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Wer die Wahlplakate der Jungen Union (im Vordergrund) nicht auf Anhieb versteht, sollte die Slogans laut lesen. Dann fällt der Groschen. Foto: Holger Menzel

OB-Wahl

Junge Union erntet Spott für Anti-Feldmann-Plakate

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Mit originellen Plakaten will die Junge Union (JU) die CDU-Kandidatin Bernadette Weyland bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am 11. März unterstützen.

Mit originellen Plakaten will die Junge Union (JU) die CDU-Kandidatin Bernadette Weyland bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am 11. März unterstützen. Doch die Motive, die auf dem Wortspiel „Feldmann – fällt man“ basieren, stoßen im Internet auf Unverständnis und Spott. „Nicht einmal komisch, sondern ziemlich dümmlich“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Und ein anderer gestand: „Musste es dreimal lesen, bis ich verstand, wie man das verstehen soll.“ SPD-Anhänger freuen sich, dass der Name ihres Kandidaten nun auch auf den Plakaten der Konkurrenz zu lesen ist. „Das ist das Beste, was Peter passieren kann“, meint der ehrenamtliche Stadtrat Eugenio Muñoz del Rio.

Der JU-Kreisvorsitzende Martin-Benedikt Schäfer verteidigt die Plakate. Es gebe unterschiedliche Reaktionen, aber sie würden auf jeden Fall Aufmerksamkeit erzeugen. Durch den Slogan „Wir wollen Weyland“ sei klar, wofür sie werben.

Mittlerweile ist klar, dass Grüne und FDP für keinen der beiden werben. Sie empfehlen ihren Anhängern, ihre Wahlentscheidung von inhaltlichen Kriterien abhängig zu machen. Die Grünen haben entgegen der ursprünglichen Absicht nun doch nicht die beiden Stichwahlkandidaten zu ihrer Mitgliederversammlung am heutigen Mittwoch eingeladen. „Wir brauchen mehr Zeit, um das Wahlergebnis für uns zu analysieren“, sagte Vorstandssprecherin Beatrix Baumann. Der Kreisvorstand werde ein Papier mit inhaltlichen Kernpunkten vorlegen, an denen die Grünen die beiden Bewerber messen wollen. Eine Wahlempfehlung werde es nicht geben.

Auch die FDP, die mit keinem eigenen Kandidaten ins Rennen gegangen war, wird sich voraussichtlich nicht auf Feldmann oder Weyland festlegen. Das will der Kreisvorsitzende Thorsten Lieb dem Kreisvorstand vorschlagen. Liberal denkende Wähler sollten ihre Entscheidung „von den Konzepten der beiden Kandidaten zu den entscheidenden Zukunftsfragen Frankfurts abhängig machen“. Lieb nannte die Weiterentwicklung Frankfurts als Digital- und Kreativhauptstadt, die Beschleunigung des Schulbaus, Lösungen für das Wachstum der Region und Rezepte gegen die wachsende Verschuldung der Stadt.

Die Linke ist mit beiden Bewerbern nicht zufrieden. „Deshalb haben wir eine eigene Kandidatin aufgestellt“, heißt es in einem am Montagabend von der Mitgliederversammlung gefassten Beschluss. Dennoch sei Feldmann die bessere Wahl, da mit Weyland selbst die kleinen unter Feldmann erzielten Fortschritte wie der Mietenstopp bei der städtischen ABG gefährdet wären. „Um keine Politik des Rückschritts für Frankfurt zu riskieren, rufen wir dazu auf, für Peter Feldmann zu stimmen.“

(mu)

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