Kinderklinik hilft Nachwuchs-Künstler

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Auf ganz ungewöhnliche Weise kümmern sich Mitarbeiter der Kinderkrebsklinik um einen ihrer Patienten: Sie haben für den jungen Künstler Niklas Rühl eine Ausstellung organisiert.

Die Kamera ist sein ständiger Begleiter. Der junge Künstler Niklas Rühl, der in Darmstadt Film studiert, hält fest, was das Leben ihm zeigt. Was der 22-Jährige bei seinen Streifzügen durch Frankfurt vor die Linse nahm, das ist ab heute in der Ausstellung „7 Tage Frankfurt“ im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse zu sehen.

Am südlichen Mainufer, auf dem Römerberg, an der Schirn und auf dem Eisernen Steg war der junge Fotograf eine Woche lang unterwegs. In der Hand seinen „Pentacon Six TL“-Fotoapparat, ein altmodisches Gerät mit 60 x 60--Schwarz-Weiß-Film darin. Seit Rühl die 30 Jahre alte Kleinbildkamera seines Vaters in die Hände bekommen hat, pflegt er eine Leidenschaft für analoge Fotografie.

Das blieb auch den Ärzten und Pflegern der Kinderkrebs-Klinik des Uniklinikums nicht verborgen, da ihr junger Patient zwischen seinen Therapie-Terminen auf Foto-Safari ging. Im Uniklinikum kennen sie Niklas Rühl gut, denn bei dem jungen Mann war bereits mit 15 Jahren eine Krebserkrankung festgestellt worden. Immer wieder musste er im Krankenhaus behandelt werden. Lange schon kann er nicht mehr ohne die Unterstützung von Gehstöcken laufen, derzeit geht es Niklas Rühl so schlecht, dass er selbst nicht zur Eröffnung seiner Ausstellung kommen kann. Der Krebs zerstört seinen Körper immer weiter.

Stattfinden soll sie trotzdem, das ist sein größter Wunsch. Deshalb haben nun Ärzte und Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Uniklinikums die Vorbereitungen übernommen. Auch eine Freundin Rühls, die Frankfurter Künstlerin Margarete Rabow, macht sich für das Gelingen der Ausstellung stark. Mit Rabow, die im vergangenen Jahr mit ihren Erinnerungsaktionen an das KZ Katzbach in der Stadt auffiel, verbindet Rühl eine Freundschaft, beide haben schon einige gemeinsame Projekte gemacht. Er begleitete sie als Filmemacher ins KZ Buchenwald, wohin Rabow den Spuren ihres Großvaters gefolgt war, und gestaltete ihren Internetauftritt zum KZ Katzbach. „Obwohl er noch so jung ist, ist er ein außergewöhnlicher Künstler“, sagt Rabow.

Niklas Rühl hat sich entschieden, seine Frankfurt-Bilder zum Kauf anzubieten. Der Erlös soll dem Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ zugute kommen, der die Kinderkrebsstation der Uniklinik unterstützt. Es ist seine Art, Danke zu sagen.

Die Ausstellung „7 Tage Frankfurt“ wird heute, Freitag, um 16 Uhr im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse an der Neuen Mainzer Straße 49 eröffnet. Der Eintritt ist frei.

(ing)

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