+
Noch geht im KiZ 64 in der früheren Sparkassenfiliale an der Bruchfeldstraße niemand ein und aus. In zwei Wochen zieht aber die erste Kindergruppe ein.

Hortplätze

Kinderzentrum 64 eröffnet in Niederrad – Es fehlen weiterhin Betreuungsangebote

Hortplätze für Grundschulkinder sind weiterhin rar im Frankfurter Süden. Anfang April öffnet der neue Hort in der ehemaligen Sparkassenfiliale an der Bruchfeldstraße.

Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) stellt immer wieder die Frage nach der genauen Zahl der Hortplätze, also der Plätze für die Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder. Aus der neuesten, haargenau auf den letzten Platz bezifferten Antwort des Magistrats wird deutlich: Es gibt zwar neue Plätze, aber gemessen am Bedarf sind es noch zu wenige.

In Niederrad ist demnach im vergangenen Jahr der Versorgungsgrad um zwei Prozentpunkte gestiegen. Anfang des Jahres 2018 gab es 313 Plätze für 714 Kinder im Grundschulalter – damit sei das gesetzte Ziel von 40 Prozent gar „übererfüllt“ worden (44 Prozent). Ende des Jahres 2018 errechnete die Stadt eine Quote von 46 Prozent (367 Betreuungsplätze für 790 Kinder). Die neuen Plätze sind vor allem im Bezirk der Frauenhofschule nach der Umwandlung des Kinderzentrums 64 in eine ESB mit dem Internationalen Familienzentrum als neuem Träger entstanden. Das KiZ 64 macht jetzt wieder neu auf: Am 1. April startet das städtische Kinderzentrum KiZ 64 in der Bruchfeldstraße 66. Mit einer Gruppe von 21 Kindern wird es in der ehemaligen Sparkassenfiliale losgehen. Sukzessive soll bis zum Sommer auf 63 Plätze ausgebaut werden. Vom ehemaligen KiZ 64 in der Frauenhofschule wechseln voraussichtlich zehn Kinder dorthin.

An der Friedrich-Fröbel-Schule mit ihren 199 Hortplätzen (124 Hort-und 75 ESB-Plätze) hingegen ist der Versorgungsgrad gesunken, weil mehr Kinder dazugekommen sind: von 59 Prozent (339 Kinder) auf 52 Prozent (380 Kinder).

In Sachsenhausen sieht es zwar etwas besser, aber auch nicht gut aus. Es gibt zwar ganze 16 Horte (637 Plätze) und 513 ESB-Plätze. Die kommen auf 1895 Kinder. Der Versorgungsgrad liegt bei 61 Prozent. Die ESB der Riedhofschule hat um elf Plätze aufgestockt und plant eine Erweiterung, an Martin-Buber-Schule (41 Prozent) und Mühlbergschule (59 Prozent) fehlen weiterhin Plätze. Die ESB Mühlbergschule soll 20 weitere Plätze erhalten. Die Textorschule und die Willemerschule bekommen alle Kinder unter.

Die Schwierigkeiten bei der Suche nach Räumlichkeiten für neue Einrichtungen liegt „prinzipiell an der Knappheit von geeigneten Liegenschaften“, erklärt Jasmin Misev, Referentin der Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). In Niederrad, Sachsenhausen und Oberrad komme erschwerend hinzu, dass sich große Teile dieser Stadtteile in der Tagschutzzone II des Flughafens befinden und hier ein Bauverbot für öffentliche Einrichtungen, also auch Kitas und Horte, besteht.

Die Stadt habe versucht, beim Regierungspräsidium in Darmstadt Ausnahmegenehmigungen vom Bauverbot zu beantragen. „Das haben wir in Einzelfällen zwar geschafft, es war allerdings sehr mühsam“, berichtet Misev. Bei der Prüfung eines Gebäudes in der Adolf-Miersch-Straße in Niederrad etwa wurde der Stadt die Ausnahmegenehmigung vom Regierungspräsidium verweigert, mit dem Hinweis, es sollten Liegenschaften im nördlichen Niederrad ausfindig gemacht werden, also außerhalb der Tagschutzzone.

stu

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare