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Klinik baut auf mehr Komfort

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Von: Matthias Bittner

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Stefan Grüttner (3. v. re.) überreicht den Förderbescheid an die Klinikleitung. Mit dabei ist Dezernentin Rosemarie Heilig (2. v. re).
Stefan Grüttner (3. v. re.) überreicht den Förderbescheid an die Klinikleitung. Mit dabei ist Dezernentin Rosemarie Heilig (2. v. re). © Christian Christes (Christian Christes)

Der Aufenthalt soll Patienten im Hospital zum heiligen Geist künftig angenehmer gemacht werden. Deshalb wird das Haus für 25,4 Millionen Euro modernisiert – 16,8 Millionen steuert das Land Hessen bei.

Als die Ärzte 1839 im Neubau des Hospitals zum heiligen Geist in der Lange Straße erstmals praktizierten, durften sich die Frankfurter glücklich schätzen: Sie wurden in einem der modernsten Häuser in Deutschland versorgt. Die technische Ausstattung des Hauses ist zwar auch heute noch auf Höhe der Zeit, von den Patientenzimmern kann das allerdings nicht behauptet werden.

Drei, manchmal sogar vier Patienten teilen sich ein Zimmer und müssen Badezimmer auf den Gang benutzten. „Das entspricht nicht mehr dem heutigen Standard“, weiß Andreas Lutz, technischer Leiter der Stiftung Hospital zum heiligen Geist, die die Klinik in der Lange Straße sowie das Nordwestkrankenhaus im Steinbacher Hohl betreibt. Bis zum Jahr 2020 sollen nun die Patientenzimmer modernisiert werden.

Förderung wird umgestellt

Der Weg dorthin wurde gestern geebnet: Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) überreichte nämlich einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 16,8 Millionen Euro. „Damit übernimmt das Land einhundert Prozent des förderfähigen Teils. Das hat es meines Wissens noch nie gegeben in Hessen“, sagte er. Und er verwies zugleich darauf, dass dies in 2015 die letzte große Fördermaßnahme im Krankenhaus-Sektor bleibe. Der Grund: Im kommenden Jahr werde die Förderung von der Einzelfall- auf die Pauschalförderung umgestellt. Für das Jahr 2016 seien dafür schon Mittel in Höhe von 142,5 Millionen Euro fest eingeplant.

Außerdem hätten Kliniken ab dem kommenden Jahr die Möglichkeit, günstige Kredite für Baumaßnahmen aufzunehmen, wenn entsprechende Bürgschaften vorhanden seien. Ein spezielles Programm dafür sei jedenfalls vom Land Hessen aufgelegt worden. Bei der Übergabe des Förderbescheides sagte Grüttner, dass es sich um sehr gut investiertes Geld handele, „damit sie ihre Arbeit gut machen können“.

Viele profitieren

Hauptnutznießer der Modernisierung sind die Patienten, aber natürlich profitieren auch Pflegekräfte und Mediziner davon. „Endlich gibt es hier dann Zwei-Bett-Zimmer mit Nasszellen“, wies Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) darauf hin, dass die Klinik eine der bedeutendsten in der Stadt sei. „Ich hoffe, wir sehen uns dann beim Spatenstich“, sagte sie in die Runde.

Dieser soll laut Lutz bereits Ende dieses Jahres erfolgen. „Die lange Bauzeit ergibt sich dadurch, dass die Modernisierung bei laufendem Betrieb erfolgt und die Arbeiten nur nach und nach stattfinden können.“ Ausgangspunkt für den Neuzuschnitt der Patientenzimmer seien die beiden vorausgegangenen Bauabschnitte gewesen, erklärte Lutz. Zunächst sei 2001 der Funktionstrakt mit Operationssälen oder Notaufnahme neu gebaut worden.

In einem zweiten Schritt seien dann Abteilungen ausgelagert worden – die psycho-somatische Tagesklinik mit 50 Betten beispielsweise zog in ein Gebäude in der Fischerfeldstraße. Im letzten Schritt der Neustrukturierung entsteht nun auf dem Ost- und Westflügel des Hauptgebäudes das dritte Obergeschoss komplett neu. Nach Angaben von Architekt Thomas Behrent von API Architekten aus Neu-Isenburg entstehen so zusätzlich 1200 Quadratmeter Fläche. Zunächst werde das nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute dritte Stockwerk zurückgebaut.

Zusätzliche Fläche wird geschaffen, indem das neue Geschoss auf den vorhandenen Außenwänden aufgesetzt wird – das nach dem Krieg gebaute Staffelgeschoss sei an seinen Außenkanten jeweils 1,80 Meter zurückversetzt gewesen.

Im Zuge der Neustrukturierung der Patientenzimmer wird auch die Intensivstation im Erdgeschoss modernisiert und mit den neusten Geräten ausgestattet. Außerdem erhält das Notfalllabor ein neues Inventar und wird ins Untergeschoss umziehen. Auch die Mitarbeitercafeteria wird freundlicher gestaltet und eine zentrale Mitarbeiterumkleide gebaut, so dass die Wäscheversorgung effizienter wird. Brandschutzertüchtigung sowie neue Belüftungsanlagen runden die Baumaßnahme schließlich ab.

Das Hospital zum heiligen Geist verfügt derzeit über 276 Betten sowie 50 tagesklinische Plätze in der psycho-somatischen Klinik. Das Haus bietet außerdem Kliniken für Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie sowie Geburtshilfe und Anästhesie. Als öffentliche Stiftung ist das Hospital zum heiligen Geist das älteste seiner Art in Frankfurt. Seine Anfänge reichen zurück bis ins Mittelalter.

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