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Mit den Städtischen Bühnen verhält es sich wie mit einer Theateraufführung. Spätestens wenn das wartende Publikum laut wird, sollte sich der Vorhang langsam mal heben.

Mit den Städtischen Bühnen verhält es sich wie mit einer Theateraufführung. Spätestens wenn das wartende Publikum laut wird, sollte sich der Vorhang langsam mal heben. Was aber tun, wenn die Akteure noch gar nicht wissen, welches Stück gegeben wird, wer die Regie übernimmt? Dass die Stadt zur Zukunft der Städtischen Bühnen eine epochale Entscheidung zu fällen hat, gemahnt zur Sorgfalt und Bedachtsamkeit. Absurd aber wird es, wenn monatelang nichts voran geht und dann bei den ersten Schritten gleich wieder geschubst wird.

Sechs Monate nach einem Prüfantrag der Koalitionsparteien ist es Zeit, die großen Fragen zu Schauspiel und Oper anzugehen. Jetzt aber hängt’s daran, wer die Leitung in der interdisziplinären Projektgruppe übernehmen soll. Dass die Personalie Michael Guntersdorf nicht der erste Zwist zu diesem Thema sein soll, überrascht nicht: Der Magistrat aus SPD, CDU und Grünen erweist sich zu oft als Zweckgemeinschaft, in der zwar jeder am selben Strang zieht, aber in die entgegengesetzte Richtung. Dass manche Dezernenten persönlich nicht gut miteinander können, kann man noch allzu menschlich finden. Zu den Strukturproblemen aber gehört beispielsweise, dass das Baudezernat eine mächtige Schlüsselrolle einnimmt. Wenn Dezernent Jan Schneider (CDU) Bedenken anmeldet, bremst er zwangsläufig. Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD) kann davon ein Lied singen, Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) nun auch. Umgekehrt gilt: Schneider muss aufpassen, dass er nicht zum Buhmann für alle Fälle wird. Man sieht: Die haben ganz schön viel um die Ohren in diesem Magistrat. Sich selbst nämlich.

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