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Ortsbeirat Reinhard Klapproth sorgte dafür, dass die Säule an der S-Bahn-Haltestelle Mühlberg wieder aufgestellt wird. Nun soll endlich eine große Uhr folgen.

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Keine Uhr am "Mühlberg" wegen Vandalismusgefahr

An der S-Bahn und Tram-Haltestelle „Mühlberg“ fehlt seit langer Zeit eine gut sichtbare Uhr. Seit zwei Jahren setzt sich der zuständige Ortsbeirat 5 dafür ein, dass diese ersetzt wird. Die Deutsche Bahn weigerte sich jedoch, ein neues Modell bereitzustellen. In ihrer Begründung spricht sie von „erhöhten Vandalismusproblemen“. Nun kümmert sich die Stadt Frankfurt um eine Lösung.

Was zunächst banal klingen mag, kann im Alltag wichtig werden. Eine gut sichtbare, öffentliche Uhr zum Beispiel. Eine solche fehlt an der S-Bahn und Tram-Haltestelle „Mühlberg“ bereits seit 2011. „Natürlich haben die meisten Menschen heute Handys“, sagt Reinhard Klapproth, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Sachsenhausen, Oberrad). Ihm ist trotzdem das Fehlen einer großen Uhr aufgefallen, weil er fast täglich an der Haltestelle vorbeifährt. „So eine Uhr gehört aber zur grundlegenden Ausstattung einer so viel genutzten Umsteigestation“, erklärt er. „Ältere Menschen können die eigene Armbanduhr ohne Brille manchmal gar nicht lesen. Und wer mit dem Fahrrad kommt, kann beim Fahren oder Abschließen nicht in der Tasche nach dem Handy kramen. Ich freue mich immer, wenn es eine Uhr an der Haltestelle gibt.“ Deswegen hat Klapproth im Januar vergangenen Jahres zusammen mit dem Ortsbeirat 5 einen Antrag an den Magistrat der Stadt gestellt. Auf eine zufriedenstellende Antwort musste er allerdings erst einmal warten.

Laut der Deutschen Bahn wurde die Uhr nämlich wegen „hoher Vandalismusschäden“ abmontiert. Das teilte der Magistrat dem Ortsbeirat in einer Antwort im Mai 2016 mit. Die Bahn sehe außerdem davon ab, eine neue aufzustellen, denn sie befürchte weitere Beschädigungen. „Das ist eigentlich nicht verständlich, weil es Modelle gibt, die gegen Vandalismus resistent sind“, wundert sich Klapproth. „Außerdem wurden seit 2011 weder die Säule, auf der die Uhr stand, noch die daran angebrachten Logos beschädigt. Wir können deswegen nicht davon ausgehen, dass an der Haltestelle häufiger Passanten die Ausstattung beschädigen und hier ein außergewöhnliches Vandalismusproblem besteht.“

Im November vergangenen Jahres stellte der Ortsbeirat 5 erneut einen Antrag. Der Magistrat solle nochmals auf die Deutsche Bahn einwirken und im Zweifel die Haltestelle selber mit einer Uhr ausstatten. Darauf hat sich der Magistrat nun, über ein Jahr später, schließlich eingelassen. Zwar sehe die Bahn nach wie vor davon ab, eine Uhr aufzustellen, so die Stadt, dafür konnte der Magistrat die Firma Ströer gewinnen, die auch für die Werbung an den Haltestellen verantwortlich ist. Mit dieser wird nun erörtert, an der Haltestelle „Mühlberg“ eine Uhr aufzustellen, wie sie unter anderem auch an der Haltestelle „Hessendenkmal“ steht.

Bleibt abzuwarten, wann das der Fall sein wird. Das Prozedere um die Uhr hat schließlich schon zwei Jahre gedauert. „Das ist leider normal“, erzählt Klapproth, „gerade wenn die Bahn als Partner gefragt ist, laufen Prozesse extrem träge. Das kennen wir schon.“ Wichtig sei, dass der Antrag durchgekommen ist. Anwohner und Reisende könnten sich darauf freuen, bald wieder eine gut sichtbare, öffentliche Uhr nutzen zu können.

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