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Kollision mit Autotür kann tödlich sein

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Ein Ghostbike erinnert an die Radfahrerin, die im August auf der Taunusanlage tödlich verunglückte. FOTO: r. hoyer
Ein Ghostbike erinnert an die Radfahrerin, die im August auf der Taunusanlage tödlich verunglückte. © Renate Hoyer

Zahl der „Dooring-Unfälle“ ist trotz mehr Radverkehr aber rückläufig

Auch wenn die immer wieder schrecklichen Unfälle anderes vermuten lassen: Radfahren ist in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden. Das zeigen die Zahlen des Mobilitätsdezernats zu so genannten Dooring-Unfällen (Autotür-Unfällen) sehr eindeutig.

Bei einem solchen Unfall war erst Ende August eine Frau (60) auf der Taunusanlage ums Leben gekommen. Sie fuhr dort mit ihrem Fahrrad auf dem Schutzstreifen, als ein Autofahrer (31) direkt vor ihr seine Autotür öffnete, die auf den Radstreifen ragte. Die Radfahrerin stürzte und zog sich schwere Kopfverletzungen zu, an denen sie kurz danach im Krankenhaus starb. Sie trug keinen Schutzhelm.

Schutzstreifen retten Leben

Das sei ein typischer Dooring-Unfall gewesen mit einem sehr tragischen Verlauf, erklärt Mobiltitätsdezernent Stefan Majer (Grüne). „Der tödliche Unfall unterstreicht die Notwendigkeit, die Bemühungen zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmenden weiter zu forcieren“, äußerte er jüngst in der Fragestunde der Stadtverordneten auf zwei Fragen hin: von Katharina Knacker (Grüne) und Uwe Schulz (FDP), den verkehrspolitischen Sprechern ihrer Fraktionen. Bei Neuplanungen berücksichtige die Stadt, dass neben dem Fahrradschutzstreifen noch ein Sicherheitsstreifen zu geparkten Autos hin frei bleibe. Sofern Fahrbahndecken erneuert würden, würde danach ebenfalls der Sicherheitsstreifen markiert. Die Stadtregierung prüfe zudem laufend, wo weitere Sicherheitsstreifen ergänzt und Fahrbahnen ummarkiert werden könnten. „Diese infrastrukturseitigen Bemühungen des Magistrats können dazu beitragen, trotz steigenden Radverkehrsaufkommens die Zahl der Dooring-Unfälle zu reduzieren“, sagt Majer.

Autofahrer sensibilisieren

Ebenfalls seien die städtische Verkehrspolizei und vor allem die Fahrradstaffel für das Problem „sensibilisiert“. Es sei „leider keine Selbstverständlichkeit für Autofahrer, den ihnen zugewiesenen Parkraum auch einzuhalten“, seufzt Majer. Oft werde in den Sicherheitsstreifen hinein geparkt. Solche Parkverstöße würden „konsequent geahndet“ als „wichtiger Beitrag zum Schutz der Radfahrenden“. Und Majer sieht sich durch die erfreuliche Entwicklung der Zahlen auch bestätigt. Die Zahl der Dooring-Unfälle geht tatsächlich zurück, obwohl der Radverkehr spürbar zugenommen hat: Seien 2017 noch 155 solcher Unfälle aufgenommen worden, seien es 2019 nur nur 87 gewesen und im vorigen Jahr sogar nur noch 67, erklärt der Dezernent. Als nächstes wolle die Stadt die Autofahrer aufklären. Dafür sei bereits eine Agentur beauftragt worden, um eine Kampagne zu entwickeln, erläutert Majer. Des Weiteren wurde eine Agentur beauftragt, um eine Kampagne zum Thema Dooring-Zone zu entwickeln. „Ziel soll es sein, primär die Autofahrenden auf diese Gefahr aufmerksam zu machen und über den so genannten Holländischen Griff aufzuklären.“ Dabei geht es um die in den Niederlanden verbreitete Variante, die Fahrertür zu öffnen.

Dort benutzt der Fahrer beim Öffnen nicht wie bequem einfach die linke Hand, sondern die rechte. Dabei dreht er automatisch auch seinen Körper nach links - und kann dabei einen heranfahrenden Radler besser erkennen. Dennis Pfeiffer-Goldmann

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