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08.08.2018, xpsx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training emspor, v.l. Trainer Trainer Adolf Adi Huetter (Eintracht Frankfurt), Ante Rebic (Eintracht Frankfurt)

Eintracht Frankfurt

Keine Bange: Die Eintracht freut sich auf das Duell mit den großen Bayern

Der Supercup hat für Neu-Trainer Hütter einen hohen Stellenwert. Es geht um einen Titel, viel Geld und die Frage: Wie weit ist die Eintracht nach dem Umbruch?

Natürlich war es wieder Ante Rebic, Pokalheld, Vize-Weltmeister und nicht erst seit seinem Treuebekenntnis vom Freitag ein echtes Aushängeschild von Eintracht Frankfurt, der die Richtung vorgab. „Wir haben ja schon einmal gezeigt, dass man die Bayern schlagen kann“, sagte der 24-Jährige gestern forsch. Warum also auch nicht wieder am Sonntag (20.30 Uhr/ZDF) im eigenen Stadion vor 51 500 Zuschauern? Und „es wird schon einen geben bei uns, der den Ball lang schlagen kann“, grinste Rebic. So wollte der Stürmer der Legende nach beim epischen Coup gegen den großen FC Bayern im Pokalfinale vom 19. Mai angespielt werden, Kevin-Prince Boateng hatte diese spezielle Taktik tags drauf auf dem Römerbalkon verraten, und auch wenn der An- und Wortführer mittlerweile in Italien spielt, wird wohl einer im neuen Eintracht-Dress Rebic mit derlei Vorlagen versorgen. So wie bei seinen beiden Toren im Berliner Mai.

Tatsächlich ist Ante Rebic, nach seinem WM-Urlaub erst seit Mittwoch wieder im Training, „ein Thema für Sonntag“, sagte Trainer Adi Hütter. Wahrscheinlich wird der Bulle in Fußballschuhen nicht von Anfang an dabei sein beim raschen Wiedersehen mit dem Rekordmeister und mit Hütters Vorgänger Niko Kovac, dem Seitenwechsler an der Seitenlinie. Dazu fehlt ihm noch das konditionelle Rüstzeug. „Physisch“, sagte er selbst, sei er noch „nicht voll da“. Außerdem wäre es dem Binnenklima womöglich abträglich, wenn einer nach nur ein paar Trainingseinheiten sofort zur Anfangself zählen würde, während andere nach einer bald sechswöchigen anstrengenden Vorbereitung nicht mal zum Kader gehören.

Ohnehin wird sich der eine oder andere Profi umgucken, wenn Hütter die 18 Mann für das erste Pflichtspiel ausgewählt hat: Die Hälfte des imposanten 36-Mann-Kaders (inklusive der Jungprofis) wird am Sonntag nämlich mit einem Platz auf der Tribüne vorlieb nehmen müssen. Und es werden noch Spieler dazukommen, zumindest auf der Rechtsaußen-Position will sich die Eintracht noch einmal verstärken.

Der Supercup, für den sich die Eintracht erstmals wieder seit 1988 qualifiziert hat, hat für Adi Hütter einen hohen Stellenwert. „Es gibt einen Titel.“ Und Geld. Der Sieger erhält drei Millionen Euro, der Verlierer zwei, dazu kommen TV-Gelder und ein gewisser Teil der Zuschauer-Einnahmen. Für Hütter ist es zudem das erste Spiel im Eintracht-Stadion, auf der Gegenseite steht der letztjährige Eintracht-Trainer Kovac. Ein Mann, „den ich schätze und mit dem ich befreundet bin“, sagte Hütter. „Ich freue mich auf dieses Spiel.“

Der Supercup ist freilich auch ein erster vorsichtiger Gradmesser. Wo steht Eintracht Frankfurt nach dem neuerlichen personellen Umbruch? Wie weit hat die Mannschaft das neue System schon verinnerlicht? Hütter selbst ist da im Augenblick noch vorsichtig. Womöglich müsse man „einen Zwischenschritt“ einlegen. Klar sei, dass die Automatismen noch nicht zu 100 Prozent griffen, auch das neue System sitze noch nicht. Dennoch: „Ich möchte am Sonntag aber ein Team sehen, das vom ersten Moment an Mentalität zeigt. Ich will das sehen, was wir trainiert haben“, sagte Hütter, selbst wenn es „gegen die beste Mannschaft Deutschlands“ gehe.

Personell kann der Österreicher nahezu aus dem Vollen schöpfen; praktisch alle Mann sind an Bord. Nach Lage der Dinge werden lediglich zwei der acht Neuzugänge von Beginn an spielen; Torhüter Frederick Rönnow wird erstmals im Tor stehen, Lucas Torro im defensiven Mittelfeld bayerische Angriffe zu verhindern haben. Die leicht angeschlagenen Timothy Chandler und Jetro Willems sind einsatzbereit. Einem zumindest ist nicht Bange vor den auf Revanche sinnenden Bayern: Ante Rebic. „Wir haben eine ähnliche gute Mannschaft wie letztes Jahr.“ Dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

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