Kinder-Uni

500 kleine Fans, die Eintracht und ein Prof.

Ein voll besetzter Hörsaal und begeisterte Studierende. Auf dem Campus Westend herrscht diese Woche Ausnahmezustand. Zum 16. Mal lädt die Uni Kinder ein, um spielerisch Forschung und Campus-Leben kennenzulernen.

Tosender Applaus, schrille Pfiffe, die Sitzbänke beben. Der ganze Saal vibriert. Im Hörsaalzentrum der Universität herrscht eine Stimmung wie im Fußballstadion. Eine Vorlesung der besonderen Art, denn mehrere hundert Kinderaugen hängen an diesem Morgen an den Lippen von Prof. Robert Gugutzer. „Wer ist Fan von Eintracht Frankfurt?“, die kleinen Hände werden in die Höhe gerissen, Jubel schallt dem Sportsoziologen entgegen. Unter dem Titel „Auf den Thron gekickt! Wie der Fußball zum König des Sports wurde“ hat er die 16. Frankfurter Kinder-Uni eröffnet. Für vier Tage lädt sie Mädchen und Jungen von 8 bis 12 Jahren ein. Jeden Tag wird ein anderes Forschungsgebiet auf anschauliche und unterhaltsame Weise erklärt. Mehr als 10 000 Kinder werden dieses Jahr erwartet.

In der Auftaktvorlesung dreht sich diesmal alles um Fußball. „Woher kommt der Fußball?“, fragt Gugutzer. Auf die Antwort folgt Applaus: England. Natürlich. Im Jahr 1864 wurde der traditionelle Fußball in London bekannt. Erst 1874 kam er nach Deutschland. Ein Pfiff ertönt, die erste Halbzeit ist geschafft.

„Es ist toll zu sehen, wie lebendig und motiviert alle mitmachen“, sagt der Soziologe. An den Lärmpegel müsse er sich dennoch erst gewöhnen. Auch die Vorbereitung der Vorlesung sei aufwendiger gewesen, als sonst. Kein Wunder, denn er hat sich in Sachen Entertainment und Interaktion nicht lumpen lassen: Live-Abstimmungen, Filmausschnitte, Bilder und ein alter Spielball der Eintracht zum Anfassen. Anpfiff zur zweiten Halbzeit. „Was macht den Fußball so beliebt?“, möchte Gugutzer nun wissen. „Weil man es draußen spielt, mit Freunden“ und „Weil es um Tore geht“, so ein paar Zwischenrufe. Außerdem löse Fußball intensive Gefühle aus, wecke die großen Emotionen und sorge für ein „Wir“-Gefühl. Auch bei den kleinen Fans. Denn die grölen wie die Großen, wenn das Bild von Christiano Ronaldo auf der Leinwand erscheint.

Das Ziel der Kinder-Uni ist es, den Schülern einen Eindruck vom Uni-Leben zu bekommen. Das ist auch dieses Mal wieder gelungen. „Mir hat es sehr gut gefallen“, sagt Lea (12). Die Schülerin ist zum ersten Mal dabei und würde gerne wiederkommen. Auch Luca ist von seiner ersten Vorlesung begeistert. „Ich fand es toll, dass so oft die Eintracht Frankfurt erwähnt wurde.“ Nach einer abschließenden La Ola ist die Aufmerksamkeit der Nachwuchsforscher aber definitiv erschöpft. Da kann wohl nur noch das reichhaltige Kuchen- und Süßigkeiten-Buffet Abhilfe schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare