1. Startseite
  2. Frankfurt

Kanalverlegung in Frankfurt: Geschäftsleute sorgen sich um ihre Existenz

Erstellt:

Von: Matthias Bittner

Kommentare

Geschäftsleute befürchteten, dass durch die Kanalarbeiten Chaos in der Glauburgstraße drohe. So ist es aber nicht. Achim Andersch kann sogar seine Auslagen während der Bauphase vor seinem Laden belassen. Die Straße muss nicht groß gesperrt werden. FOTO: Leonhard Hamerski
Geschäftsleute befürchteten, dass durch die Kanalarbeiten Chaos in der Glauburgstraße drohe. So ist es aber nicht. Achim Andersch kann sogar seine Auslagen während der Bauphase vor seinem Laden belassen. Die Straße muss nicht groß gesperrt werden. © hamserki

In der Glauburgstraße erneuert die Stadt Frankfurt einen Kanal. Anwohner machen sich Sorgen – denn die Baumaßnahmen könnten 13 Monate dauern.

Frankfurt – Als Achim Andersch erste Gerüchte hörte, dass in der Glauburgstraße ein neuer Kanal verlegt wird und die Arbeiten 13 Monate dauern sollen, schrillten bei ihm die Alarmglocken. Er fragte sich, wie Lieferanten die Waren für sein Reformhaus in der Glauburgstraße 77/Ecke Humboldstraße liefern können, wie er selber seine Auslieferungen organisieren soll und ob die Auslagen vor dem Laden stehen bleiben können. "Wenn man hört, dass die Straße angeblich sechs Meter tief aufgegraben wird, macht man sich schon so seine Gedanken", sagt Andersch.

Er ist aber nicht der einzige Geschäftsmann, der sich um seinen Umsatz sorgt. Manfred Zieran (ÖkoLinx) hatte in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) davon berichtet, dass es Beschwerden gebe - vor allem über die mangelnde Information seitens der Stadt. Die Bauarbeiten, so sagte Zieran am vergangenen Freitag in der Sitzung des Stadtteilparlamentes, sollen Anfang März starten. Die Anwohner und Geschäftsleute hätten allerdings noch keinerlei Information bekommen.

Uralter Kanal in Frankfurt wird erneuert: Baustart für Anfang März angekündigt

Diese Aussage ist aber mittlerweile überholt. "Wir haben eine Anliegerbenachrichtigung bekommen. Im persönlichen Gespräch wurde uns erklärt, was geplant ist", sagt Andersch und lobt: Die Mitarbeiter der Stadtentwässerung hätten sich viel Zeit genommen. Und seine Sorgen seien glücklicherweise sogar unbegründet. Sein Laden sei während der Bauarbeiten zu erreichen und auch der Gehweg stünde für die Auslagen zur Verfügung. Mit den kleineren Einschränkungen, so sagt Andersch, könne er gut leben. Und er sagt: "Ich habe ja Verständnis dafür, dass der Kanal neu gemacht werden muss."

Das ist laut Michael Voß, Abteilungsleiter Abwasserableitung und Gewässer Betrieb, Planung und Bau bei der Stadtentwässerung Frankfurt, auch nicht mehr aufschiebbar. Der vorhandene Kanal ging 1875 in Betrieb, ist also 146 Jahre alt und kann nicht mehr saniert werden. Auf dem 240 Meter langen Abschnitt zwischen Oeder Weg und Eckenheimer Landstraße muss deshalb nun ein neuer Kanal verlegt werden. Laut Voß betragen die Baukosten rund 1,4 Millionen Euro.

Baustart ist voraussichtlich 7. März. Um die Beeinträchtigungen für Anlieger möglichst gering zu halten, werden die Arbeiten größtenteils unterirdisch erfolgen.

Kanalarbeiten in Frankfurt: Ein Stollen unterm Asphalt

Dazu kommt eine besondere Technik zum Einsatz: der Stollenvortrieb. Aus einer Startbaugrube heraus wird dabei in bergmännischer Arbeit ein Tunnel gegraben und darin der neue Kanal verlegt. Dieser wird größer als der bislang vorhandene, von DN 300 / DN 380 auf DN 600 aufdimensioniert.

Ganz ohne Beeinträchtigungen für die Anlieger können die Arbeiten aber nicht ablaufen, sagt Voss. So seien für die Baustelleneinrichtung Flächen reserviert, die während der 13-monatigen Bauphase blockiert seien. Und natürlich kämen auch Baumaschinen zum Einsatz, die Lärm und Erschütterungen verursachen. Voß bittet um Verständnis und verspricht, man sei bemüht, dass Anlieger jederzeit ihre Einfahrten nutzen können und die Beeinträchtigungen möglichst gering gehalten würden.

So werden die Arbeiten in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Los geht es mit einer etwa drei Monate dauernden Vollsperrung der Glauburgstraße, betroffen ist der Abschnitt Hausnummern 72 bis 66. Daran schließt sich in Bauphase 2 die Sperrung der Kreuzung mit der Eckenheimer Landstraße an. Die Kreuzung Humboldtstraße / Glauburgstraße wird dann im Bauabschnitt 3 gesperrt. Die letzten beiden Bauphasen folgen dann mit der Glauburgstraße 87 - 83 und der Kreuzung Glauburgstraße / Oeder Weg. Vor Beginn jeder Bauphase werden die Anlieger über sämtliche Schritte informiert. (Matthias Bittner)

Auch interessant

Kommentare