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Julius Bär profitiert vonBörsen-Boom

  • Panagiotis Koutoumanos
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Vermögensverwalter steigert Gewinn und erhöht Dividende

Frankfurt. Der kräftig gestiegene Wertpapier-Handel ihrer vermögenden Kunden sowie deutliche Kostensenkungen haben der Zürcher Privatbank Julius Bär im vergangenen Jahr einen kräftigen Gewinnanstieg beschert. Wie der Vermögensverwalter am Montag bekanntgab, ist sein Nettogewinn um 50 Prozent auf 698 Millionen Franken (645,2 Mio. Euro ) geklettert. Das verwaltete Vermögen stieg um 1,8 Prozent auf 434 Milliarden Franken.

Der Gewinn wäre noch höher ausgefallen, wenn Julius Bär nicht mit Altlasten zu kämpfen gehabt hätte: Auf den italienischen Vermögensverwalter Kairos, den Bär vor drei Jahren komplett übernommen hatte - hat die drittgrößte Schweizer Bank 190 Millionen Franken abschreiben müssen. Hinzu kamen Rückstellungen von 73 Millionen Franken, die Julius Bär im November bildete, nachdem sich die Bank mit dem US-Justizministerien im Fifa-Korruptionsfall geeinigt hatte. In dem Fall hatte sich ein argentinischer Mitarbeiter von Julius Bär 2017 in New York schuldig bekannt, Zahlungen eines Sportmarketing-Unternehmens an Fifa-Offizielle verwaltet zu haben.

"Die Aufarbeitung der Vergangenheit hat für uns eine sehr hohe Priorität in den vergangenen Jahren gehabt", sagte Konzernchef Philipp Rickenbacher am Montag. In den zwei Jahren seiner Amtszeit sei das Risiko-Management der Bank grundlegend reformiert worden. Nun sei er zuversichtlich, dass Julius Bär in diesem Jahr doch noch größere Übernahmen erlaubt würden. Im Februar 2020 hatte die Schweizer Finanzmarkt-Aufsicht Finma dem Institut wegen seiner Verstöße gegen Geldwäsche-Bestimmungen sowie systematischer Mängel beim Risikomanagement größere Übernahmen für 2021 verboten. Dabei ging es nicht nur um den Korruptionsfall bei der Fifa: Die beiden Ex-Vorstandschefs Boris Collardi und Bernhard Hodler waren von der Finma formell gerügt worden für ihre Rollen im Geldwäsche-Skandal um Venezuelas staatliche Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela.

Angesichts des guten Ergebnisses will Julius Bär die Dividende nun um 17 Prozent auf 1,75 Franken je Aktie erhöhen. Außerdem plant die Bank, ein neues, einjähriges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 450 Millionen Franken. Der Rückkauf werde voraussichtlich im März starten, hieß es.

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