Perspektivwechsel: Der neue Goetheturm von unten nach oben fotografiert. Das Wahrzeichen steht zwar schon, die Bauarbeiten am Sockel sind aber noch nicht ganz fertig. Eine offizielle Eröffnungsfeier kann es wegen Corona dieses Jahr noch nicht geben.
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Perspektivwechsel: Der neue Goetheturm von unten nach oben fotografiert. Das Wahrzeichen steht zwar schon, die Bauarbeiten am Sockel sind aber noch nicht ganz fertig. Eine offizielle Eröffnungsfeier kann es wegen Corona dieses Jahr noch nicht geben.

Wahrzeichen

Kein Eröffnungsfest für neuen Goetheturm in diesem Jahr

Das neue Wahrzeichen in Sachsenhausen steht. Wegen der Corona-Pandemie muss eine große Feier aber ausfallen. Die Frankfurter können möglicherweise dennoch hoch hinaus.

Der Goetheturm thront zwar in neuem Glanz an seinem alten Platz am höchsten Punkt des Stadtwalds. Aber erklimmen wird das Wunderwerk der modernen Holzbauweise dieses Jahr womöglich niemand mehr. Auf jeden Fall wird es keine feierliche Eröffnung geben, das bestätigt der Sprecher vom zuständigen Baudezernenten Jan Schneider (CDU), Günter Murr, auf Anfrage.

"Es ist unter den Corona-Bedingungen nicht möglich, die Eröffnung des Goetheturms zu feiern", so Murr. Einen Festakt lediglich "am Boden" zu veranstalten, würde dem neuen Turm nicht gerecht. "Ein Fest wäre nur sinnvoll, wenn die Gäste den Turm auch besteigen können. Das geht wegen Corona aber nicht." Der Sicherheitsabstand könne nicht eingehalten werden.

Murr räumt damit nochmals das Gerücht aus der Welt, wonach am Wochenende vom 10. und 11. Oktober die Eröffnung gefeiert werde - genau drei Jahre nach dem Goetheturm-Brand. In sozialen Medien wird das Gerücht weiterhin verbreitet, auf Facebook etwa gibt es einen Veranstaltungseintrag für den 11. Oktober. "Diesen Termin gab es nie", sagt Murr.

Bauarbeiten dauern bis in den Herbst

Bis in den Herbst hinein dauerten ohnehin die Arbeiten an der Baustelle. Im Moment würden kleinere Nachbesserungen am Turm selbst vorgenommen. Demnächst werde das Sicherheitsnetz angebracht, das soll im September geschehen. Ferner wird noch der Betonsockel mit Sandstein verkleidet.

Dann folgen Verschönerungsarbeiten rund um den Turm. Wo zuletzt noch Baustellenfahrzeuge den Boden durchpflügten, wird frische Erde nachgefüllt, Gras gesät und ein Weg angelegt. Mehrere Bäume werden gepflanzt, die die Stadt Neu-Isenburg gespendet hat. Außerdem wird ein Zaun installiert. Das alles soll vor dem Winter fertig sein.

Turmbesteigung soll möglich sein

Ein bisschen Hoffnung auf eine Turmbesteigung noch in diesem Jahr macht der Sprecher des Baudezernenten aber doch. "Es soll die Möglichkeit geben, nach Anmeldung in bestimmten Zeitfenstern den Turm zu besteigen. Zeit und Details stehen aber noch nicht fest." Möglich sei dies nur nicht im Rahmen eines Fests, bei dem großer Andrang herrscht.

Das sieht auch der Vorsitzende des Sachsenhäuser Vereinsrings, Markus Mannberger, ein. Er hätte sich gefreut, ein Fest zu Ehren des Turms selbst zu organisieren. Aber nach Gesprächen mit der Stadt wurde ihm klar, dass zu viele Dinge dagegen sprechen, auch versicherungstechnische. "Ich würde so gern endlich wieder ein Fest am Goetheturm feiern", sagt Mannberger melancholisch. "Ich tippe aber darauf, dass wir das nächste Goetheturmfest im kommenden Jahr feiern und dann den Turm eröffnen können."

Auch die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) pocht auf eine angemessene Feierlichkeit. Die Wiedereröffnung des Goetheturms soll "würdig begangen werden, eine entsprechende Festlichkeit soll vorbereitet werden", heißt es in einem Antrag der Christdemokraten an die Stadt, der in der Sitzung des Ortsbeirats am kommenden Freitag, 21. August, um 19 Uhr im Saalbau Oberrad, Offenbacher Landstraße 357, diskutiert werden soll.

Dass die Feier offenbar nicht in absehbarer Zeit stattfinden kann, findet Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) "sehr schade, gerade weil die Bürger auch weit über unseren Ortsbezirk hinaus Anteil gezeigt haben und sehr betroffen waren, nachdem der Goetheturm abgebrannt war".

Angesichts der Corona-Pandemie und Fürsorge- und Sorgfaltspflicht des Magistrats aber sei es für ihn nachvollziehbar. "Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben", so Becker.

Der Goetheturm, der seit 1931 im Stadtwald stand, war in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2017 durch ein Feuer zerstört worden. Der oder die Brandstifter sind bis heute nicht gefunden. Viele Sachsenhäuser waren erschüttert über den Verlust. (Von Stefanie Wehr)

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