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Kommentar zum Kinderarztmangel: Die Leidtragendend sind die Kinder

Wer gerade ein Baby bekommen hat oder neu nach Frankfurt gezogen ist, kennt das Problem: Kinderärzte sind Mangelware. Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind die Kinder.

Julia Lorenz

Viele Kinderarztpraxen haben Aufnahmestopp. In einigen Frankfurter Stadtteilen gibt es überhaupt keine Kinderärzte. Bis man endlich einen Weißkittel für den Nachwuchs gefunden hat, sind Dutzende Telefonate nötig. Eine Situation, die absolut nicht hinnehmbar ist.

Dramatischer Mangel an Kinderärzten - Mediziner in Frankfurt sind am Limit

Allein die Gegenüberstellung der nackten Zahlen zeigt das Dilemma: Es gibt in Frankfurt 52 Arztpraxen für 123 746 Kinder und Jugendliche. Die Konsequenz: Pro Tag müssen die Mediziner bis zu 100 Knirpse behandeln. Da bleiben pro Kind oft nur ein paar Minuten Zeit. Das nervt nicht nur die Väter und Mütter, die sich zu schnell abgefertigt fühlen, sondern auch die Ärzte selbst, die gestresst und überfordert sind.

Es ist endlich an der Zeit, dass die Kassenärztliche Vereinigung handelt, mit den Krankenversicherungen verhandelt und mehr Kinderarzt-Sitze in Frankfurt zulässt. Die Versorgung der Kleinen ist nicht gewährleistet. Die Leidtragenden sind die Kinder. Das darf nicht sein. 15 zusätzliche Praxen landesweit werden aber nicht reichen. Das ist schon jetzt abzusehen.

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