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Anna-Mara Schön schaut genau hin, wo es Plastikmüll gibt.

Foto-Projekt gegen Verpackungswahn

Kampf gegen den Plastikmüll

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Mit einem Fotowettbewerb will der Verein „ShoutOutLoud“ den Plastikmüll, von dem wir umgeben sind, ins Bewusstsein der Menschen rücken. Die Idee ist nur eine von vielen, um den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt nachhaltig zu verändern.

Es ist fast überall, erleichtert uns das Leben und hilft uns, etwa unsere Einkäufe sicher vom Supermarkt nach Hause zu bekommen – Plastik. Und es verschwindet nie ganz. Bis zu 450 Jahre benötigen eine Kunststoffflasche oder eine Wegwerfwindel, bis sie sich zersetzt haben. Mikroplastikpartikel werden zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut. Eine Anreicherung von Kunststoffen wird weltweit an Stränden, in Meeresstrudeln und Sedimenten beobachtet. Über Fisch oder das Grundwasser gelangen die kleinsten Partikel schließlich in die Nahrungskette des Menschen.

„Komplett lässt sich die Nutzung von Plastik nicht vermeiden. Aber man kann zumindest versuchen, den Menschen die Folgen davon ein bisschen ins Bewusstsein zu rücken“, sagt Anna-Mara Schön. Genau das macht sie mit der Initiative „ShoutOutLoud“. Die hat sich vielfältigen Projekten verschrieben, ein Fokus der Arbeit liegt aber auf dem Kampf gegen den Plastikmüll. „Der umgibt uns schon so selbstverständlich, dass man ihn fast nicht mehr wahrnimmt“, sagt Schön.

Wie groß der Plastik-Verbrauch ist, zeigen die Zahlen des Umweltbundesamtes. Demnach werden in Deutschland pro Kopf und Jahr 76 Plastiktüten verbraucht. Bundesweit führt das zu einer Nutzung von

6,1 Milliarden Plastiktüten

im Jahr

Das wollen sie und ihre Mitstreiter ändern. Mit einem Fotoprojekt wollen sie den Plastikmüll und das Problem sichtbar machen. Wer mag, kann sich mit einer Kamera ausrüsten, mit offenen Augen durch die Städte, Parks oder Wälder laufen und Müllfunde dokumentieren. Die besten Bilder werden auf einer Ausstellung rund um das Thema Plastik öffentlich ausgestellt. Die Besucher küren dann den Gewinner „des ShoutOutLoud – Photo Awards 2015“. Die schönsten Bilder werden mit Preisen bedacht.

„Wir versprechen uns davon, dass das Thema so länger in den Köpfen der Menschen bleibt. Sie werden selbst aktiv und nicht einfach nur mit Informationen gefüttert“, erklärt Anna-Mara Schön. Einschränkungen bei der Motivwahl oder der Ausgestaltung der Fotos gibt es absichtlich nicht. „Was gefällt, ist auch möglich. Hauptsache die Leute fotografieren Plastikmüll dort, wo er nicht hingehört.“

Für „ShoutOutLoud“ ist der Fotowettbewerb nur eines von mehreren Projekten, die das Thema Plastik in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken sollen. Einen Monat lang etwa haben Anna-Mara Schön und ihr Mitstreiter Kenan Bozhüyük versucht, ein Leben ganz ohne Plastik zu führen. Dabei haben sie nicht nur auf Einkaufstüten verzichtet, sondern etwa auch normales Shampoo oder Zahnpasta gemieden und sich nach nachhaltigen Alternativen umgeschaut (wir berichteten). Nun arbeiten sie auch daran, das Thema in die Frankfurter Schulen zu bringen. „Wir entwickeln derzeit ein Projekt mit einer Schule. Da wollen wir mit einer Klasse aus Plastikmüll einen Mülleimer basteln“, sagt Schön.

Zudem arbeiten die Mitglieder der Initiative derzeit an einem Wegweiser für alle, die nach Möglichkeiten, suchen in Frankfurt einkaufen zu gehen und dabei auf Plastik zu verzichten. In anderen Städten fällt dies bereits deutlich leichter als in der Mainmetropole. In Berlin und Mainz etwa gibt es bereits verpackungsfreie Supermärkte.

Wer beim Fotowettbewerb mitmachen möchte, kann seine Werke noch bis zum 31. Juli in der Facebook-Gruppe ShoutOutLoud – Photo Award 2015 posten.

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