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Gauben haben einen großen Vorteil: Man kann direkt ans Fenster treten und hinausschauen. Foto: Kai Remmers

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Kommentar zur Bauordnung: Alte Zöpfe auch mal abschneiden

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Ja, Frankfurt braucht Wohnungen. „Bauen, bauen, bauen“, muss die Devise sein. Sowohl auf der grünen Wiese, als auch in den bestehenden Quartieren müssen die Bagger rollen, fast wie in den 50er Jahren. Die ABG macht es in der Platensiedlung vor. Noch viel mehr Wohnblocks könnten aufgestockt werden, noch viel mehr Wohnungen auf diese Weise entstehen, alleine bei den großen Wohnkonzernen wie der ABG oder der Nassauischen Heimstätte. Doch es gibt auch andere Immobilienbesitzer. Solche, die als Privatpersonen Häuser besitzen und deren Dächer ausbauen wollen. Richtig ist, nicht jedes ausgebaute Dach steht als Mietwohnung zur Verfügung. Richtig ist aber auch, diejenigen, die anschließend vermietet werden, entlasten den Wohnungsmarkt. Deswegen sollte die Stadt gut daran tun, diesen vernünftigen, zupackenden, spitz rechnenden Hausbesitzern entgegen zu kommen, so weit das die Satzungen zulassen und dort, wo sie es nicht mehr tun, diese Satzungen zu ändern. Denn warum zum Beispiel kann einem Hausbesitzer im Nordend nicht erlaubt werden, Gauben oberhalb einer Mansardwohnung anzubauen, wenn er das möchte? Nicht auf der Straßenseite, sondern auf der Rückseite des Hauses, dort, wo es ohnehin niemand sieht, der sich daran stören könnte? Was spricht denn dagegen? Die Stadtverordnetenversammlung sollte nicht an alten Zöpfen und alten Dogmen hängen, nur weil es jetzt Satzung ist, sondern sollte – das kann sie, mit Mehrheit – bereit sein, alte Satzungen zu ändern. Schließlich müssen in Zeiten der Wohnungsnot alle mal über ihren Schatten springen. Auch die Stadtverordneten.

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