Bauprojekt in Frankfurt

Kein Hochhaus am Riedberg

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Das Hochhaus westlich des Kätcheslachparks ist endgültig vom Tisch. Zwischen drei und sieben Geschossen sowie eine Höhe von maximal 20 Meter sehen die überarbeiteten Entwürfe für die 15 Gebäude vor. Die Pläne wurden jetzt dem Ortsbeirat präsentiert – und für gut befunden.

Es scheint tatsächlich so, als hätte das Berliner Architekturbüro Grüntuch Ernst mit seinen überarbeiteten Plänen zur Bebauung des Areals westlich des Kätcheslachparks alles richtig gemacht. „Ich finde die Entwürfe sehr gelungen. Die wenige Gegenwehr aus den Reihen der Bürger interpretiere ich so, dass auch dort allgemeine Zufriedenheit herrscht“, sagte Vorsteherin Carolin Friedrich (CDU), nachdem die Architekten Arno Löbbecke und Götz Hinrichsen im Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) die neuen Pläne vorgestellt hatten.

Das Wichtigste hatte Löbbecke der Präsentation bereits vorweggenommen. Der 14-stöckige Wohnturm, der den ersten, im Herbst vergangenen Jahres gezeigten Entwurf dominierte, ist einem siebenstöckigen Gebäude gewichen. „Der ausgeschriebene Wettbewerb forderte zu prüfen, ob an dieser besonderen, dieser prominenten Stelle ein Hochhaus möglich ist. Die Reaktionen haben ganz klar gezeigt, dass es das nicht ist. Nicht, weil es nicht möglich wäre, sondern weil die Bürger es nicht wollen“, erklärte der Experte.

Dies besondere Lage des Areals, an, deren Spitze die Ella-Bergmann-Michel-Straße und die Leberecht-Migge-Anlage aufeinandertreffen, spielte auch bei den überarbeiteten Entwürfen eine ausschlaggebende Rolle. „Ungewöhnliche Grundstücke erfordern ungewöhnliche Gebäude“, so Löbbecke. 15 fünfeckige Wohnhäuser, zwischen drei und sieben Geschossen hoch und mit verschiedenen Grundflächen, sehen die Pläne der Berliner Architekten vor. Die Gebäude sind so angeordnet, dass die Bewohner nicht auf die Fassade des Nachbarhauses blicken.

„Wir wollten eine monotone Blockstruktur verhindern, durch ihre ungewöhnliche Form werden die Gebäude aufgebrochen, das Quartier wirkt luftig und offen“, erklärten die Experten. Dazu ebenfalls beitragen sollen die vorspringenden Balkone sowie die zurückgesetzten Loggien, die unterschiedlich dicken Ballustraden und die Dachterrassen. Drei bis fünf Wohnungen sind pro Etage geplant, 250 bis 300 Wohnungen sollen in dem Gebäude-Ensemble untergebracht werden. Dazu gehört auch ein Gebäude mit betreutem Wohnen. Insgesamt 30 Wohnungen, 15 Pflegeplätze und 15 barrierefreie Einheiten, sind im in der südlichen Ecke gelegenen Haus geplant.

Unterteilt werden die 15 Gebäude in drei Baublöcke, die sich zu einem Ensemble vereinen. Gebaut werden sollen sie von drei verschiedenen Investoren. Typisch für jedes Quartier sind die Tiefgarage sowie ein privater Nachbarschaftsgarten, der mit Spielplatz und Sitzgelegenheiten den Mittelpunkt bilden soll. Neben dem großen Quartiersplatz am Kopf des Areals ist eine Art Dorfplatz mit einem großen Baum in der Mitte, Sitzmöglichkeiten sowie einem Café geplant. Zudem seien hier auch andere Gewerbe wie vielleicht ein kleiner Kiosk, ein Bäcker oder ein Restaurant möglich. Dieser Vorschlag kam bei den Riedbergern besonders gut an, fordert man dort doch schon lange, kleinere Gewerbeeinheiten in die sieben Quartiere des Stadtteils zu integrieren.

Ohnehin blieb die negative Kritik aus, vielmehr wurde gelobt, dass die Gebäude die Hochhausgrenze von 24 Metern nicht überschreiten. Lediglich Anwohner Dirk Losch gab zu bedenken, dass der einst geplante Wohnturm nun durch viele kleine Hochhäuser ersetzt werde, statt die Bebauung an die maximal viergeschossigen Nachbargebäude anzupassen. „Das stimmt so nicht. Zum einen handelt es sich rein rechtlich um keine Hochhäuser, zudem passen sich die Gebäude durch die steigenden Höhen wunderbar in die Bebauung des Westflügels ein“, erklärte Ortsbeiratsmitglied Götz Hinrichsen.

Und auch auf die rechtlichen Voraussetzungen sei freilich geachtet worden. „Die Pläne bewegen sich allesamt im Rahmen des festgesetzten Bebauungsplanes“, so der Architekt. Dem hatte Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Diel nichts mehr hinzuzufügen: „Der Entwurf ist gelungen, mit dieser Lösung können wir leben.“

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