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Die Erfinder von ?Tracktics? haben eine Vision: Fußball durch Technologie auf das nächste Level heben.

Suche nach Investoren in TV-Sendung

Jungunternehmer gehen in die „Höhle der Löwen“

In der TV--Sendung „Die Höhle der Löwen“ werben Erfinder und Unternehmensgründer für ihre Ideen – und um Geld für das Wachstum ihres Unternehmens. Am Dienstag stellen sich zwei Frankfurter Start-Ups diesen fünf „Löwen“. Ob ihre Idee ein Erfolg werden wird?

Weil er die Windel seiner sechs Monate alten Tochter Luna zu spät wechselte, musste sie wegen einer Blasenentzündung in die Kinderklinik. „Das war die Geburtsstunde von ,Curaluna’“, sagt Dr. Frank Steinmetz. Gemeinsam mit Christoph Hohl tüftelte er ein Jahr lang an einem Sensor, der den Feuchtigkeitsgehalt und die Temperatur einer Windel misst. Die Informationen werden per Bluetooth an das Smartphone übermittelt und informieren darüber, wenn die Windel gewechselt werden muss.

Der Windelsensor ist jedoch nicht nur für Babys geeignet, sondern auch im Pflegebereich, also für Erwachsene. Tagesmütter, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Pflegeheime könnten von der Idee profitieren. Durch die Bluetooth-Technologie gibt es laut den Erfindern auch keine schädliche Strahlenbelastungen. Mit einer Art Klettverschluss wird der Sensor außen an der Windel im Schritt befestigt. Mit einem Reinigungstuch lässt er sich leicht säubern.

„Wir wollen die Pflege menschlicher und würdiger machen“, sagen die Gründer. Am Dienstag stellen Steinmetz und Hohl ihr Erfindung „Curaluna“ in der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ auf Vox vor – und wollen den Sensor anschließend in den Markt einführen. Ihr Ziel ist es, 600 000 Euro für die Weiterentwicklung zu gewinnen. Dafür bieten sie den „Löwen“ zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.

„Die ,Löwen’ sind sehr renommierte Investoren, die nicht nur über ausreichend Finanzkraft, sondern auch über wertvolle Netzwerke und Vertriebswege verfügen“, sagt Steinmetz. Da sie etwas „Sinnvolles“ entwickelt haben, ist das Duo positiv gestimmt. Und auch wenn der Deal nicht zustande kommen sollte, gebe es Interessenten im Hintergrund. Gespannt sind sie trotzdem und haben den Pitch geübt. Welche Fragen ihnen in der Sendung tatsächlich gestellt werden, wissen beide aber nicht: „Am Ende kommt es immer darauf an, offen und ehrlich zu sein.“

Auch das Frankfurter Startup „Tracktics“ versucht in der Sendung am Dienstag sein Glück. Benjamin Bruder und Patrick Haas haben ein Gerät entwickelt, mit dem sich beim Fußballspielen Laufleistung, Sprints, Antritt und weitere Werte messen lassen. Mit Hilfe einer „Heat-Map“ können Trainer sogar einen detaillierten Einblick in das taktische Bewegungsverhalten ihrer Spieler bekommen. Im Profifußball gibt es solche Messgeräte schon seit einiger Zeit. Jedoch sind diese für Nachwuchs- und Amateurfußballer viel zu teuer.

Während der Vorbereitung auf einen Halbmarathon fand Benjamin Bruder Gefallen am Leistungs-Tracking seiner Läufe. Irgendwann packte ihn die Frage, warum das nicht auch auf jedem Sportplatz möglich sei. In Madrid lernte er seinen jetzigen Geschäftspartner Benjamin Bruder kennen, der das unternehmerische Wissen mitbrachte. Im Sommer 2014 fingen Haas und Bruder an, das Messgerät zu entwickeln. Zu ihren namhaften Kunden gehören unter anderem die Fußballschule von Real Madrid und der Nachwuchs von Eintracht Frankfurt.

Von den „Löwen“ erhoffen sie sich nun das nötige Know-how und Investment, um die Marktführerschaft in Deutschland auszubauen und auf weitere Fußballländer auszuweiten. Dafür brauchen sie eine Million Euro und bieten dafür acht Prozent ihres Firmenanteils. „Unsere größte Sorge ist es, dass die Investoren sich nicht auf so ein innovatives, dynamisches Fußballprodukt einlassen können und die Notwendigkeit nicht verstehen“, sagt Benjamin Bruder. Aus diesem Grund haben sie sich als Vorbereitung viele alte Episoden angeschaut und auf Regelmäßigkeiten in den Fragen geachtet, um sich auf die Verhandlungen vorzubereiten. Doch Bruder ist überzeugt: „Auch wenn es in der Show nicht klappt, werden wir von der immensen Reichweite der Sendung profitieren.“

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