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Eva Katharina Prüfer möchte, dass die Ehrengäste sich gut aufgehoben fühlen.

Rathaus

Eva Katharina Prüfer ist die neue Protokollchefin im Römer

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Auszubildende, Büroleiterin des Stadtverordnetenvorstehers und jetzt Protokollchefin: Eva Katharina Prüfer (55) arbeitet seit 1981 für die Stadt, hat dort schon viele verschiedene Positionen inne gehabt. Jetzt organisiert sie die städtischen Empfänge und Festakte und weiß genau: „Es ist wichtig, ein guter Gastgeber zu sein.“

Wenn Eva Katharina Prüfer könnte, dann würde sie gern einmal mit einem Raumschiff durch die endlosen Weiten der Galaxie fliegen. „Das ist ein Traum von mir“, sagt die groß gewachsene Frau mit den langen braunen Haaren. „Ich bin ein großer Science-Fiction-Fan, liebe Filme wie Star Wars, Raumschiff Enterprise und X-Men. Diese anderen Welten, die dort aufgezeigt werden, die faszinieren mich.“ Da ihr Traum in naher Zukunft aber wohl nicht erfüllt wird, hat sie sich für ein anderes Gefährt entschieden: „Alternativ fahre ich Motorrad.“

Viel Zeit bleibt Eva Katharina Prüfer für ihre Hobbys allerdings nicht. Seit Juni ist die 55-Jährige die neue Protokollchefin im Römer. Sie folgt auf Karlheinz Voß, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat. „Das ist kein 9-to-5-Job“, sagt Prüfer. Ihr Tag sei eng getaktet. Eine Feierstunde jagt die nächste. „Aber das lebe ich auch. Das ist kein Problem für mich.“ Und gewohnt sei sie dies allemal.

Eva Katharina Prüfer ist in der aufgewachsen. Nach dem Abitur kam sie nach Frankfurt, machte eine Ausbildung zur Verwaltungswirtin bei der Stadt. Das war 1981. Seither hat sie viele verschiedene Abteilungen innerhalb des Römers kennengelernt und verschiedene Positionen innegehabt. So war sie Büroleiterin des ehemaligen Stadtverordnetenvorstehers Karlheinz Bührmann (CDU) sowie des ehemaligen Ordnungsdezernenten Volker Stein (FDP), verantwortete im Büro Stadtverordnetenversammlung Delegationsreisen zu den Städtepartnerschaften

Schnell ereilte sie der Ruf, eine zuverlässige Mitarbeiterin zu sein. Das führte gar dazu, dass sie für eineinhalb Jahre an die Messe Frankfurt ausgeliehen wurde. Dort leitete sie das Protokoll des Deutschen Pavillons auf der Weltausstellung Expo 2015 in Mailand. Wenn Eva Katharina Prüfer davon erzählt, dann leuchten noch heute ihre Augen. „Das war eine tolle Erfahrung“, sagt sie.

Gemeinsam mit ihrem 25-köpfigen Team – „allein für das Protokoll“ – kümmerte sie sich dort um die hochrangigen Besucher des Deutschen Pavillons. „Da ging allerlei Prominenz ein und aus“, so Prüfer. „Leider hat uns der Papst nicht besucht. Ihn würde ich gern einmal kennenlernen.“ Dafür durfte sie neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Herrscher des Emirats Dubai, Muhammad bin Raschid Al Maktum, und Erbprinz, Scheich Hamdan bin Muhammad bin Raschid Al Maktum, empfangen. „Beeindruckende Persönlichkeiten“, sagt Prüfer. Mehr gibt sie nicht preis. Diskretion ist das A und O in ihrem Job.

Zurück in Frankfurt wurde Prüfer auch im Römer Teil des Protokoll-Teams, stieg zur Stellvertreterin von Karlheinz Voß auf und trat nun in seine Fußstapfen. Gemeinsam mit ihren Kollegen richtet sie alle Feierstunden, Empfänge und Festakte im Rathaus aus – mehr als 1000 im Jahr. Die Aufgaben reichen von Organisieren der Technik, dem Zusammenstellen des Menüs bis zum Ausrollen des Roten Teppichs. Zudem ist das Team natürlich auch verantwortlich für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen.

„Wir müssen darauf achten, dass alle pünktlich sind und dass unsere Ehrengäste gebührend empfangen werden“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. „Mir ist es wichtig, die Stadt gut zu präsentieren und ein guter Gastgeber zu sein.“

Dabei laute die Devise stets: Dezent im Hintergrund agieren, aber immer als Ansprechpartner zur Seite stehen. „Wenn wir die Ehrengäste begrüßen, haben wir genau zehn Sekunden, um ihnen zu signalisieren, dass wir für sie da sind“, sagt Prüfer. „Es ist wichtig, eine Verbindung zu den Gästen aufzubauen, sie müssen sich hier gut aufgehoben fühlen und sich auf unsere Regie verlassen können“, sagt sie – und blickt auf ihre Uhr. Sie hat keine Zeit mehr. Der nächste Empfang wartet schon auf sie.

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