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Kinderschutzbund Frankfurt sucht dringend nach weiteren Räumen

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Von: Alexandra Flieth

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Es wird eng: Lucie Erzgräber (Morgan Stanley), Stefan Schäfer und Nicola Küpelikilinc zwischen all den Spenden. FOTO: Leonhard hamerski
Es wird eng: Lucie Erzgräber (Morgan Stanley), Stefan Schäfer und Nicola Küpelikilinc zwischen all den Spenden. © hamerski

Auch in der Orangerie stapeln sich die Kisten bis zur Decke

Der Kinderschutzbund Frankfurt benötigt Räume für sein neues Projekt Family House - "möglichst innenstadtnah und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen", sagt Geschäftsführer Stefan Schäfer. Gesucht werden gut 150 Quadratmeter, möglichst im Erdgeschoss liegen, damit man ohne Probleme mit dem Kinderwagen hinein kommt. Und günstig soll es sein. "Unser Budget liegt bei maximal 35 000 Euro pro Jahr", sagt Schäfer.

4500 Familien werden beraten

Welche Idee sich hinter dem Projekt Family House"verbirgt, führt Nicola Küpelikilinc aus. Sie hat die Leitung des Projekts Babylotsinnen des Frankfurter Kinderschutzbundes. Darin engagieren sich zehn hauptamtlich tätige Pädagoginnen und Sozialarbeiterinnen, die auf den Entbindungsstationen der Krankenhäuser in Frankfurt arbeiten und dort Mütter und Familien rund um die Geburt beraten sowie bei Bedarf auch in Angebote der Frühen Hilfen weitervermitteln. Das Konzept hat sich seit seinen Anfängen im Jahr 2014 bewährt, rund 4500 Familien werden jährlich so unterstützt.

Die Zeit der Corona-Pandemie habe aufgezeigt, dass die materielle Armut vieler Familien gestiegen sei, sagt Nicola Küpelikilinc. "Wir haben festgestellt, dass im vergangenen Jahr doppelt so viele Familien das Thema materielle Armut im Gespräch mit den Babylotsinnen angesprochen haben, als noch im Jahr zuvor", führt sie aus. Sie beziffert die Zahl für 2021 mit mehr als 500 Familien, auf die dies zugetroffen habe. Seit drei Jahren ermöglicht der Frankfurter Kinderschutzbund, der seinen Sitz in der Comeniusstraße 37 hat, mit Sachspenden Familien in finanziell prekären Lagen eine Erstausstattung fürs Baby. "Unsere eigenen Räume reichen dafür nicht mehr aus, wir stoßen an die Grenzen unserer Kapazitäten", betont Küpelikilinc.

In dem Haus des Frankfurter Kinderschutzbundes am Günthersburgspark ist bereits der große Besprechungsraum in Teilen als Lager umfunktioniert worden. Doch das ist längst nicht alles. Auch in der benachbarten Orangerie nutzt die Einrichtung in der ersten Etage einen Raum, um all die Dinge ordentlich in Kisten aufzubewahren, die Babys in den ersten acht bis zehn Wochen nach ihrer Geburt benötigen. Dort ist kaum noch Platz vorhanden. Vieles davon wie Strampler und Hemdchen ist Secondhand, gespendet von anderen Eltern, deren Nachwuchs bereits größer ist. "Hygieneprodukte und medizinische Produkte kaufen wir neu ein", sagt Stefan Schäfer

Baby ist willkommen

Die Erstausstattungspakete werden überwiegend von ehrenamtlichen Helfern gepackt. "Diese sind jeweils individuell auf die jeweilige Familie abgestimmt, die das Paket bekommt", erklärt die Projektleiterin. "Es gibt viele Familien, die einen Bedarf haben an materiellen Dingen für ihr Neugeborenes. Zu wissen, da ist jemand, der einen gerade für die ersten Wochen der Geburt mit einer Erstausstattung unterstützt, macht etwas mit den Familien, denn sie merken, ihr Baby ist willkommen", beschreibt es Küpelikilinc.

Mit dem geplanten Projekt Family House, das sie selbst als Anschlussprojekt zu den Babylotsinnen sieht, soll nun, wenn möglich, die Unterstützung zentral an einem Ort gebündelt und auch ein Eltern-Kind-Treff eingerichtet werden, um zudem einen Austausch zu ermöglichen. Der Frankfurter Kinderschutzbund freut sich, mit der Morgan Stanley Bank AG einen Partner an der Seite zu haben, durch den die Realisierung des geplanten Projekts möglich ist, beschreibt es Schäfer.

Insgesamt 140 000 Euro spendet die Bank in den kommenden zwei Jahren für die Familienprojekte.

Wer finanzierbare Räume für das Projekt zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter (069) 97 09 01 10 mit dem Frankfurter Kinderschutzbund in Verbindung setzen. Weitere Infos unter www.kinderschutzbund-frankfurt.de im Internet. Alexandra Flieth

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