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Groß ist momentan der Spielerkreis um Eintracht-Trainer Adi Hütter (Sechster von links). Die sportliche Leitung arbeitet an Veränderungen.

Eintracht Frankfurt

Im Kader der Eintracht wird es weitere Veränderungen geben

Heute Vormittag nehmen die Eintracht-Profis wieder in Frankfurt die Arbeit auf. Und davon gibt es auf und neben dem Platz jede Menge.

Als die ersten zwei Wochen der Vorbereitung mit der Landung auf deutschem Boden geschafft waren, da hieß es für die Profikicker der im Anschluss an das Trainingslager in den USA noch einmal im Schnellverfahren die Akkus aufzufüllen, ins Familienleben einzutauchen, die Zeit in der Heimat zu genießen.

Die beiden Niederländer Jonathan de Guzman und Jetro Willems etwa flogen direkt weiter nach Amsterdam, Zugang verbrachte die vergangenen beiden freien Tage bei seinen Liebsten in Hamburg, der neue Angreifer aus Portugal, verabschiedete sich mit einem Essen für die nächsten Wochen von seinen Freunden in Porto.

Heute Vormittag ab 10 Uhr nimmt der Kurzurlaub ein jähes Ende, dann versammelt Trainer Adi Hütter seine Schützlinge wieder auf dem Trainingsplatz im Schatten der großen Arena.

Noch knapp dreieinhalb Wochen sind es bis zum ersten Pflichtspiel der Saison, dem Supercup-Spiel im eigenen Stadion gegen Bayern München am 12. August, genau heute in einem Monat, am 18. August, steht die erste Runde im DFB-Pokal beim Regionalligisten SSV Ulm auf dem Spielplan.

Bis dahin wartet noch viel Arbeit auf die Hessen. Zum einen natürlich auf dem Platz, wo Hütter seine Idee vom Gegenpressing, vom aggressiven Verteidigen in des Gegners Hälfte, der Mannschaft einimpfen muss. Das nächste Testspiel ist für Samstag (16 Uhr) beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden angesetzt. Zum anderen aber auch auf der Geschäftsstelle im Bauch des Stadions. 33 Spieler stehen derzeit bei der Eintracht unter Vertrag. Selbst mit Blick auf die Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Europa-Auftritten eigentlich zu viele.

So müssen Fredi Bobic und Bruno Hübner derzeit nicht nur die Liste möglicher Neuzugänge abarbeiten – zwei bis drei Offensivspieler sollen noch kommen, der portugiesische Spielmacher Chico Geraldes von Sporting Lissabon und der brasilianische Testspieler Allan Souza sind weiter im Kandidatenkreis. Der Frankfurter Sportvorstand und sein Manager müssen aber auch kräftig im eigenen Laden aufräumen, den Kader verschlanken.

Kandidaten gibt es genug: Von Marc Stendera, über Max Besuschkow und Taleb Tawatha bis hin zu Branimir Hrgota. Wie so oft geht der schwedische Angreifer Hrgota im Training und den Testspielen zwar engagiert zur Sache, er läuft viel, rackert für das Team, grätscht auch mal – im entscheidenden Moment agiert er aber schlicht zu unpräzise, zu hektisch.

Seine Torjägerqualitäten liegen völlig verschütt. Sechs Treffer in zwei Spielzeiten sind zu wenig, auch für Fredi Bobic.

„Branimir hatte in den letzten zwei Jahren gute Phasen, aber zuletzt eine lange, wo er nicht gespielt hat“, sagte der Sportvorstand der „Bild“ und legte dem 25-Jährigen noch einmal eindrücklich nahe, sich lieber einen anderen Club zu suchen. „Das Wichtigste für ihn: Er muss spielen. Ich rate ihm, zu wechseln.“

Vor einigen Wochen hatte Hannover 96 ernsthaftes Interesse an einer Verpflichtung Hrgotas bekundet, er selbst aber lehnte ab, so dass die Niedersachsen schließlich Bobby Wood vom Hamburger SV unter Vertrag nahmen.

Hinter Luka Jovic, der diese Woche wieder ins Training einsteigt, Sébastien Haller und Neuzugang Gonçalo Paciência, der heute erstmals auf dem Rasen stehen wird, ist Hrgota bei der Eintracht aber nur vierte Wahl. Auch Adi Hütter ließ daran keinen Zweifel aufkommen: „Ich freue mich, dass Luka Jovic zurückkommt, dass Gonçalo Paciência zu uns stößt. Wir brauchen Spieler, die Tore schießen“, sagte der Trainer. Zum dreifachen schwedischen Nationalspieler verlor er kein Wort.

Es ist klar, Hrgota wird in Frankfurt keine rosige Zukunft mehr haben, sollte er seinen im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag tatsächlich erfüllen wollen. Zumal Bobic verriet, noch einen neuen Angreifer holen zu wollen. Dieser dürfte im Gegensatz zum Trio Jovic, Haller und Paciência seine Stärken aber weniger als Abschlussspieler im Sturmzentrum haben. Logisch wäre hingegen, einen etwas anderen Spielertypen zu verpflichten. Einen, der um die zentrale Spitze herumwuselt, der auch mal auf die Außenbahnen ausweicht und dadurch Räume aufreißt. Einen, den Trainer Hütter problemlos als zweite Spitze aufbieten kann. Eigentlich einen Spieler wie Branimir Hrgota – nur irgendwie doch ganz anders. Nämlich besser.

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