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Autorin Julia Mantel vor der Ausstellungshalle in der Schulstraße in Frankfurt, wo sie aus ihrem neuesten Buch ?Der Bäcker gibt mir das Brot auch so? vorlas.

Neues Buch

Julia Mantel: eine Dichterin in Zeiten des Internets

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Julia Mantel dichtet gerne, ihr drittes Werk hat die Wahl-Frankfurterin jetzt veröffentlicht. 65 Gedichte hat sie darin aufgeschrieben, gesammelt in den vergangenen sieben Jahren. „Der Bäcker gibt mir das Brot auch so“ lautet der Titel ihres neuen Buches.

Nach und nach trudeln die Zuhörer ein. Sie versammeln sich erst vor der Ausstellungshalle 1a in der Schulstraße in Sachsenhausen. Es gibt Alkoholisches und Brot sowie Bilder und Bücher. Doch nicht nur das. Denn an diesem Abend trägt dort die Frankfurter Dichterin Julia Mantel aus ihrem neuesten Buch mit dem Titel „Der Bäcker gibt mir das Brot auch so“ vor.

65 Gedichte versammelte sie in diesem feinen Band, der beim Verlag Edition Faust erschienen ist. „Das ist ein ziemlicher Wust“, findet Julia Mantel. „Die Gedichte sind teilweise schon älter“, sagt die 43-Jährige, die aus Kriftel stammt und über Umwege über Lüneburg, wo sie studierte, und Hamburg, wo sie einige Zeit lebte, „zurück“ nach Frankfurt kam. Genauer gesagt nach Sachsenhausen, wo sie nun lebt, schreibt, denkt, arbeitet und ausgeht.

Inzwischen fühle sie sich in der Mainmetropole auch wohl. Anfangs sei das gar nicht so gewesen. Hier seien alle so „busy“ (geschäftig) gewesen und „hatten viel Geld oder gar keines. Ich fand, es war eine ziemlich harte Stadt“. Doch nun steht für sei eines fest, dass sie bestimmt noch für die nächsten zehn Jahre hier bleiben möchte.

Bei den Gedichten handele es sich um Verse aus den Jahren 2011 bis 2018, „mit viel Doppeldeutigkeit und Doppelbödigkeit“, schildert Julia Mantel, die gelernte Kuratorin ist. „Und ich habe mich auch viel mit prekären Lebenssituationen auseinandergesetzt darin“, so die Dichterin, die mit „Der Bäcker gibt mir das Brot auch so“ ihren dritten Gedichtband vorlegte. „Die zwei vorhergehenden kamen bei ,Fixpoetry’ heraus“, berichtet Julia Mantel. Bei „Fixpoetry“ handelt es sich um eine Plattform für Literatur im Internet.

„Kein Medium ersetzt ein anderes“, antwortet Julia Mantel auf die Frage, warum sie in Zeiten des Internets Gedichtbände veröffentlicht. Nun ist ihr neuester Band im Umlauf, und sie fühle sich, „als hätte ich eine Geburt hinter mir“. Seit dem Jahr 1999 verfasst Julia Mantel Lyrik und will auch künftig welche schreiben. „Das Schreiben kann ich nicht forcieren und steuern. Es gibt auch keine Faustregel, nach der ich schreibe“, schildert die 43-Jährige, wie und wann sie ihre Verse verfasst. Sie liest auch viel Lyrik, sammelt so Material. Dabei ist sie sich über eine Tatsache bewusst: „Lyrik schreiben ist wie Synchronschwimmen.“

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