Sowohl in der Höhe, wie auch in der Kubatur passt sich der Neubau in die Römerstadt-Siedlung ein. Foto: opus Architekten
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Sowohl in der Höhe, wie auch in der Kubatur passt sich der Neubau in die Römerstadt-Siedlung ein.

Römerstadt: Nachbar im Neuen Frankfurt

Kinderzentrum wird neu gebaut

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Gebäude von 1958 steht vor dem Abriss - Umzug für Ende 2023 geplant

Keine Wärmedämmung an Dach und Fassade, schadhafte Fenster, eine veraltete Elektrik und Technik sowie energetische, brandschutz- und sicherheitstechnische Zustände, die den heute geltenden Anforderungen nicht mehr entsprechen - die Liste der Gründe, warum das 1958 errichtete Kinderzentrum Römerstadt, In der Römerstadt 117, seine beste Zeit hinter sich hat, ist lang. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Stadt entschieden hat, das eingeschossige, teilunterkellerte Gebäude nicht zu sanieren, sondern es aus Gründen der Wirtschaftlichkeit gleich abzureißen. Um es durch einen schicken Neubau zu ersetzt - für insgesamt 8,63 Millionen Euro.

Im September geht es los

Unverzüglich, heißt es in dem entsprechenden Vortrag des Magistrats solle mit der Maßnahme begonnen werden. "Mit der Herrichtung des Auslagerungsfläche und dem Aufbau der Containeranlage wird voraussichtlich im September begonnen werden", teilt Karina Berner von Kita Frankfurt auf Nachfrage mit. Der Abriss des Kinderzentrums sei für Ende dieses Jahres geplant. Für die Errichtung des Neubaus sei eine Bauzeit von mindestens zwei Jahren erforderlich, die Baufertigstellung ist Ende 2023 vorgesehen, so Berner.

Ausgelagert wird das Kinderzentrum während der Baumaßnahme in unmittelbarer Nähe - auf dem Spielplatz "Am Forum". In einer Pavillonanlage, die von der Stadt für rund drei Millionen Euro gekauft wird und im Anschluss für zwei weitere Auslagerungen genutzt werden soll: Nach dem Kinderzentrum in der Römerstadt wird die Kita "Bernadottestraße" die Anlage für zwei Jahre beziehen, als letztes folgt die Kita "Niederurseler Landstraße". Was im Anschluss mit der Pavillonanlage passiere, stehe noch nicht fest, heißt es in dem entsprechenden Beschluss, der bereits vor einem Jahr sowohl von Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), den zuständigen Ausschüssen sowie der Stadtverordnetenversammlung abgenickt wurde. Erst nach der Nutzung, so der Magistrat, werde geprüft, ob diese eventuell an einem anderen Standort für eine Auslagerung genutzt werde oder dem Amt für Bau und Immobilien zum Kauf angeboten werde.

Stadt schafft mehr Betreuungsplätze

Platz für 82 Kinder bietet das Kinderzentrum in der Römerstadt derzeit, aufgeteilt auf 50 Plätze für Kindergartenkinder von drei bis sechs Jahren sowie 32 Hortkinder. Nach Abriss und Neubau soll die Kita nicht nur um zwei Krippengruppen mit insgesamt 24 Plätzen, sondern zudem auch um 13 Kindergarten und zehn Hortplätze erweitert werden. 129 Kinder können die Einrichtung somit ab 2024 besuchen - das sind rund ein Drittel mehr Plätze.

Der Neubau erfolge in Passiv- und Massivbauweise, teilt der Magistrat mit. Er werde sich "sinnhaft und harmonisch" in der das Siedlungsbild Ernst Mays sowie in die Römerstadt, die als Kulturdenkmal im Denkmalverzeichnis eingetragen ist, einfügen. Das zeigt auch der entsprechende Entwurf des für den Neubau beauftragten Architekturbüros Opus aus Darmstadt. Weiterhin werde die bauhistorische bedeutsame Gartenarchitektur der Römerstadt berücksichtigt.

Dass das in die Jahre gekommene Kinderzentrum neu gebaut werden muss, dafür setzt sich der Ortsbeirat bereits seit einigen Jahren ein. Bereits 2016 hatte man zugestimmt, den Spielplatz als Auslagerungsort zur Verfügung zu stellen und ihn erst dann neu zu gestalten. Umso größer ist deshalb nun die Hoffnung der Stadtteilpolitiker, dass es im Herbst 2021 tatsächlich los geht. judith dietermann

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