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Die Erweiterte Schulische Betreuung der Kirchnerschule nutzt die Container rechts. Sie sollen vorerst bleiben, obwohl sie den Blick auf das Backsteingebäude hinten teilweise verdecken.

Bildungsdezernentin beantwortet Fragen

Kitas und Schulen: Was die Eltern in Bornheim wissen müssen

Zu wenig Betreuungsplätze, zu weiter Schulweg: Viele Bornheimer Eltern sind sauer. Das merkte auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber, die auf Einladung der Bornheimer SPD ihre Politik vorstellte. Das größte Problem, sagt sie, sei es, Räume zu finden.

  Die Betreuungssituation: Im Bereich der Kirchnerschule haben 57 Prozent der Unter-Dreijährigen einen Betreuungsplatz – laut Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sieben Prozentpunkte mehr als stadtweit geplant und 22 mehr als bundesweit. Bei den Kindergärten sind es 102 Prozent. „Es fehlt in der Schulkindbetreuung“, sagt Weber. Hier liegt die Quote nur bei 86 Prozent, 54 Plätze fehlen.

Im Bereich der Valentin-Senger-Schule liegt der U 3-Versorgungsgrad bei 27 Prozent, es sei aber „einiges in Planung“, so dass es am Ende 45 Prozent sein und nur zehn Plätze fehlen werden. Im Kindergarten können 65 Prozent aller Kinder betreut werden, „hier besteht weiterer Handlungsbedarf“. Bei der Schulkindbetreuung ist in diesem Schuljahr die Caritas eingestiegen, so dass alle, die wollen, bis 17 Uhr betreut werden können.

  Zusätzliche Betreuungseinrichtungen: Die 30 neu geschaffenen Plätze der Erweiterten Schulischen Betreuung an der Kirchnerschule sollen zusammen mit einer noch unbekannten Zahl an Hortplätzen ausgelagert werden. Es ist aber noch unklar, wohin. An der Berger Straße soll eine Einrichtung mit zehn U 3- und 20 Kindergartenplätzen entstehen. Auch hier fehlt noch ein Grundstück. Weber bittet alle, denen leerstehende Räume auffallen, sich bei ihr zu melden, „egal, was für Räume das sind“. In der Anneliese-Höbel-Straße will das Diakonische Werk „so bald wie möglich“ 36 U 3- und 42 Plätze für Kindergartenkinder schaffen. Und auch aufs Klabunt-Gelände sollen eine Kita und eine Krippe. Der Bauantrag sei bereits genehmigt.

  Zusätzliche Schule: Der Schulentwicklungsplan sieht drei weitere Schulen vor, davon eine im Ostend. Für diese Schule ist Geld im Haushalt eingestellt, es gibt schon eine Genehmigung – doch das Grundstück fehlt. Zwei Liegenschaften seien in der Prüfung, sagt Weber. Wenn neu gebaut werden müsste, könne die Schule aber frühestens in fünf bis sechs Jahren eröffnen.

  Wilhelm-Merton-Schule: Aus Anwohnersicht ist die Idee bestechend: Schulen, in die viele Anwohnerkinder gehen, könnten einfach die Gebäude mit Schulen tauschen, auf die viele von außerhalb gehen. Das künftige Gymnasium Ost könnte also zum Beispiel in die Räume der Wilhelm-Merton-Berufsschule ziehen. Auch die Berufsschulen seien voll, entgegnet Weber. Allerdings „sieht es tatsächlich so aus, als ob sich die Merton-Schule verändern“, sprich umziehen möchte. Für das neue Gymnasium dauere das aber zu lange.

  In die Höhe bauen: Grundschulen in die Höhe zu bauen sei aus brandschutztechnischen Gründen schwierig, sagt Weber. „Kleine Kinder können nicht mit ihren kurzen Beinen so viele Treppen runter.“ Es sei aber möglich, Grundschulen in den ersten drei Stockwerken unterzubringen und darüber weiterführende Schulen oder Wohnungen zu bauen. Das werde geprüft.

  Turnhallen: Im Haushalt 2018 ist eine „Turnhallen-Offensive“ geplant, mit diesem Extrageld sollen marode Hallen saniert oder abgerissen und neu gebaut werden. Weber verspricht: Die der Kirchnerschule ist auf jeden Fall dabei.

  Denkmalschutz: Die Container, in denen die Kids der Kirchnerschule untergebracht sind, sind bis 2020 genehmigt. Dass diese für freie Sicht auf das Backsteinhaus im Hof abgebaut werden müssten, stimme nicht, so Weber. Es gebe Gespräche mit dem Denkmalamt.

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