleuten kamen je Team noch zwei Erwachsene, deren Aufgabe es unter anderem war, die Feuerwehrautos zu fahren, die die Junioren zu ihren Einsätzen bringen sollten. Diese waren selbstverständlich extra für diesen Übungsdienst inszeniert.

Alltag in der Wache

Dieser umschließt bei den Großen wie bei den Kleinen nicht nur Rettungs- und Hilfseinsätze, sondern auch den gemeinsamen Alltag auf der Wache. Vom Mittag- und Abendessen zubereiten über den gemeinsamen Dienstsport verbringen Feuerwehrleute den gesamten Tag zusammen. Das war einer der Gründe, warum die gemeinsame Schicht auch für die Jugendlichen eine wichtige Erfahrung war: „Ein 24-Stunden-Dienst schweißt ordentlich zusammen und hilft auch, dass alle in Zukunft besser zusammenarbeiten“, erklärt Jugendwart Christoph Gauderer, der das Wochenende gemeinsam mit einigen Kollegen vorher geplant und schließlich in die Tat umgesetzt hat.

Für die Jugendfeuerwehr Seckbach ist es der zweite Dienst dieser Art, bereits 2009 – ein Jahr nachdem sich die jüngste Jugendfeuerwehr der Stadt gegründet hatte – wurde dem Feuerwehrnachwuchs die Chance gegeben, den Feuerwehr-Ernstfall zu erproben. „Eine Veranstaltung dieser Größe zu organisieren ist immer wieder ein Heidenaufwand“, sagt Gauderer, der trotzdem darüber nachdenkt, bereits im nächsten Jahr wieder eine 24-Stunden-Übung für den Nachwuchs zu organisieren.

Von wegen uncool

Manuele (10) und Marcel (12) würde das freuen. Sie gehören zu den Jüngsten der Gruppe und hatten mächtig Spaß an den verschiedenen Einsätzen. Während Marcels Einsatzteam bereits kurz nach Beginn des Trainingstags in einen Garten fuhr, um einen Schacht leerzupumpen, musste sich Manueles Trupp bis zum ersten Einsatz eine ganze Weile gedulden. Nach dem Mittagessen schließlich wurden beide Trupps gemeinsam losgeschickt, zu einem „Brand“ an einer Scheune, wo eine Rauchmaschine die Sicht beim „Löschen“ ganz schön erschwerte,

Gerade der Einsatz am Schlauch machte den Jüngsten großen Spaß, aber sie müssen sich noch einige Jahre gedulden, bis sie als junge Männer bei echten Einsätzen mitfahren dürfen. Eigene Ausrüstung, Helm, Schutzkleidung und Schuhe haben aber auch die Jugendwehrleute schon parat. Sie sind stolz auf ihr Hobby, selbst wenn es manche Gleichaltrige belächeln. Darauf haben die beiden Teenager aus Frankfurt aber eine einfache Antwort parat: „Wenn du mal meine Hilfe brauchst, wirst du schon noch sehen, wie wenig cool ich als Feuerwehrmann bin“, sagt Manuele seinen Mitschülern immer wieder und lässt sich von seinem Wunsch, eines Tages wirklich Leben zu retten, nicht abbringen.

Für die 17-jährige Jenny und den 16-jährigen Michael geht dieser Wunsch bald in Erfüllung. Jenny war schon kurz nach ihrem 17. Geburtstag bei der vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchung und absolviert nun einen Erste-Hilfe-Kurs. Auch Michael hat das Mindestalter für Freiwillige Feuerwehrleute bald erreicht und freut sich schon auf seinen ersten richtigen Einsatz.

Bis es so weit ist, ging es am Sonntag für sie noch zu weiteren Übungen. Zwei Erste-Hilfe-Einsätze: Im Huthpark musste eine bewusstlose Person behandelt, an einem Hang an der Autobahn ein verletzter Bauarbeiter geborgen werden. Michael und Jenny sind sich einig: „So viel Spaß so ein Wochenende auch macht, nach vielen Jahren bei der Jugendfeuerwehr will man auch irgendwann zu denen gehören, die Verantwortung übernehmen.“

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