Veranstaltungsarena auf der Treppe statt Deckel: So könnte der Platz an der Hauptwache aussehen.
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Veranstaltungsarena auf der Treppe statt Deckel: So könnte der Platz an der Hauptwache aussehen.

Zoff im Römer

Koalition will Arena an Hauptwache schnell beschließen: CDU fühlt sich überrumpelt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Der Planungsausschuss empfiehlt die schnelle Zustimmung zur Arena an der Hauptwache in Frankfurt, obwohl die Opposition die Pläne teils noch gar nicht kennt.

Frankfurt ‒ Bei den neuen Plänen für die Umgestaltung der Treppenanlage an der Hauptwache in Frankfurt zur Open-Air-Veranstaltungsarena drückt die neue Römer-Koalition aufs Tempo. Schon am Dienstag (02.11.2021) fiel eine Vorentscheidung im Planungsausschuss dafür - gegen den Protest der CDU-Opposition. Denn ihre Fraktion soll erst am Mittwochabend (03.11.2021) die Pläne vorgestellt bekommen.

Erst seit einem Monat kennt die Öffentlichkeit die Pläne: Statt die große Treppe zur S- und U-Bahn-Station Hauptwache mit einem Deckel zu schließen, soll das „Loch“ nur neu gestaltet werden und als Veranstaltungsarena unter freiem Himmel dienen. Das sieht eine „Ideenskizze“ vor, die Planungsdezernent Mike Josef (SPD) vorlegte. Die Umgestaltung und die teilweise Begrünung des Platzes an der Hauptwache soll weniger als die 80 bis 240 Millionen Euro für den Deckel kosten.

Neue Arena an der Frankfurter Hauptwache: Schnelle Zustimmung aus dem Römer gewünscht

Details sollen laut Josef ab Anfang nächsten Jahres unter Beteiligung der Bürger erarbeitet, die ersten Veränderungen Anfang 2023 sichtbar werden. Mit einer Mehrheit vor allem aus der Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt empfahl der Planungsausschuss am Dienstagabend dem Stadtparlament, nächste Woche dem Konzept zuzustimmen.

Dieses Vorgehen wertet die CDU als Affront: Sie hatte im Ausschuss beantragt, die Entscheidung bis zur nächsten Sitzung Ende November zurückzustellen. Erst am Mittwochabend würden die Pläne der CDU-Fraktion vorgestellt, erklärt deren planungspolitischer Sprecher Albrecht Kochsiek. „Wir haben noch keine Meinung dazu und müssen erst mal das Projekt kennenlernen.“ Zudem sei auch keine Eile notwendig: „Der Beschluss ist ja schon elf Jahre alt.“

Pläne für „Loch“ an der Hauptwacht in Frankfurt: Neue Römer-Mehrheit lehnt Aufschub ab

2010 hatte das Parlament beschlossen, den Zugang per Deckel zu schließen - was die CDU weiterhin fordert. Doch es sind nur Mathias Mund (BFF-BIG) und Thilo Schwichtenberg (Gartenpartei), die der CDU beispringen. Die Geschäftsleute in der B-Ebene erwarteten „endlich das Konzept“, sagt Eyup Yilmaz (Linke). Und Sebastian Papke (FDP) findet, dass sich „alle mit dem Thema Hauptwache“ in der langen Zeit längst hätten beschäftigt haben müssen.

SPD-Planungspolitiker Holger Tschierschke lehnt den Wunsch der CDU, die Entscheidung aufzuschieben, ebenso ab. Die CDU selbst habe das Vorhaben im Magistrat schon seit der vorigen Wahlperiode aufgeschoben, erinnert Dezernent Josef, es sei also bekannt. Allerdings waren die Pläne ohne Magistratsvotum noch unter Verschluss - für die Stadtverordneten und die Öffentlichkeit. Erst Josef selbst hatte die Pläne nach der Magistratsentscheidung Anfang Oktober öffentlich gemacht. Es gehe auch nur um 180.000 Euro Planungskosten, betont Mike Josef.

Nach der Corona-Pandemie sollen neben der Hauptwache auch die Zeil in Frankfurt und die gesamte Innenstadt wieder lebendiger und attraktiver gestaltet werden. Dafür fand in Frankfurt bereits ein kreativer Aktionstag „Post-Corona-Innenstadt Frankfurt“ statt.

Albrecht Kochsiek zweifelt das an: Ihm sei bisher bekannt, dass es um 180 Millionen Euro Umbaukosten gehe. Warum die neue Römerkoalition das nun durchpeitschen wolle, sei „komisch“. Denn es sei bislang üblich gewesen, dass solche Zurückstellungswünsche der Opposition berücksichtigt würden, erinnert der CDU-Politiker. Mit dieser Tradition brechen an diesem Abend die Stadtverordneten im Planungsausschuss. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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