ie ersten Bäume sind schon gefallen: Ganz dicht an der Grenze des Kleingartenvereins werden bald die Bagger anrücken. Der Vorsitzende Oliver Lang wünscht sich für die Dauer der Arbeiten für seine Mitglieder einen Pachtnachlass. foto: Sauda
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ie ersten Bäume sind schon gefallen: Ganz dicht an der Grenze des Kleingartenvereins werden bald die Bagger anrücken. Der Vorsitzende Oliver Lang wünscht sich für die Dauer der Arbeiten für seine Mitglieder einen Pachtnachlass.

Bornheim: Proteste

Kleingärtner sind Neubau des Bades nicht grün

  • vonNiklas Mag
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Stadt lehnt Kostenübernahme für Vereinsheim ab. Auch Brauchwasser gibt es nicht.

Die Bornheimer Kleingärtner machen sich große Sorgen über die im Sommer beginnenden Bauarbeiten für das neue Schwimmbad am Bornheimer Hang. Das VIP-Gebäude der Eishockey-Löwen wird dafür versetzt, der Kleingartenverein hingegen fühlt sich ohne Unterstützung schlicht zurückgelassen.

Mehr Rücksicht auf die Nachbarn

"Unsere Anlage 2 des KGV Buchhang ist von den Baumaßnahmen besonders stark betroffen. Der Abstand zum Bauplatz beträgt lediglich vier Meter, bei den An- und Zufahrtswegen sind es gar nur zwei Meter", schreibt Oliver Lang, der Erste Vorsitzende des Kleingärtnervereins Buchhang, in einer E-Mail an die Stadt Frankfurt. Leider habe der Geschäftsführer der Bäderbau Frankfurt, Frank Junker, zum wiederholten Male vergessen, die Kleingärtner mit einzubinden, kritisiert der Pflanzenfreund. "Mit den Schaustellern wurde gesprochen. Mit uns wieder einmal nicht! Diese Unterscheidung finden wir nicht gerade förderlich für eine einvernehmliche Zusammenarbeit und eine zukünftige Nachbarschaft mit den Bäderbetrieben."

Auf Nachfrage erklärt der Erste Vorsitzende: "Wir fürchten, dass wir durch die Baumaßnahmen extrem beeinträchtigt werden. Allein während der zweijährigen Bauzeit wird an Gartenruhe gar nicht zu denken sein." Man hoffe darauf, dass die Stadt dem Verein während des Baus des Schwimmbades die Pacht für die Anlage 2 erlässt. Der Verein hatte sich außerdem gewünscht, dass sich die Bäderbetriebe am Bau eines neuen Zauns um die Anlage beteiligen, denn durch die Baustelle direkt vor der Tür sei mit mehr Einbrüchen zu rechnen. Letztlich habe der Verein die Gesamtkosten selbst tragen müssen. "Wir hoffen, dass wir stattdessen beim Bau eines neuen Vereinshauses finanzielle Unterstützung erhalten", so Lang.

Er und sein Verein seien verärgert darüber, dass sich die Beteiligten für die Löwen große Umstände machen, aber der seit 1930 vor Ort ansässige Kleingartenverein als Platzhirsch permanent auf Granit beiße. Der Ortsbeirat hatte Ende 2019 bereits einen weiteren Vorstoß der Kleingärtner in die Wege geleitet, an das Brauchwassersystem des neuen Familienbades in Bornheim angeschlossen zu werden. Anfallendes Regenwasser hätte man somit auch für die Bewässerung der Gärten nutzen können. Der Magistrat erklärte damals, man begrüße die Idee, denn sie sei ganz im Sinne der Klimawandel-Anpassungsstrategie der Stadt. Wegen der Topografie und des technischen und finanziellen Aufwandes wäre die Idee allerdings nur schwer umzusetzen.

Forderungen nicht angemessen

Frank Junker erteilte dem Ganzen vor etwa zwei Wochen eine endgültige Absage: Das Brauchwasser werde benötigt, sagte er auf eine Zeitungsanfrage. Auch sehe er keinen Grund, den Bau eines neuen Vereinshauses zu unterstützen. Ebenso gab das Wirtschaftsdezernat den Kleingärtnern einen Korb in Sachen finanzieller Unterstützung: Man sei bereit, bei Beeinträchtigungen durch die Baustelle Gespräche zu führen. Die Forderungen der Kleingärtner nach Kostenübernahme seien aber nicht angemessen.

Aussagen, die Oliver Lang wütend machen: "Wir müssen jetzt warten, was passiert und die Beeinträchtigungen dann nachweisen. Ich finde es schade, dass wir die sind, die jetzt alles einfach ertragen müssen", kommentiert er die Absagen von Frank Junker und der Stadt. "Für das Schwimmbad hätte man sicher auch einen anderen Platz finden können als direkt neben den Kleingartenanlagen. Wir wünschen uns da mehr Verständnis." Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) möchte die Wogen glätten: "Wir sind mit den Kleingärtnern in regem Kontakt", sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. "Ich verstehe, dass sich die Kleingärtner durch die Baustelle belastet fühlen." Viele Bornheimer hatten sich in Ortsbeiratssitzungen in der Vergangenheit negativ zum Neubau geäußert.

Es gibt keine

Alternative

Der Ortsbeirat habe zur Kenntnis genommen, dass eine Sanierung des Panoramabades keine Alternative zu einem Neubau darstellt. Ähnlich sieht Steib auch die Absagen von Stadt und Frank Junker an die Kleingärtner: "Als Ortsbeirat können wir das alles nur so zur Kenntnis nehmen." Niklas Mag

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