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Kirche beschließt Trauung für alle

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© Frank Leonhardt (dpa)

Aus Segnung wird in der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau jetzt die Trauung für gleichgeschlechtliche Paare. Das hat die Synode am Samstag beschlossen.

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) soll künftig die Bezeichnung „Trauung“ für alle vom Standesamt beurkundeten Lebensbündnisse gelten. Die Kirchensynode brachte am Samstag in Frankfurt ein entsprechendes Kirchengesetz zur Änderung der sogenannten Lebensordnung ein. Seit 2013 ist in der EKHN die Segnung von homosexuellen Partnerschaften und die Trauung von heterosexuellen Paaren rechtlich und theologisch gleichgestellt. Nur der Begriff „Trauung“ ist bislang allein heterosexuellen Verbindungen vorbehalten. Das Gesetz soll im Herbst dieses Jahres verabschiedet werden und Anfang 2019 in Kraft treten.

Anlass für die Novellierung ist die Einführung der Ehe für alle im vergangenen Juni durch den Deutschen Bundestag. Seitdem entfällt die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Die Novellierung folge der geänderten staatliche Rechtslage und sei „inhaltlich kein großer Schritt“, sagte Oberkirchenrätin Petra Zander.

Nach dem Gesetzentwurf zur Änderung der Lebensordnung ist für Eheschließungen gleichgeschlechtlicher und heterosexueller Paare nur die Trauung vorgesehen. Entsprechend der staatlichen Regelung soll es künftig auch möglich sein, die Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften in eine Trauung umwandeln zu lassen, rückdatiert auf den Tag der Segnung der eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Nach wie vor darf aber eine Pfarrperson oder der Kirchenvorstand die Trauung eines gleichgeschlechtlichen Ehepaares ablehnen. Dann beauftragt der Dekan eine andere Pfarrperson mit der Trauung. Falls der Kirchenvorstand ablehnt, muss eine andere Gemeinde gefunden werden, in der die Trauung stattfinden kann.

Die EKHN mit ihren knapp 1,6 Millionen Mitgliedern in 1143 Gemeinden zählt zu den Pionieren der Gleichstellung. Die Segnung von homosexuellen Lebenspartnerschaften war bereits 2002 eingeführt worden. Seitdem wurden nach Zanders Angaben jährlich etwa 20 Paare gesegnet.

(epd)

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