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Kommentar: Falsch verstandene Toleranz schadet

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© Salome Roessler

Das war schon ein besonderer Service für Islamisten: Wer sie suchte, fand bis gestern sämtliche Kontaktdaten der umstrittenen Bilal-Moschee und der As-Salam-Moschee auf der städtischen Internetseite.

Das war schon ein besonderer Service für Islamisten: Wer sie suchte, fand bis gestern sämtliche Kontaktdaten der umstrittenen Bilal-Moschee und der As-Salam-Moschee auf der städtischen Internetseite. Muss das sein? Wir leben in einem Land der Religions- und der Meinungsfreiheit, und das ist gut so. Jeder soll hier friedlich seinen Gott anbeten dürfen, ob er nun Allah, Jahwe oder Shiva heißt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Stadt für extreme religiöse oder weltanschauliche Positionen auch noch die Werbetrommel rühren muss. In den beiden Gebetshäusern, die bei der Anti-Terror-Razzia am Mittwoch durchsucht wurden, gingen in den vergangenen Jahren Hassprediger wie Sheikh Abdellatif und Abu Walaa ein und aus. Es wundert niemanden, der sich mit dem Thema beschäftigt, dass sich der nun festgenommene Tunesier just die Bilal-Moschee ausgesucht hat, um sein Terrornetz zu spinnen. Auch im Integrationsdezernat sind sich die Verantwortlichen im Klaren darüber, dass in diesen Gebetshäusern mitunter Prediger auftraten, die mit unseren freiheitlich-demokratischen Werten nichts am Hut haben. Dass der Großteil der Menschen, die dorthin gehen „unbescholtene Bürger“ sein sollen, ist naiv. Es geht auch niemand zu einer NPD-Kundgebung, der mit rechtem Gedankengut nichts zu tun hat.

Zu den Aufgaben des Amts für Multikulturelle Angelegenheiten gehört es, für religiöse und kulturelle Vielfalt in der Stadt zu werben. Das bedeutet auch, sich gegen extreme Weltanschauungen klar zu positionieren und diese nicht aus falsch verstandener Toleranz heraus zu protegieren. Islamisten sind eben keine ganz normalen Muslime. Wer ein friedliches Miteinander der Religionen wünscht, tut gut daran, das zu benennen.

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