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In Bonames gehören Staus zur Hauptverkehrszeit wie hier im Oberen Kalbacher Weg zum Alltag. Solange das so bleibt, wollen die Bonameser kein Neubaugebiet.

Bürger fordern "großen Wurf", doch der bleibt aus

Kleine Schritte gegen den Stau in Bonames

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Mit kleinen Verbesserungen will Verkehrsdezernent Klaus Oesterling die Verkehrsbelastung im Bonameser Ortskern mildern. Das reicht nicht, sagen die Anwohner – und fordern: Bevor die Stadt den Verkehr nicht in den Griff bekommt, dürfen keine weiteren Baugebiete entstehen.

Thomas Kettner, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „L(i)ebenswertes Bonames“, bringt auf den Punkt, was viele im Saalbau Haus Nidda an diesem Abend denken. „Bei einer Verkehrszählung ermittelte die Stadt 24 000 Autos pro Tag im Bonameser Ortskern. Ich schätze, inzwischen sind es 26 000 bis 27 000. Wie, Herr Oesterling, wollen Sie das mit dieser Planung wegkriegen? Mich überzeugt das nicht“, sagt er unter Applaus der Zuhörer. Zuvor hatte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bei der Sondersitzung des Ortsbeirats 10 zu Verkehrsthemen erklärt, der Bau einer Bonameser Südumfahrung sei vor 30 Jahren vertan worden: Heute sei eine Straße durchs Niddatal „nicht mehr durchsetzbar“. Immerhin entlaste die geplante Ortsrandstraße im Osten den Ortskern.

Doch das reiche längst nicht, um den Ortskern am Wendelsgarten zu entlasten, machen mehrere Bonameser klar: Sie wollen eine echte Umgehungsstraße, die den Verkehr aus dem Umland über die Berner Straße zur A 661 und A 5 leitet. „Dort oben gibt es nur ein Gewerbegebiet, im alten Ortskern hingegen leben Menschen“, argumentiert ein Bürger. Und BI-Sprecher Christoph Schmidt-Lunau fordert: Solange die Verkehrsprobleme nicht gelöst sind, dürfe die Stadt Neubaugebiete wie „Am Eschbachtal“ oder „Im Hilgenfeld“ nicht planen.

Die Ortsrandstraße beruhige den Ortskern, sagt Oesterling, indem sie den heute von Osten über den Harheimer Weg nach Bonames hinein fließenden Verkehr in Richtung Autobahn leite. Künftig müsse man von der Ortsrandstraße links abbiegen, um in den Ortskern zu gelangen. Doch Schmidt-Lunau und Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) kritisieren, dass der Abzweig als Kreisverkehr geplant sei. „Durch den rutscht der Verkehr mit Vorfahrt einfach nach Bonames hinein“, sagt Schmidt-Lunau. Eine Kreuzung mit Ampel sei besser, sagt Lange, denn sie bremse die Linksabbieger aus. Immerhin verspricht Oesterling, die Stadt werde das prüfen – was die Verwaltung in schriftlichen Stellungnahmen bislang allerdings ablehnte.

Wenig Hoffnung macht Oesterling, dass der an der Ortsrandstraße in der Planung vorgesehene Bahnübergang über die U-Bahn-Gleise durch eine Brücke ersetzt wird. Die Bonameser wollen sie, um den Verkehr schneller zur Autobahn zu leiten. Nieder-Eschbach hingegen wünsche genau das nicht, sagt Oesterling. Abschließend geplant sei die Ortsrandstraße noch nicht, weil das Planungsdezernat noch am städtebaulichen Entwurf des Neubaugebiets „Am Eschbachtal“ arbeite, welches die Ortsrandstraße erschließen wird.

Gut für den Stadtteil sei, dass das Land sich weigere, die Anschlussstelle Bonames der A 661 wieder zu öffnen, sagt Oesterling, Viele Kalbacher fordern sie zurück, die Bonameser lehnen sie ab, weil sie mehr Verkehr in den Ortskern ziehe. „Um die Auffahrt zu öffnen, sind die Hürden hoch. Es reicht nicht, die Sperren abzubauen. Ein Planfeststellungsverfahren wäre nötig“, sagt der Verkehrsdezernent.

Neugebaut werde endlich die alte, zurzeit für Lastwagen gesperrte Brücke der Homburger Landstraße über die S-Bahn-Gleise am Frankfurter Berg, sagt Österling. Hans Beier vom Straßenbauamt erklärt, das dies 2019 geschehe. Die neue Brücke entlaste auch Bonames, sagt Beier – denn dann müssen die Laster der Firma Jung Zeelandia nicht mehr durch den Ortskern, um zur Autobahn zu kommen.

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