1. Startseite
  2. Frankfurt

Klabautermann poltert preisverdächtig

Erstellt:

Von: Enrico Sauda

Kommentare

Anke Sevenichs Regiedebüt "Klabautermann" hat einige Preise eingeheimst und ist für den Hessischen Filmpreis nominiert. Im Kurzfilm hat sich die Schauspielerin mit dem Sterben befasst.
Anke Sevenichs Regiedebüt "Klabautermann" hat einige Preise eingeheimst und ist für den Hessischen Filmpreis nominiert. Im Kurzfilm hat sich die Schauspielerin mit dem Sterben befasst. © Niko Neuwirth

Anke Sevenichs Regiearbeit hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten - jetzt steht der Film für den Hessischen Filmpreis auf der Liste.

Der Kurzfilm "Klabautermann" wird viel gezeigt. "Vor allem bei Festivals", sagt die Frankfurter Schauspielerin Anke Sevenich , die jüngst an der Seite von Weltstar Jürgen Prochnow in dem Film "Eine Handvoll Wasser" zu sehen war, aber auch aus Serien wie "Tatort", "Ein Fall für zwei" oder den Taunuskrimis bekannt ist. 2016 erhielt sie zusammen mit Autor Stephan Falk die Goldene Lola der Deutschen Filmakademie in der Kategorie "bestes unverfilmtes Drehbuch".

Seither arbeitet sie auch gern hinter der Kamera, entwickelt Filmstoffe und übernahm 2020 ihre erste Regiearbeit mit besagtem Kurzfilm "Klabautermann", der bei einigen Festivals ausgezeichnet wurde, aber eben nicht bei allen, bei denen der Film gezeigt wurde. "Nein", sagt die 63-Jährige, enttäuscht sei sie keineswegs. "Ich habe jetzt Routine bekommen und kann's bewerten, weil ,Klabautermann' bei so vielen Festivals gezeigt wurde, und ich muss sagen, dass das eben Geschmacksache ist", bringt es die Schauspielerin auf den Punkt. "Ich wollte eine Geschichte machen darüber, was wir natürlichen Tod nennen", erklärt sie ihre Intention. "Es ist ein Thema, das mich schon lange, lange umtreibt, denn sterben gehört dazu, ist ein Teil des Lebens", so Sevenich. "Ich bin kein Verdränger, ich denke, das ist ein Thema, dem du nicht aus dem Weg gehen solltest. Wir sollten nie vergessen, dass wir sterblich sind", mahnt sie. "Es geht nicht um Todessehnsucht, sondern darum, sich in einer konstruktiven und versöhnlichen Art und Weise damit auseinanderzusetzen", erklärt sie. "Allein eingeladen und dann auch noch eventuell nominiert worden zu sein, das sind schon große Auszeichnungen", gibt sie sich diplomatisch mit Blick auf Preise bei Filmfestivals.

So sei "Klabautermann" für den Deutschen Filmpreis nominiert gewesen, wo er letztlich leer ausging. Den Kurzfilmpreis heimste er dann beim Kinofest Lünen ein, "das ist ein Publikumspreis. Und das ist, finde ich, etwas Besonderes". Besonders gefreut hat sich Sevenich über eine Auszeichnung für ihren Streifen in Paris beim großen "European Independent Filmfestival". "Da haben wir die Auszeichnung in der Kategorie ,Best Director' erhalten", berichtet die Frankfurterin, deren Regiedebüt "Klabautermann" war. "Das ist echt ein Brett."

Und jetzt steht der Film für den Hessischen Filmpreis auf der Liste - "das ist das zehnte Mal, dass er für einen Preis nominiert ist", so Filmfrau Sevenich. "Ich hoffe, dass mir der Pariser Preis, der wirklich sehr überraschend kam, meinem nächsten Stoff, einem deutsch-französischen mit dem Arbeitstitel ,Grenzgebiet', ei die Tür öffnet", sagt Sevenich, die mit Stephan Falk an dem neuen Plot arbeitet.

Mit Falk gewann sie übrigens 2016 die goldene Lola für "Sayonara Rüdesheim". Zurzeit sind sie auf der Suche, aber wann der Dreh beginnt, "das hängt davon ab, wenn sich was ergibt", so Sevenich, die in diesem Film wieder Regie führen möchte. Ob sie bei "Grenzgebiet" auch vor der Kamera stehen wird, sei noch nicht klar. "Klar ist: Ich bleibe weiterhin Schauspielerin, denn das macht mir einfach viel zu viel Spaß." Sie drehe fürs ZDF in Österreich "Die Bergretter", in einer Hauptrolle. Und bis vor wenigen Wochen war sie am Schauspiel Frankfurt beschäftigt. es

Auch interessant

Kommentare