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Klaa Paris trifft Afrika beim Schnitzel

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Von: Sabine Schramek

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Fastnachtsbunt ist der Teller mit afrikanischen Spezialitäten und gesäuertem Fladenbrot, den die neue Clubhaus-Wirtin Sabah hier präsentiert. Gedacht ist er für zwei Personen.
Fastnachtsbunt ist der Teller mit afrikanischen Spezialitäten und gesäuertem Fladenbrot, den die neue Clubhaus-Wirtin Sabah hier präsentiert. Gedacht ist er für zwei Personen. © sauda

Das Clubhaus der Fidelen Nassauer in Heddernheim hat jetzt neue Betreiber

Der Fastnachtszug durch Klaa Paris fällt zum zweiten Mal in Folge wegen Corona aus. Einen kleinen Trost für alle, die es abwechslungsreich und gesellig mögen, gibt es jetzt. In der Gaststätte "Zum Clubhaus" sind neue Pächter eingezogen.

Kunterbunte Köstlichkeiten

Caipirinha, Mojito oder Mai Tai geht immer. Ebenso wie Apfelwein oder ein frisch Gezapftes. Hinter der Bar im Clubhaus der Fidelen Nassauer schüttelt, rührt und zapft Noah (29) alles, was das Herz begehrt. In der Küche lässt es Sabah (42) dampfen, dünsten und brutzeln. Die gelernte Köchin und ihr Cousin haben den Schritt gewagt und der Gaststätte neues Leben eingehaucht. "Ich koche und esse sehr gerne. Warum sollte ich das nicht mit anderen teilen?" fragt Sabah und strahlt, während sie Teller voller kunterbunter Köstlichkeiten auf hauchdünnem gesäuertem Fladenbrot anrichtet.

Die Spezialitäten der gebürtigen Eritreerin stammen aus Ostafrika. Ebenso wie die Kunst, die das Lokal gemütlich macht. Grüne Landschaften, die Fernweh aufkommen lassen, Menschen, die Musik spielen und farbenfrohe Stillleben laden ein zum Neugierig werden und genießen. "Gegessen wird mit der Hand", heißt es in der nagelneuen Speisekarte. Wer mag, bekommt auch Besteck gereicht, das in knallrote Servietten gewickelt ist. Ob Rind, Lamm, Spinat, Kichererbsen oder rote Linsen. Es duftet und verblüfft die Gäste. "Es schmeckt wunderbar", hört man von allen Tischen. Es ist wie ein Trost in Fassenacht-freien Zeiten. Zum zweiten Mal in Folge müssen die Heddernheimer auf ihren geliebten Umzug in "Klaa Paris" wegen Corona verzichten. Im Clubhaus stehen die Tische weit, Noah kontrolliert freundlich die 2G-Nachweise. "Es ist schön, wieder einen Ort zu haben, an dem man zusammensitzen kann, etwas trinken und auch noch etwas Leckeres zu Essen bekommt", sind sich die Besucher einig. Man babbelt und stößt an und hofft darauf, dass bald wieder Normalität einkehrt.

Sabah kann nicht nur Gerichte aus ihrer Heimat in Szene setzen, sondern auch Schnitzel, Lammkotelettes und Rumpsteak, Forelle Müllerin Art und Zander, Kässpätzle und Grüne Soße. "Wir wollen, dass jeder etwas findet, was er mag", so die dynamische Frau, die jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Seit 20 Jahren ist sie in Deutschland, seit 16 Jahren "unheimlich gerne" in Frankfurt. Heddernheim hat es ihr besonders angetan. "Die Leute sind freundlich, offen und locker. Man kennt sich und kommt gut miteinander aus. Das gefällt mir und darum soll hier bei uns in der Gaststätte zum Clubhaus ein Ort sein, an dem man einfach vorbeikommen und sich wohlfühlen kann", sagt sie.

Das Warten auf den Sommergarten

Es ist das erste Lokal, das die Mutter von zwei 16- und 17jährigen Söhnen selbst führt. Sie hat in Hotels gelernt, gearbeitet und gekocht. Jetzt will sie statt auf Reisende auf Stammgäste setzen. Sobald es wärmer wird, will sie den Sommergarten mit seinen 50 bis 60 Plätzen öffnen. Im Lokal gibt es momentan rund 40 Plätze. "Ohne Corona sind mehr Tische möglich, aber Gesundheit und Sicherheit gehen vor", ist sie überzeugt. Wenn Veranstaltungen wieder sicher möglich sind, wollen sie und Noah auch für Hochzeiten, Feste und Feiern in den Sälen der Fidelen Nassauer vorbereiten und Catern. "Ganz so, wie die Leute es sich wünschen. Wer etwas Neues erleben will, kann sich afrikanisch verwöhnen lassen, wer es lieber bekannt mag, bekommt alles Frankfurterische, was er sich vorstellen kann." Momentan ist das Lokal jeden Abends ab 17 Uhr geöffnet, sonntags gibt es einen Mittagstisch. Freitags wollen die ambitionierten Betreiber demnächst zusätzlich wechselnde Gerichte anbieten. Zum Beispiel aus Krokodilfleisch oder vom Strauß. "Für Überraschungen werden wir auf jeden Fall sorgen", verspricht Sabah. "Und wir haben offenen Ohren, wenn es um Wünsche unserer Gäste geht." An den Tischen wird zustimmend genickt und das Glas erhoben - auf die neuen Betreiber im Clubhaus, das hoffentlich auch bald wieder für die Fidelen Nassauer voller Fastnachtsveranstaltungen sein wird. In dieser närrischen Zeit bleibt nur der Pin, den es zum Zug durch den Stadtteil gibt. "Zum zweiten Mal Corona Zeit - doch Klaa Paris hat Witz und Fröhlichkeit". SABINE SCHRAMEK

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