Die Gießkannen kommen im städtischen Kinderzentrum Peter-Fischer-Allee im Höchster Lindenviertel regelmäßig zum Einsatz, denn das Zentrum ist vom Kneipp-Bund zertifiziert als Einrichtung, die das Kneippsche Gesundheitskonzept im Alltag umsetzt.
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Die Gießkannen kommen im städtischen Kinderzentrum Peter-Fischer-Allee im Höchster Lindenviertel regelmäßig zum Einsatz, denn das Zentrum ist vom Kneipp-Bund zertifiziert als Einrichtung, die das Kneippsche Gesundheitskonzept im Alltag umsetzt.

Freizeit

Kinderzentrum setzt auf mehr Barfuß-Erlebnisse

Zum 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp soll sich der Nachwuchs mit allen Sinnen entwickeln

Höchst. Schon am 17. Mai diesen Jahres wäre Sebastian Kneipp, Pfarrer und Wasserdoktor aus Wörishofen, 200 Jahre alt geworden. Das war ein Grund für das Kneipp-zertifizierte Kinderzentrum Peter-Fischer-Allee, den Geburtstag mit verschiedenen, vom Kneipp-Bund angeregten Aktionen zu würdigen. Sylvia Weber (SPD), Dezernentin für Integration und Bildung, würdigt das Programm: "Es freut mich, dass der Geburtstag von Sebastian Kneipp mit so vielen unterschiedlichen Angeboten begangen wird. Das letzte Jahr war für uns alle, aber besonders für die Kinder schwierig und von viel Verzicht geprägt. Umso schöner ist es, dass sie in so einem Rahmen Neues erfahren und erlernen können."

Bereits im März gab es den "Tag der Ernährung", an dem mit Rezepten nach Kneipp gemeinsam gebacken wurde, und einen "Tag des Wassers". An diesem Tag gestalteten die Kinder mit den pädagogischen Fachkräften bunte Gießkannen, die Kneipp ganz sicher gefallen hätten. Für die Eltern gab es auf dem Freigelände eine Ausstellung mit allerlei Wissens- und Nachahmenswertem - die Kinder gaben dabei stolz ihre Kenntnisse zum Besten.

Nostalgische Spiele und ein Singkreis

Der "Tag des Fußes" am 30. Juni beinhaltete eine Mitmachaktion, barfuß zu laufen. Am 15. August folgte der "Tag der Heilkräuter" - ein Tag, an dem die Kinder im Kinderzentrum unterschiedlichste Rezepte mit Kräutern umsetzten und auch eine Kräuterführung durch den eigenen Garten veranstalteten. Den Projektabschluss am 10. Oktober bildet ein "Tag der seelischen Gesundheit". Geplant sind für diesen Tag unter anderem ein Singkreis für alle Kinder und nostalgische Spiele im Außengelände - Hygienemaßnahmen wurden und werden auch weiterhin eingehalten.

Bei der Vorbereitung zum "Tag des Fußes" wurde dem Team des Kinderzentrums Peter-Fischer-Allee bewusst, wie wichtig es ist, den Fokus auf die Kinderfüße zu legen und dies zum diesjährigen Schwerpunkt-Thema zu machen. Wenn Kinder barfuß laufen, müssen die Muskeln in den Füßen die kleinen Unebenheiten ausgleichen. Das trainiert und stärkt die Fußmuskeln. Bei einer untrainierten Fußmuskulatur senkt sich das Fußgewölbe, es kommt zu Senk-, Spreiz- oder Plattfüßen. Ähnlich wie in den Handinnenflächen sind unsere Fußsohlen sehr empfindlich. Man kann mit den Füßen tasten, mit etwas Übung gut greifen und sogar Gegenstände erraten.

"Unter Beachtung der Rolle unserer Füße auf unser Leben sollten wir ihnen die Freiheit zugestehen, sich richtig entwickeln zu können", sagt Stefanie Supreeth-Will, Leitung des Kinderzentrums Peter-Fischer-Allee. Gemeinsam mit den Kindern wird daher auf dem gesamten Außengelände des Kinderzentrums ein langer Barfußpfad angelegt. Dort wird es neben dem klassischen Sinnespfad für die Füße auch ganz viele andere Stationen geben: angefangen von Lehmkuhlen über eine Märchenecke mit Fußbecken, einen Zen-Garten zur Fußpflege, eine Akupunktur-Matte, ein selbstgebautes Fußmessgerät, eine Strand-Ecke für Kneipp-Güsse oder Plakate mit Fuß-Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur und zum Wohlbefinden bis hin zu Infos etwa über Fußformen oder auch der Frage, wie Stinkefüße entstehen - die Ideen sprudeln nur so. Die Ideen der Kinder wurden in die Planung aufgenommen und mit viel Fantasie kindgerecht optimiert.

Warum der Fuß so wichtig ist

Warum ein Barfußpfad? Der Fuß trägt uns unser ganzes Leben und wird viel zu wenig beachtet. Deshalb ist es wichtig, auch auf die Füße der Kinder zu achten, um späteren Schäden vorzubeugen. Das Barfußlaufen wirkt sich zudem auf die Gehirnentwicklung aus, denn durch die Stimulation der empfindlichen Fußsohlen werden neuronale Verbindungen im Gehirn geschlossen. Selbst Kneipp zitierte damals schon: "Wie viele Menschen verkümmern ihre Zehen aus Eitelkeit, indem sie zu enge Schuhe tragen! Früher oder später werden sie für diese Eitelkeiten viel zu büßen bekommen."

Und: Wie gut tut es, barfuß zu gehen, nicht nur drinnen, sondern auch im Gras oder im Sand! Wie fühlt es sich an, wenn das Gras die Füße kitzelt, der Sand durch die Zehen rieselt oder der Tau auf der Wiese beim Laufen die Füße kühlt? Barfuß laufen schärft die Sinne und die Koordination. Es dient als Venen- und Wadenmuskel-Pumpe und massiert die Fußreflexzonen - und es baut Stress ab.

Im Moment wird im Garten des Kinderzentrums fleißig gegraben und gewerkelt. Wenn der Barfußpfad fertig ist, werden die Kinder einen Laufplan erstellen, damit auch Eltern und Besucher ihren Füßen etwas Gutes tun können. Bildungsdezernentin Weber bedankt sich besonders bei den Mitarbeitenden des Kinderzentrums Peter-Fischer-Allee: "Hier wurde ein tolles Programm entwickelt, das nicht nur lehrreich ist, sondern auch ganz viel Spaß macht", sagt Dezernentin Weber. red

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