Wildkaninchen
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Wildkaninchen in Frankfurt werden derzeit von einer Seuche bedroht. (Symbolbild)

Tiergesundheit

Grausamer Anblick für Fußgänger in Frankfurt – Seuche rafft Kaninchen dahin

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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In den Parks von Frankfurt bietet sich derzeit ein trauriges Bild: Eine Krankheit sorgt zunehmend für den Tod von Kaninchen – sogar für Haustiere besteht Gefahr.

Frankfurt – Wer in den Grünanlagen der Stadt unterwegs ist, bemerkt schnell, dass dort ein reger Betrieb herrscht. Neben Spaziergängern und Picknickenden gedieh in den vergangenen Jahren auch eine große Kaninchenpopulation prächtig. Die Tiere sorgen immer wieder für Unterhaltung bei den Vorbeigehenden, haben aber mit einem ernsten Problem zu kämpfen. Jedes Jahr wird der Bestand von einer gefährlichen Krankheit befallen, die für die meisten Kaninchen tödlich endet, wie faz.net berichtet.

In der Fachsprache als Myxomatose bekannt, führt die Kaninchenpest zu einem mitleiderregenden Anblick in den Parks von Frankfurt. Die infizierten Tiere wirken apathisch und nehmen kaum Nahrung und Wasser auf. Außerdem bekommen sie Schwellungen und Entzündungen an Augenlidern, Mund, Ohren und im Genitalbereich. Diese Symptome treten etwa drei bis neun Tage nach einer Infektion auf. Zirka 10 bis 14 Tage später endet die Krankheit meistens mit dem Tod.

Kaninchenpest in Frankfurt: Mehr Tiere in diesem Jahr betroffen

Während die Kaninchenpest in Frankfurt den Tieren seit vielen Jahren zu schaffen macht, stellt die Stadt in dieser Saison deutlich mehr Anrufe von Menschen fest, die leidende oder tote Kaninchen entdeckt haben. Bei starken Ausbrüchen kann es vorkommen, dass sich der ganze Bestand mit der Krankheit infiziert. 40 bis 60 Prozent der Kaninchen sterben dann.

Über die genauen Infektionsraten in Frankfurt ist allerdings wenig bekannt. Das Ordnungsamt sagte im Gespräch mit faz.net, dass „nicht mal im Ansatz“ Erkenntnisse über die Wildkaninchenpopulation in Frankfurt vorliegen. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Kaninchenpest nach dem Tiergesundheitsgesetz keine anzeige- oder meldepflichtige Tierseuche ist. Wer ein erkranktes Tier in Frankfurt sieht, kann dies unter der Nummer 0800 20080070 melden.

Frankfurt: Kaninchenpest bedroht auch Hauskaninchen

Aber nicht nur die frei lebenden Tiere in Frankfurt sind von der Krankheit betroffen. Auch Hauskaninchen werden von der kaum heilbaren Seuche bedroht. Im Gegensatz zu ihren wilden Artgenossen haben diese jedoch den Vorteil, dass ihre Besitzer sie mit verschiedenen Methoden vor dem Virus schützen können. Da die Krankheit vor allem durch Stechmücken übertragen wird, ist ein Mückengitter schon der halbe Weg. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann sein Kaninchen auch impfen lassen. Dadurch entsteht ein Schutz, der das Tier sechs Monate vor der Krankheit schützt.

Aktuell werden zahlreiche Tiere in den Frankfurter Tierheimen abgegeben. Grund dafür ist das Ende des Homeoffice in vielen Unternehmen.(vbu)

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