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Pfarrer Werner Otto (re.), Eva-Maria Weining und Florian Behrens gestalten nicht nur den Alltag in der Jugendkirche, sondern haben auch das Festprogramm vorbereitet.

Katholisches Projekt „Jona“

Die Jugendkirche wird 10 Jahre alt

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Die katholische Jugendkirche Jona erinnert in ihren Gottesdiensten und Feiern zum zehnten Geburtstag an schöne und beglückende Momente- und an ein erfolgreiches Konzept, das einst aus dem Ruhrgebiet kam.

Wer in diesen Tagen durch die Jugendkirche Jona geht, trifft allerorten auf grüne Bäume, pralle Äpfel und bald auch auf süße, üppig dekorierte Torten. „Jona Paradise. Feiert mit uns zehn paradiesisch schöne Jahre!“ lautet das Motto zum 10. Geburtstag, der heute mit einem feierlichen Empfang mit Vernissage beginnt: Der rote Teppich wird ausgerollt, Jugendliche erinnern mit einer Performance und Fotoausstellung an Taizé-Gottesdienste, Feiern, Freizeiten oder Theaterprojekte wie „Die zehn Gebote“ mit der Carl-Schurz-Schule. Und zum Jubiläumsgottesdienst am 31. Mai um 18 Uhr mit Weihbischof Thomas Löhr verwandelt sich die Kirche Sankt Bonifatius mit Rollrasen sogar fast in einen Garten Eden.

„Das ganze Programm mit all seinen Überraschungen werden wir jetzt freilich noch nicht verraten“, sagt Werner Otto, Stadtjugend- und Gemeindepfarrer in Sankt Bonifatius. „Doch überall geht es darum, an all die schönen und beglückenden Momente zu erinnern, die wir mit unseren Jugendlichen in den vergangenen zehn Jahren erlebt haben“, betont der Jugendbildungsreferent Florian Behrens. Momente, in denen sich die jungen Leute vielleicht wirklich etwas im Paradies gefühlt haben oder aber etwas Bleibendes und Nachhaltiges für ihr Leben mitgenommen haben – in Anlehnung an den Lebensbaum im Garten Eden.

In der Woche bis zum Festgottesdienst lohnt ein Besuch im Jugendcafé Orca, wo Paradiescocktails, Entspannungsecken und weitere Überraschungen auf die Besucher warten. Und damit das Büfett zur Paradise-Party nach dem Gottesdienst auch gut gefüllt ist, lädt die Jugendkirche zu einem Workshop am Samstag, 30. Mai, von 10 bis 16 Uhr ein, um die Geburtstagstorten für das Jubiläum zu backen (Teilnahmegebühr 10 Euro, Anmeldung unter info@jugendkirche-jona.de oder 24 75 75 10).

Ein Erlebnis wird auch der Gottesdienst selbst, zu dem wie üblich das Segel vor dem Hochaltar aufgespannt und der so entstandene innere Raum mit einem Altar in der Mitte kreisförmig bestuhlt wird. So entsteht ein Raum der Geborgenheit, der für abendliche Andachten und Feiern auch effektvoll mit Licht in Szene gesetzt werden kann. Workshops, Freizeiten und gemeinsame Veranstaltungen mit den umliegenden Schulen runden das Programm ab.

Bei einem Jahresetat von 300 000 Euro, der größtenteils für Miete und Personalkosten für 13 Mitarbeiter ausgeschöpft wird, ist der Jugendpfarrer auf Kooperationspartner angewiesen. Anders als bei der evangelischen Jugendkulturkirche Sankt Peter bleibt die Bonifatiuskirche weiterhin Gemeindekirche, der zuständige Jugendpfarrer betreut zugleich die gleichnamige Großpfarrei. Doch das Besondere hierbei ist, dass sich die Gemeinde Sankt Bonifatius bewusst für die Jugendkirche Jona entschieden hat. Entstanden ist die Idee zunächst aus der Vorgabe „Sparen und Erneuern“ des Bistums Limburg, mehrere katholische Jugendämter durch eine zentrale Kultureinrichtung zu ersetzen. „Doch während wir noch nach einer geeigneten Kirche dafür gesucht haben, hat sich unsere Gemeinde sehr bewusst mit dem Konzept beschäftigt und sogar ein Vorbild dafür gefunden.“ Denn 2000 entstand in Oberhausen bereits die erste katholische Jugendkirche in Deutschland. „Vieles hat sich eigenständig entwickelt, auch der Name nach dem von Gott geprüften Propheten Jona.“

Trotzdem gab es in Sankt Bonifatius und in den Nachbarpfarreien auch kritische Stimmen zur gemeinsamen Nutzung als Jugend- und Gemeindekirche. So nahm ein Pfarrer der Deutschordenskirche Anstoß daran, dass sich Jugendliche in einem katholisch geweihten Raum während eines Gottesdienstes im Kirchenraum wie von einer Kletterwand abseilten. „Wir achten den Kirchraum und seine Grenzen, Partys mit Essen und Trinken gibt es deshalb in Sankt Bonifatius nicht“, betont Otto. Außerdem seien das Segel, der Altar in der Kirchenmitte und die Bestuhlung flexible Elemente, die für die klassischen Gottesdienste entfernt werden können.

Heute, so betonen Otto und Behrens, wolle die Gemeinde die Jugendkirche mit rund 60 engagierten Jugendlichen gar nicht mehr missen. „Viele der Jugendlichen können sich später in der Gemeinde als Helfer oder Betreuer einbringen“, sagt Otto. So auch bei dem neuesten Projekt der Jugendkirche „Jona Vision“, das Schülern Religionskurse anbieten will.

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