Die Rebstockschule in der Leonardo-da-Vinci-Allee 11.
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Die Rebstockschule in der Leonardo-da-Vinci-Allee 11.

Ein Zeichen der Entwarnung

Keine Schadstoffe bei Untersuchung in der Rebstockschule gefunden

Bei der neuesten Luft- und Hausstaubuntersuchung in der Grundschule Rebstock wurden keine Schadstoffe gefunden. Auch andere Kritikpunkte erweisen sich als falsch.

Man kann sich die Empörung der Eltern vorstellen, wenn die Schule ihre Kinder krank macht. Davon war aber nichts zu spüren, als gestern die Ergebnisse der neusten Luft- und Hausstaubuntersuchung an der Rebstock Grundschule vorgestellt wurden. Das Ergebnis: Keinen Grund zur Sorge, allenfalls zur Vorsorge. „Wir haben alles getestet, worum wir gebeten wurden. Selbst wenn es sinnlos war, weil die Stoffe etwa zu flüchtig sind“, sagte der Gutachter Wigbert Maraun vom Umweltlabor Arguk. Bei keinem Stoff sei der Gefahrenwert überschritten worden.

Alles unbedenklich

Nur zwei Stoffe seien auffällig aber unbedenklich gewesen. Sie tragen die schönen Namen „Tributoxyethyl Phosphate“ (TBEP) und „Diethylhexylphthalat“ (DEHP). Erstere könnte von der Bodenversiegelung oder von Textilien stammen, sagte Maraun. Bei letzteren vermute er die Ursache bei den Schuhsohlen der Schüler.

Als Reaktion auf die Auffälligkeit werde man die Reinigungsmittel auf die Stoffe kontrollieren und gegebenenfalls austauschen, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Zudem solle die Bodenversiegelung während der Ferien abgetragen und durch neue ersetzt werden.

Im Dezember letzten Jahres schlug die Diskussion um Schadstoffbelastung an der Grundschule erstmals große Wellen. 17 Schüler und Lehrer mussten damals wegen Atemproblemen und Augenreizungen ins Krankenhaus. Methylmethacrylat-Dämpfe eines Fußbodenklebers hätten die Symptome verursacht, wie die Stadt später bekannt gab. Nach neuerlichen Messungen wolle man nun die Halle nach den Ferien wieder freigeben. Einige Schüler und Lehrer klagten jedoch weiterhin über Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten. Wie viele Personen dies betraf, ist unklar. Das Bildungsdezernat ging von 13 Betroffenen aus. Die „IG Schadstoffe in Frankfurter Schulen und Kitas“, eine Interessengemeinschaft aus Eltern und Lehrern, sprach dagegen von mindestens 40 Kindern und Pädagogen und auch von „sturzbachartigem Nasenbluten“, die die Schule verursache.

Viel Wind um nichts?

Aline Aksoy vom Elternbeirat kann das kaum glauben. „Wir zählen maximal neun Kinder mit leichten Kopfschmerzen. Da sind aber auch die mit gezählt, die den ganzen Tag vor der Glotze sitzen.“

Schon frühere Messungen des Dezernat hätten keinen Hinweis auf Schadstoffe geliefert. Die IG Schadstoffe verwies dagegen im Mai auf Blut- und Urintests von drei Schülern und eine Lehrerin. Bei allen Vieren habe man unter anderem Spuren von Schimmel, Styrol sowie Ameisen- und Essigsäure nachgewiesen, hieß es. Die IG Schadstoffe folgerte daraus, dass die Stadt schlicht die falschen Tests durchgeführt hätte. Am 31. Mai wurden dann zusätzliche Untersuchungen durchgeführt.

Der Lüftungsanlage kommt in der Diskussion eine Schlüsselrolle zu. Die Stadt bestätigte technische Probleme dieser Anlage, die man im April behoben habe. Die IG Schadstoffe berichtete dagegen, dass die CO2-Ampeln in einigen Klassenräumen ständig auf Rot ständen. Von der Schulleitung hieß es gestern, dass sie davon jedoch nichts wüssten.

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