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Das Foto des toten syrischen Jungen Aylan Kurdi dient als Vorlage für ein Graffiti, das von den Künstlern Justus Becker und Oguz Sen am 09.03.2016 auf der Osthafenmole in Frankfurt am Main (Hessen) gesprüht wird. "Europa tot - Der Tod und das Geld" ist der Titel der gesellschaftskritischen Aktion unweit der Europäischen Zentralbank. Am 10. März soll das Werk vollendet sein. Foto: Arne Dedert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ertrunkenes Flüchtlingskind

Der kleine Aylan ist unvergessen

Ein kleiner Junge liegt tot an einem türkischen Strand. Dieses bewegende und weltbekannte Bild diente nun zwei Frankfurter Künstlern als Inspiration.

Das Foto des toten syrischen Flüchtlingskindes Aylan Kurdi hatte Menschen auf der ganzen Welt zu Tränen gerührt. Nun dient es als Vorlage für ein Graffito, das von Justus Becker, auch bekannt als „Cor“ und Oguz Sen an die Osthafenmole gesprüht wird. „Europa tot – Der Tod und das Geld“ ist der Titel ihres Kunstwerks unweit der Europäischen Zentralbank.

„Wir müssen am Donnerstag noch arbeiten“, sagte Becker (38) gestern. Er und Sen sind dann drei Tage im Einsatz gewesen, um die Molenwand zu besprühen. Ihr Bild misst 25 mal fünf Meter. „Die Hafeninsel ist wie eine Gegenwelt zur EZB“, sagte Becker. „Es hat mich ein wenig an Griechenland und die Türkei erinnert.“ Die Arbeit sei jedoch nicht an dieser Stelle entstanden, um die Banker in den Türmen der EZB zu ärgern. „Wichtiger ist, dass das Wasser nahe ist.“

Das Bild zeigt den toten Dreijährigen an einem türkischen Strand. Das Foto der kleinen Kinderleiche war vor einigen Monaten um die Welt gegangen, wurde zum Sinnbild der Flüchtlingskrise. Becker und Sen arbeiten ohne Auftrag, aber ihr Bild ist nicht illegal. Die Sprayer gestalten die Wand bereits zum dritten Mal. Auch dieses Bild wird im Spätsommer übermalt, kündigt Becker an. Er hat an rund 100 großformatigen Wandbildern in der Stadt mitgearbeitet. tjs/ F: Dedert (dpa)

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