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Boris Hüttig (l.) und Uli Schlepper vor einem ihrer Lieblingslokale, dem ehemaligen Gorjel Schwenker, das heute Dough House heißt.

Song über Fladenbrot-Snack

Keiner singt schöner über Döner: Hymne von Frankfurter Partymachern kommt gut an

Wer nachts arbeitet oder feiert, hat oft am frühen Morgen Hunger. So geht es auch Uli Schlepper und Boris Hüttig. Wenn die beiden Sachsenhäuser von ihren Auftritten kommen, geht nur eins: Döner. Ihm haben sie jetzt sogar eine Hymne gedichtet.

Frankfurt - Sie können schrill sein, seriös, fetzig und finster. Sie haben eine Event-Agentur, sind Partymacher, DJs und machen ab und zu selbst Musikvideos. Uli Schlepper alias Wallace Love (50) und Boris Hüttig alias Boris Bude oder Buffalo Bude (46) sind nachts viel auf Achse. "Hunger und Durst kommen meist zwischen vier und fünf Uhr morgens. Zu Bier passt würziger Döner", sagt Schlepper grinsend.

Schon 70 000 Fans

Und irgendwann beim Döneressen fingen sie an "Döner um fünf Uhr" zu pfeifen. "Weil's gepasst hat", so Hüttig. Dass daraus ein Musikvideo entstand, habe auf der Hand gelegen. Ebenso wie bei ihrem Eintracht-Song "One Night in Baku" mit Roy Hammer vom April, das sie auch beim Public Viewing in der Commerzbank-Arena gegen FC Chelsea präsentierten. Allein die beiden Videos haben in kürzester Zeit mehr als 70 000 Fans auf Youtube geguckt.

Mit Dönern sei es wie mit Pizza. "Wenn er nicht mit Liebe gemacht ist, schmeckt er nicht. Das Fleisch muss knusprig sein. Wabbelig ist es eklig", sagt Schlepper, während die beiden durch Alt-Sachsenhausen schlendern. Und sie vergleichen Döner auch mit Musik. "Wer gut vorbereitet ist, macht die bessere Party." Und wer macht den besten im Revier. "Köylü Döner in der Paradiesgasse", kommt es prompt. Kaum gehen die zwei mit Sonnenbrille, Käppi und Kapuze an dem kleinen Laden vorbei, werden sie reingerufen. "Willst Du Döner?", wird gerufen. "Das macht der nicht nur nachts um fünf Uhr, sondern auch nachmittags um fünf Uhr mit uns", lacht Schlepper. Er bestellt Döner nur mit Fleisch, Gemüse und Joghurt-Soße, Hüttig mit allem und scharf. Sie beißen herzhaft rein. ,. "Döner soll ja auch gesund sein", flachsen sie. Hüttig wird ernst. "Auf jeden Fall sind wir gegen Massentierhaltung." Dabei erinnert er sich daran, wie "wir mitten im Betrieb mit 30 Leuten hier unser Video hier gedreht haben. Das war so eng, dass wir uns fast wie in Massentierhaltung gefühlt haben." 

Derweil machen sie ihre Runde im Quartier, passieren ihre Lieblingsorte. Den Ponyhof in der Klappergass. "Da haben wir schon oft aufgelegt", so Schlepper. Und am ehemaligen Gorjel Schwenker vorbei, das seit fünf Jahren "Dough House" heißt. "Hier haben wir 70er Jahre Musik aufgelegt", erzählt Hüttig. Er isst den Rest von seinem Döner und stimmt mit Schlepper gesanglich ein. Sie singen mitten auf der Gass'. "Döner um fünf Uhr, die ganze Nacht war ich auf Tour. Döner um fünf Uhr. Ich will jetzt nur nen Döner pur". Nicht nur sie haben Spaß dabei. Fußgänger drehen sich lachend um, Mitarbeiter im Old Irish Pub nicken im Takt. Vor der frisch renovierten "Daheim in der Affentorschänke" machen sie Halt. Neugierig gehen sie rein und bewundern die angenehme Atmosphäre zwischen historisch, neu und heimelig. "Es läuft in Alt-Sachsenhausen", meint Schlepper.

von Sabine Schramek

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