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Aktuell rollt keine 14 durch die Altstadt. Ab Montag aber soll die wegen einer Baustelle am Zoo großteils eingestellte Linie jetzt aber wieder hier entlang und dann via Börneplatz zum Lokalbahnhof geführt werden. Damit gibt es wieder eine Alternativ-Angebot für den gesperrten Mainkai.

Verkehrsversuch

Mainkai-Sperrung in Frankfurt: Die 14 kehrt in die Altstadt zurück

Nur vorübergehend müssen die Mainkai-Sperrungs-Geschädigten auf die von der Stadt angepriesene Alternative verzichten: Die Straßenbahnlinie 14 soll ab Montag wieder durch die Altstadt rollen. Die Stadt macht ihre weitgehende Einstellung der Linie teils rückgängig.

Frankfurt - Gelbe Hinweise sind es an den Haltestellen und durchdringende Lautsprecher an den Tram-Stopps am Hauptbahnhof und der Galluswarte. Sie weisen die Fahrgäste darauf hin, dass der Betrieb der Straßenbahnlinie 14 kurzfristig zu großen Teilen eingestellt worden ist. Die Elektrische fährt wegen einer dringenden Baustelle am Zoo nicht zwischen Hauptbahnhof und Bornheim via Ostend - und das für mindestens einen Monat.

Was für Fahrgäste im Ostend "nur" sehr beschwerlich ist, ist auf der Altstadtstrecke ein Politikum: Die Stadt selbst hatte just die 14 als Alternative beworben für all jene, die wegen des gesperrten Mainkais, der hier parallel verläuft, vor Problemen stehen, durch die Stadt zu kommen. Reichlich Kritik wurde deshalb am langen Ausfall der Linie laut, unter anderem vom Verkehrsclub VCD, von den Grünen und der CDU. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) reagiert nun: "Die Straßenbahnlinie 14 wird ab Montag wieder durch die Altstadt verkehren."

Frankfurt: Weiter bis Lokalbahnhof

Die Verkehrsgesellschaft VGF habe erneut alle Möglichkeiten geprüft. Das Ergebnis: Die Linie wird ab Montag nicht nur - wie diese Woche - zwischen Gallus und Hauptbahnhof rollen, sondern von dort weiter bis zum Börneplatz in der Altstadt. "Zwei Straßenbahnlinien sind zu wenig auf der Altstadtstrecke", erklärt Oesterling. Deshalb habe die Stadt extra die 14 dorthin gelegt. "Dass die 14 eine entlastende Wirkung hat, hat sich bewahrheitet", sagt der Stadtrat. "Deshalb soll das auch so beibehalten werden."

Von Börneplatz aus kann die 14 aber wegen der Baustelle in der Grzimek-Allee weiter nicht via Ostendstraße und Zoo zum Ernst-May-Platz fahren. Daher sollen die Bahnen via Hospital zum Heiligen Geist zum Lokalbahnhof in Sachsenhausen fahren. Weil es dort nur ein Gleis zum Wenden gebe, der 10-Minuten-Takt aber aufrecht erhalten werden soll, sei es "möglich, dass es einmal eine kleine Verspätung gibt", erklärt Oesterling. Bis Montag benötige die VGF, um die Einsatzpläne fürs Personal anzupassen.

Für die Entscheidung, die Linie zwischenzeitlichen auch in der Altstadt einzustellen, nimmt der Stadtrat die Mitarbeiter in Schutz. "Ich kritisiere diese Entscheidung nicht, das war eine Ad-hoc-Entscheidung." Nun sei es im Nachgang darum gegangen zu prüfen, ob es doch eine bessere Lösung gebe.

Frankfurt: Ersatzverkehr fürs Ostend

Die Nahverkehrsorganisierer Traffiq und die VGF hatten sich vorige Woche für diese Lösung, die für heißen Diskussionsstoff bei den Frankfurtern gesorgt hatte, entschieden, als die Mainova kurzfristig ankündigte, dringend und für mindestens fünf Wochen im Gleisbereich nahe des Zoos eine im Boden verlegte Hochspannungsleitung erneuern zu müssen. Eine Lösung gibt es jetzt ebenso für den Ast der Linie ins Ostend und nach Bornheim. "Ab Montag können wir einen Busverkehr im 15-Minuten-Takt zwischen Ernst-May-Platz und Zoo einen Busverkehr anbieten", sagt Oesterling.

Zunächst hatte Traffiq nach eigenen Angaben nicht bei Busfirmen angefragt, weil man nicht damit gerechnet hatte, dass diese überhaupt Kapazitäten hätten. An zwei Haltestellen - Freiligrathstraße und Waldschmidtstraße - besteht deshalb seit Montag gar kein Nahverkehrsangebot mehr. An den übrigen Haltestellen können Fahrgäste auf andere Linien ausweichen und Ziele über Umwege erreichen.

Theoretisch wäre hier sogar ein Straßenbahn-Pendelverkehr möglich, wie es aus VGF-Kreisen heißt, weil die Bahnen "rückwärts" durch die Zoo-Schleife wenden könnten. Allerdings leidet die Stadt derzeit unter Straßenbahn-Mangel, muss in der Hauptverkehrszeit sogar Tram-Oldies aus den 1960er-Jahren einsetzen. Neue Bahnen werden immerhin ab nächstem Jahr geliefert.

Frankfurt: "Im Übermaß" Wendemöglichkeiten entfernt

Warum aber verursacht eine einzige blockierte Stelle im Netz gleich so große Probleme? "Da rächt es sich, dass in vergangener Zeit aus Spargründen die Infrastruktur zu stark zurückgebaut wurde", sagt Klaus Oesterling. "Im Übermaß" seien Wendemöglichkeiten entfernt worden. Das, kündigt er an, solle sich ändern: "Im Nahverkehrsplan werden wir dafür Vorschläge machen." Beispielsweise wäre es gut, so Oesterling, wenn Straßenbahnen etwa wieder am Ostbahnhof und in Bornheim am Prüfling wenden könnten.

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Noch bis Sonntag rollt die Straßenbahnlinie 14 nur zwischen Gallus Gustavsburgplatz und Hauptbahnhof/Heilbronner Straße, ab Montag dann bis Lokalbahnhof via Börneplatz.

Die Haltestelle Zoo ist mit U6 und U7 erreichbar, die Haltestelle Habsburger-/Wittelsbacherallee mit der Buslinie 32, die Haltestelle Saalburg-/Wittelsbacherallee mit der Tram 12 und den Buslinien 32 und 103.

Zum Ernst-May-Platz fährt die Buslinie 38, jedoch von dort nicht zurück. Für die Haltestellen Freiligrathstraße und Waldschmidtstraße verweist Traffiq auf die in der Nähe liegenden Haltestellen von U4, U6 und U7. 

Trotz der baldigen Entspannung der Verkehrssituation lässt der Widerstand gegen die Mainkai-Sperrung nicht nach. Angeführt wird er von der Bürgerinitiative "Sachsenhausen wehrt sich".

dpg

Voran geht es derweil beim Ausbau der S6. Im Frankfurter Norden soll ein neuer Verkehrsknotenpunkt entstehen. Die Wahl fiel überraschenderweise nicht auf Eschersheim

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