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Drei Kindergartengruppen gibt es in der Kindertagesstätte ?Martin Niemöller? ? aber keine freien Plätze.

Schnelle Besserung nicht in Sicht

114 Kindergartenplätze fehlen

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114 Kinder auf dem Riedberg haben keinen Kindergartenplatz – obwohl es einen gesetzlichen Anspruch gibt. Auch wenn die Stadt mit Hochdruck an einer Lösung arbeitet – eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht, wie sich jetzt im Ortsbeirat 12 zeigte.

Die Kinderzahlen sind in den vergangenen Jahren explodiert, die Expertenprognosen wurden weit übertroffen. In der Realität zeigt sich das bei den Betreuungsplätzen, es gibt keinen Stadtteil, der nicht betroffen ist. Besonders hart trifft es derzeit die Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren. 378 mehr als vorausgesagt leben in Frankfurt, alleine 100 von ihnen auf dem Riedberg. Die Konsequenz: 114 Kinder aus dem Stadtteil haben keinen Kindergartenplatz – nur 785 der 899 Kinder können betreut werden.

„Es scheitert nicht am Geld oder politischen Willen, sondern schlichtweg an den fehlenden Flächen. Das ist unser Kernproblem“, erklärte Jetta Lüdecke, Referentin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Gemeinsam mit Cornelia Suess vom Stadtschulamt stellte sie sich in der Sitzung des Ortsbeirates 12 (Kalbach, Riedberg) den Fragen der Stadtteilpolitiker und Eltern. Immer wieder waren sie in den jüngsten Sitzungen zu Gast und berichteten von ihren Sorgen, keinen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs zu bekommen. So auch am Freitagabend. „Mein Sohn wird am 1. Juli drei Jahre alt, einen Platz habe ich immer noch nicht. Jetzt musste ich meinem Arbeitgeber einen Absage erteilen“, berichtete eine junge Mutter.

Für diese Nöte zeigte Cornelia Suess, die sich seit 2008 um die Kindertagesstätten auf dem Riedberg kümmert, zwar Verständnis, versuchte zugleich aber auch die erhitzten Gemüter zu beruhigen. In dem sie erklärte, was zu diesem Platzmangel führte.

5100 Wohneinheiten seien vor rund 20 Jahren auf dem Riedberg anvisiert worden, zwölf Baufelder für Kindertagesstätten seien dafür eingerichtet worden. 2003 eröffnete mit der Kita „Weltraum“ die erste Einrichtung. Mit den Jahren wurden die Zahlen angepasst, von 6129 Wohnungen und Häusern gehe man derzeit aus, schon 2013 sei klar gewesen, dass eine dreizehnte Kita benötigt würde. Das Baufeld gebe es bereits, an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee, wo jetzt die Pavillonanlage der IGS Kalbach-Riedberg steht.

Sinkende Zahlen

„Plötzlich gab es sinkende Kinderzahlen, wir hatten 67 freie Plätze, die dreizehnte Kita zu planen war nicht nötig“, erklärte Suess. Deswegen blieb auch der erste, der provisorische Standort der Kita „Altkönig“ nicht in städtischer Hand. Weil es nicht nötig gewesen sei. Bestraft wurde diese Entscheidung durch die steigenden Geburtenzahlen – nun sucht die Stadt händeringend Grundstücke.

Sofortprogramm

Parallel hat die Stadt ihr Kita-

Sofortprogramm

auch auf dem Riedberg gestartet. Dabei geht es um die Umwidmung von Flächen, wie Büros zu Kindertagesstätten. „Mit zwei Investoren sind wir derzeit in Gesprächen, konkrete Aussagen können wir hier aber noch nicht treffen“, sagte Cornelia Suess. Mit einem Fingerschnippen geschehe das aber auch nicht. „Wir machen keine Pommesbude auf, sondern eine Kita. Dafür brauchen wir eine Betriebserlaubnis, das geht nicht von jetzt auf gleich“, erklärte sie.

Ebenso wenig wie der Bau der letzten, seit 1999 geplanten Einrichtung – die Kita „Westflügel“ an der Ecke Ernst-Balser-/ Eugen-Blanck-Straße. Dort sollen 36 U 3- und 63 Kindergartenplätze entstehen. Allerdings erst Anfang 2019 – zumindest die Bauarbeiten sollen im kommenden Herbst beginnen.

Mit einem anderen Problem beschäftigte sich eine Kita in Frankfurt. Denn hier machen auch rassistische Sprüche auch vor Kitas in Frankfurt nicht halt. Expertinnen raten, Rassismus in der Kita nicht als Bagatelle abzutun.

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