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Lukas Schilling (r.) probiert am Stand von Christian Schöne eine Gitarre aus.

Schwanheim: Tand und Trödel

Kein Corona-Blues bei den Schnäppchenjägern

  • vonAlexandra Flieth
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Erster Höfeflohmarkt ist trotz der Pandemie ein echter Erfolg.

Gitarrenmusik erklingt im Hof von Christian Schöne. Zwei klassische Gitarren seines Sohnes bietet der Schwanheimer zum Verkauf an. Lukas Schilling hat einen Blick auf eines der beiden Instrumente geworfen und testet, wie es klingt. 40 Euro, die noch verhandelbar sind, ruft Schöne für diese Gitarre auf. Er hat sich am ersten Stadtteilflohmarkt in Schwanheim und Goldstein beteiligt und dafür seine Hofeinfahrt geöffnet. Die Familie hat ausgemistet. "All das, von dem wir denken, dass es zu schade für den Sperrmüll ist, bieten wir an", erzählt er. Präsentiert wird alles auf Tischen, die in der Hofeinfahrt aufgestellt sind. Das Angebot ist ordentlich sortiert und übersichtlich. Die Idee zu einem Stadtteilflohmarkt finde er sehr gut, sagt Schöne und freut sich, über die gute Resonanz der Besucher, die am Samstag in regelmäßigen Abständen vorbeischauen.

103 Anmeldungen bei der Premiere

Noch kann sich Schilling, der aus Sindlingen kommt und sich die Premiere des Stadtteilflohmarktes gemeinsam mit Freundin Daniela anschauen möchte, nicht entscheiden. "Eigentlich spiele ich Bassgitarre in einer Band", erzählt er. Auf Flohmärkten, weiß seine Freundin, werfe er aber gerne auch einen Blick auf andere Gitarrenformen. Ein Verkaufsabschluss kommt erst einmal nicht zustande. Schilling ist sich nicht sicher. "Wir möchten uns noch weiter umschauen", sagt er und zieht weiter zum nächsten Haus.

Jeder Teilnehmer, der beim Flohmarkt mitmacht, ist an bunten Luftballons zu erkennen, die an den Einfahrten festgemacht sind. Wer stöbern möchte, der muss gut zu Fuß sein. "Uns liegen 103 Anmeldungen vor", sagt Organisatorin Petra Berger, die selbst mit ihrer guten Freundin Andrea Nusser im Garten ihres Hauses Tische aufgestellt hat, auf denen die beiden Frauen Deko-Artikel, Praktisches für den alltäglichen Gebrauch in der Küche, Bücher DVDs und Accessoires wie Tücher oder Modeschmuck feilbieten. Beide sind Flohmarkt-Fans.

Die Idee, einen Stadtteilflohmarkt in Schwanheim zu organisieren, sei relativ kurzfristig entstanden. "Wir waren im August in Dieburg auf einem Stadtteilflohmarkt und total begeistert", erzählt Petra Berger. Gleich mehrere Tüten voll mit schönen Dingen hätten sie mit nach Hause gebracht. "Das war so schön dort, dass ich die Idee unbedingt auch hier umsetzen wollte." In Zeiten der Corona-Pandemie sei es natürlich erst einmal darum gegangen, ob und wie die Idee umgesetzt werden könnte. Der Vorteil eines Stadtteilflohmarkts liege darin, dass die Stände auf dem jeweiligen Privatgrundstück der Anbieter aufgebaut werden. Die Verantwortung zur Einhaltung der Regeln liegt damit bei jedem einzelnen Teilnehmer; jeder Besucher, der einen Hof oder eine Hofeinfahrt betritt, muss Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstand halten und Hände desinfizieren. "Wichtig ist auch, dass der Flohmarkt nur auf den Privatgrundstücken und nicht auf den Bürgersteigen durchgeführt werden darf", erklärt Petra Berger. 6 Euro zahlt jeder Teilnehmer.

Erlös bekommt der Kobelt-Zoo

Der Reinerlös geht nach Abzug der Werbungs- und Umsetzungskosten an den Kobelt-Zoo - inklusive weiterer Spenden. Petra Berger berichtet, dass ein Nachbar die Idee so toll fand, dass er eigens eine Spende vorbeigebracht habe. Sie hofft, dass am Ende ein schöner Spendenbetrag für den kleinen Tierpark zusammenkommen wird. "Die Resonanz auf den Stadtteilflohmarkt war bisher sehr gut. Es kommen auch viele Besucher aus anderen Stadtteilen, die die Gelegenheit nutzen, Schwanheim zu erkunden." Die Idee der Stadtteilflohmärkte ist im Frankfurter Westen aus Zeilsheim und Unterliederbach bekannt. Dort hatte man dieses Jahr allerdings wegen Corona abgesagt.

Die Teilnehmer in Schwanheim sind zufrieden. Thorsten Michel hat seinen Hof und seine Kfz-Werkstatt geöffnet. Gemeinsam mit seiner Frau Britta Behrends-Michel haben sie dort ihr Flohmarktangebot aufgebaut, das von Werkzeugen und Elektro-Teilen über Porzellan, Kinderspielzeug und Koffern bis zu Modeschmuck reicht. Auch die Hebebühnen, die Michel hochgefahren hat, werden zur Präsentationsfläche. Nach dem Michelin-Männchen, das in der Werkstatt steht, haben bereits viele gefragt - vergebens; Das Sammlerexemplar steht nicht zum Verkauf. Das Ehepaar erzählt, dass es selbst vor ein paar Jahren schon die Idee zu einem Stadtteilflohmarkt hatte, das Ganze sei aber nicht zustande gekommen. Doch jetzt hoffen beide, dass der Stadtteilflohmarkt im kommenden Jahr wiederholt wird. Alexandra Flieth

Petra Berger (l.) hat den Markt organisiert. Angelika Nusser überreicht ihr dafür ein Krönchen.

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