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Kleine Köche, großes Thema

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Von: Alexandra Flieth

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Schüler der Klasse 5c bereiten gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Adriane Westerbarkey im Slow Mobil Kartoffelwaffeln vor. FOTO:
Schüler der Klasse 5c bereiten gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Adriane Westerbarkey im Slow Mobil Kartoffelwaffeln vor. alexandra Flieth © alexandra Flieth

Gesunde Ernährung als appetitliches Schul-Projekt

„In diesem Slow Mobil kochen Kinder, dass die Töpfe wackeln“ steht auf einem grünen Schild, das an der Eingangstür der mobilen Küche angebracht ist, die sich in einem umgebauten und von außen bunt bemalten Bauwagen befindet. Er steht auf dem Schulhof des Gymnasiums Süd in der Diesterwegstraße. Träger des mobilen Kochwagens ist der Verein „Junior Slow Frankfurt“, der mit dem Angebot Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren näherbringen möchte, dass sich gesund zu ernähren wichtig ist und vor allem sehr lecker schmeckt. Es geht darum, bei den Kindern den Spaß am Selberkochen mit frischen Zutaten zu wecken. Und das passt bestens in das Konzept des fächerübergreifenden vierwöchigen Projekts „Unsere Ernährung“, das noch bis zum 16. Dezember an dem erst zu diesem Schuljahr eröffneten Gymnasium in Biologie, Kunst und Englisch behandelt wird.

An diesem Morgen sitzen neun Mädchen und Jungen der Klasse 5c im mobilen Kochwagen. Gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Adriane Westerbarkey möchten die Schüler Kartoffelwaffeln vorbereiten und natürlich auch später gemeinsam probieren. Der Kochwagen ist komplett ausgestattet mit allem, was für die Zubereitung eines köstlichen Mahls notwendig ist. In einem Korb liegen die Zutaten bereit, Kartoffeln und Möhren müssen zunächst geschält und ein Teig angerührt werden. Das Rezept für den Teig hat die Kunstlehrerin auf einem Blatt Papier notiert und stellt noch Mehl, Butter, Milch und Backpulver auf die Arbeitsfläche. Bevor es losgeht, gibt’s erst einmal Kochmütze und Schürze. Mit dem Sparschäler werden zunächst die Kartoffeln von ihrer Schale befreit, bevor diese mit der Reibe so kleingemacht werden, dass sie später zusammen mit dem Teig zu Waffeln gebacken werden können.

Bratkartoffeln und Rührei

Nicht jedes der Kinder hatte schon einmal Umgang mit Sparschäler oder Reibe, einige von ihnen aber erzählen, dass sie hin und wieder mit Mama, Papa oder auch der Oma zusammen kochen. Auf die Frage, was sie denn am liebsten Essen, sind vor allem Bratkartoffeln und Rührei die Favoriten. Kartoffelwaffeln kennen die meisten bisher noch nicht. „Ich finde am Selberkochen gut, dass man weiß, was drin ist“, sagt Sophie (11) während sie mit Shannon (11) zusammen das Mehl für den Teig abwiegt.

Bei dem Schulprojekt gehe es „um fächerverbindendes Lernen“, beschreibt es Schulleiter Thomas Strauch. Das Thema „Unsere Ernährung“ bilde dabei den Anfang, das Projekt selbst soll auch in den kommenden Jahren jeweils zu anderen Schwerpunkten fortgeführt werden. Welche diese sind, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Eine Idee, so der Schulleiter weiter, sei etwa „Die Stadt als Lebensraum“.

Alle 145 Mädchen und Jungen des fünften Jahrgangs, der gleichzeitig auch der erste Jahrgang überhaupt an dem Sachsenhäuser Gymnasium im Aufbau ist, machen mit bei dem Projekt und haben sich aus ganz unterschiedlichen Fachperspektiven dem Thema genähert.

Während die neun Mädchen und Jungen im Slow Mobil kochen, betätigen sich ihre Klassenkameraden im Kunstraum hierzu kreativ, setzen etwa das Thema „Stillleben“ zeichnerisch um oder entwerfen aus Linsen- und Maiskörnern Kleidung - nicht zum Anziehen in der Realität, sondern als Gestaltungselement einer Collage. Dafür haben die Schüler Fotos von sich selbst gemacht, ausgedruckt und überkleben die darauf getragene Kleidung nun mit Maiskörnern und Linsen. „Es gibt aber auch Entwürfe für richtige Kostüme“, sagt Lehrerin Westerbarkey. Etwa für ein Avocado-Kostüm. Die Schüler im Kunstraum haben in den Tagen zuvor schon im Slow Mobil gekocht. Da nicht alle auf einmal darin Platz finden, wird jede Klasse in Gruppen aufgeteilt.

„Wir hatten zum Beispiel auch eine Referentin an der Schule, die altersgerecht über die ’Reise der Banane’ einen Vortrag gehalten hat“, erzählt Schulleiter Thomas Strauch. „Es ist schön, wenn man sieht, wie das Projektthema die Kinder zum Nachdenken bringt.“ Die Ergebnisse sollen am 20. Dezember dann auch den Eltern in einer Abschlusspräsentation vorgestellt werden. Alexandra Flieth

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