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Moritz (Mr. X), Francesco, Quentin und die Praunheimer Betreuer Benjamin Hinze und Chiara an der Hauptwache.

Auf der Jagd nach Mister X

Jugendfeuerwehr erobert Frankfurter Bahnen und Busse

110 Vier- bis 17-Jährige mischten am Samstag das Frankfurter Verkehrsnetz auf. Beim Strategiespiel „Frankfurt Yard“ traten 17 Detektiv-Teams auf der Suche nach Mister X gegeneinander an.

Während die meisten Kinder ihre Herbstferien am liebsten auf Spielplätzen, auf dem Sofa oder im Urlaub verbringen, hieß es für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr am Samstag: Verbrecherjagd. In Bussen, S- und U-Bahnen suchten die Kids nach dem geheimnisvollen „Mister X“, den viele von ihnen bislang wohl nur aus dem Brettspiel „Scotland Yard“ kannten. Im Gegensatz zum Brettspiel konnten die jungen Detektive aber Jagd auf gleich vier Verbrecher machen, was die Erfolgschancen der einzelnen Teams etwas erhöhte. Doch leicht machten die Gejagten es ihren Jägern nicht, sie hüpften von einer Bahn in die nächste und leiteten die Jugendlichen so von einem Ende Frankfurts zum anderen.

Die angehenden Feuerwehrfrauen und -männer hatten sich zu Beginn in 17 fünf- bis achtköpfige Teams eingeteilt und überlegten sich gemeinsam eine Taktik. Denn darum ging es bei dem Strategiespiel: Die Gruppen sollten gemeinsam an einem Strang ziehen, ihre nächsten Schritte immer miteinander besprechen und ihren „Schlachtplan“ schließlich erfolgreich umsetzen. „Kommunikation ist bei der Suche das A und O“, weiß Michael Waldhäuser, Jugendfeuerwehrwart und Betreuer des Suchtrupps Praunheim. Er fügt jedoch hinzu, dass nicht nur Taktik und eine gute Gruppendynamik zum Ziel führe, sondern auch eine Menge Glück dazugehöre. Über eine eigens errichtete Webseite bekamen die Teams alle 15 Minuten die Standorte der Flüchtigen angezeigt. „Aber in 15 Minuten kommt man vom Nordwestzentrum bis zur Hauptwache. Wir wissen also im Grunde nie, wo sich gerade ein ’Mister X’ befindet“, erklärt er. „Deshalb müssen wir auch versuchen, ihnen entgegenzufahren, dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass wir einen treffen“, ruft Francesco (16) seinem Betreuer zu.

Francesco wurde zu Beginn zum Gruppenleiter ernannt und hat in seiner Gruppe das Ruder in der Hand. Nicht nur weil er der Älteste im Bunde ist, sondern auch, weil er die Suche nach Mister X schon mehrmals mitgemacht hat. „Ich bin seit über sechs Jahren bei der Jugendfeuerwehr, ich weiß schon ungefähr, wie man am besten anfängt zu suchen. Eigentlich ist es gar nicht schwer“, erzählt er. Sein Handy hat er immer in der Hand, die Webseite, auf der die Gruppen Tipps kriegen, aktualisiert er ständig. Und sobald sich etwas tut, heißt es sofort: Köpfe zusammenstecken.

Für Michael Waldhäuser sind das die besten und lohnendsten Momente seiner Arbeit als Betreuer. „Alter, Geschlecht oder Herkunft spielen für die Jugendlichen überhaupt keine Rolle, sie arbeiten als Team zusammen und nähern sich gemeinsam Schritt für Schritt dem Ziel, das ist einfach toll mit anzusehen und im Endeffekt Kern unserer Arbeit“, sagt er. Und auch für Erin ist die Teamarbeit der Grund, warum sie bei der Jugendfeuerwehr aktiv ist. „Ich bin schon seit ich vier Jahre alt bin bei der Feuerwehr. Erst war ich bei den Minis und jetzt in der Jugendfeuerwehr. Wir unternehmen viel, das macht einfach immer Spaß“, erzählt die 12-jährige Schülerin.

Am Ende des erlebnisreichen Tages kamen die etwa 110 Kinder und ihre Betreuer im Gerätehaus der Feuerwehr Sachsenhausen zu einem gemeinsamen Abendessen zusammen. Bei der Siegerehrung gewann das Team Praunheim und bekam passend zur Detektivjagd das Brettspiel „Scotland Yard“ geschenkt. Doch auch die restlichen Teams sollten nicht mit leeren Händen nach Hause gehen. „Es bekommt jeder ein kleines Geschenk, schließlich haben auch alle vollen Einsatz gezeigt und starke Teamarbeit geleistet“, so Waldhäuser. Nun steht den angehenden Feuerwehrfrauen und -männern die nächste, große Übung bevor: In der letzten Oktoberwoche werden alle Stadtteile ein Team von acht Jugendlichen bilden, um bei der Herbstabschlussübung ihr Können als Feuerwehrleute unter Beweis zu stellen.

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